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Diesen Biber habe ich vor einigen Jahren am Schluchsee fotografiert |
Heute geht es um die äußere Gestalt meiner nagenden Freunde. Jedes Detail hat, wie ihr sehen werdet, seinen Sinn und Zweck fürs Biberleben.
Biber sind die größten Nagetiere Europas.
Ausgewachsen bringen sie bis zu 30 kg auf die Waage und messen die stolze Länge
von 80 bis 100 cm, und dazu kommt noch der Schwanz mit 30 bis 35 cm. Biber
leben semiaquatisch, also sowohl im Wasser als auch an Land und sind dafür
bestens ausgerüstet. Sie sind stämmig und plump gebaut, mit kurzen Beinen und
kleinen Ohren. Ihr Speck und vor allem das dichte Fell schützen sie vor Kälte
und Nässe. Zum Vergleich: Der Mensch besitzt pro Quadratzentimeter Kopfhaut
maximal 90 bis 100 Haare, der Biber am Rücken 12.000 Haare/cm² und am Bauch 23.000
Haare/cm². Beim Schwimmen und tauchen bleibt die Luft im Unterfell erhalten und
isoliert den Körper so perfekt, dass die Haut nie nass wird.
Die Augen sitzen weit
oben auf dem Kopf, damit sie beim Schwimmen - wie auch Ohren und Nase - über
Wasser bleiben. Beim Tauchen werden die Augen mit einer Nickhaut geschützt. Zum
Tasten in der Dunkelheit oder in trübem Wasser haben Biber Schnurrhaare an der
Schnauze.
Biber können nicht besonders gut
sehen, aber dafür ausgezeichnet hören und riechen.
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Lizenzfreies Foto aus dem Internet |
Die Vorderpfoten sind richtige
Hände mit fünf Fingern zum Greifen, die Hinterpfoten sind größer und mit
Schwimmhäuten ausgestattet. Außerdem haben Biber an den Hinterpfoten eine spezielle Doppelkralle, mit der sie ihr Fell kämmen können. Der Schwanz ist platt und geschuppt und wird als Ruder
und Steuer beim Schwimmen benutzt. Außerdem dient er als zusätzliches Fettlager.
Zum Bauen von Staudämmen und Burgen benutzen Biber ihren Schwanz übrigens
nicht.
An Land bewegen sich Biber recht
langsam und ein wenig watschelnd vor (wenn sie "die Hände voll haben" sogar kurze Strecken nur auf den Hinterbeinen), im Wasser schwimmen und tauchen sie zwar
nicht so wendig wie z.B. Fischotter, aber doch recht elegant.
Biber besitzen eine Kloake, also
einen einzigen Körperausgang für Verdauungs-, Geschlechts- und Exkretionsorgane.
Weil ihre Geschlechtsorgane innen liegen, kann man Männchen und Weibchen äußerlich
nur voneinander unterscheiden, wenn bei säugenden Weibchen die größeren Zitzen erkennbar
sind. In speziellen Drüsen bilden Biber das sogenannte Bibergeil, ein Duftsekret,
mit dem sie ihr Revier markieren und anhand dessen sie Familienmitglieder erkennen,
und ein fettiges Sekret, mit dem sie ihr Fell pflegen und wasserdicht machen.
Biber haben große, nachwachsende
und messerscharfe Nagezähne, mit denen sie Rinde abnagen, Zweige abkneifen und
durch geduldiges Nagen auch große Bäume fällen können. Im Bedarfsfall können
Biber auch zur Verteidigung kräftig und durchaus gefährlich zubeißen. Durch härtende Eisenablagerungen
im Zahnschmelz sind die Nagezähne leuchtend orangerot gefärbt.
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Lizenzfreies Foto aus dem Internet |