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Samstag, 14. Oktober 2023

Simsalabim!

So wurde aus einem alten fiesen Hobel ein alter schöner Hobel. Und zwar ein Simshobel!

Auf dem Flohmarkt habe ich in einer von diesen Kisten, die immer unter dem Tisch stehen, einen alten Hobel gefunden und dann mit Bordmitteln soweit hergerichtet, dass er wieder hübsch aussieht. Ich habe ihn sauber gemacht, die Klinge (das Messer?) entrostet und angeschliffen und alles soweit konserviert, dass er nicht weiter kaputtgeht.

Durch feuchte Lagerung ist er allerdings so verzogen, dass ich glaube, dass man ihn selbst dann nicht mehr richtig benutzen könnte, wenn ihn einer wieder hergerichtet hätte, der sich damit auskennt. Mangels Werkbank oder dergleichen kann ich ihn auch nicht richtig testen, aber eigentlich ist er mir als Deko-Objekt auch recht.

Ich habe Schick- und Fies-Fotos für euch und einen Film, in dem ich noch dies und das erzähle (offensichtlich kann ich problemlos volle fünf Minuten über ein altes Werkzeug sprechen, und ich fasse mich da schon wirklich kurz).

Dieser Beitrag spielt mit bei der Herbstglück-Linkparty bei Loretta und Wolfgang!

Wieder schick
... und noch ganz im Urzustand
Schick
Fies
Fies
Schick
Fies
Einigermaßen schick...
Der hersteller der Klinge
Fies in Einzelteilen
und schick in Einzelteilen

Mittwoch, 9. November 2022

Aufgehübscht

Auf dem Flohmarkt habe ich neulich einen alten kleinen Messingrahmen mit gewölbtem Glas gekauft. Die Sorte, die man wohl meist mit Fotografien der lieben Verwandtschaft schmückt.

Das Messing war angelaufen, das Glas verdreckt, die Rückseite kaputt und ein Bild nicht vorhanden:

Von vorn sieht es eigentlich noch am besten aus
Die Rückseite ist schon trauriger
... und das Innenleben ist auch nicht mehr makellos
Erstmal hab ich ein kleines Bild gemalt
... geputzt, poliert, Lücken gefüllt, das Bild
eingesetzt, eine neue Rückseite ausgeschnitten
und aufgeklebt 
... und im zweiten Versuch die richtige Position
für die Aufhängung gefunden.
So darf er wieder an die Wand!

Freitag, 4. September 2020

Sich regen bringt Sägen - Teil 3



















Ja, mein letzter Sägen-Post ist eine ganze Weile her. Das lag daran, dass das Sägeblatt doch etwas auf sich warten ließ.
Aber der Eisenwarenhändler meines Vertrauens hat Wort gehalten und mich angerufen, als es letzte Woche endlich da war. 


















Aus Schweden importiert. Ich finde das Wort Bügelsägeblatt auf Schwedisch sehr schön.


















Weil ich das Original vorsichtshalber noch aufgehoben hatte, hier ein direkter Vergleich. 


















Fluch und Segen von Handschuhen: Natürlich ist es sehr viel besser, wenn man nur den Handschuh einklemmt und nicht die Haut, auf der anderen Seite wäre die Haut vermutlich gar nicht erst dazwischen geraten...

Das Sägeblatt einzuspannen war nicht schwer. Das konnte, wie so viele Schreiberinnen von Rezensionen im Internet immer so bodenlos unbedarft formulieren, "auch ich als Frau".  
Ja. Man braucht kein Y-Chromosom dafür.
Das starke Geschlecht ist genau dann im Vorteil, wenn es um körperliche Kraft geht. Da sind sie uns überlegen. Alles andere können wir genau so gut - und wenn nicht, liegt es an gesellschaftlichen Normen und überkommenen Erziehungsmethoden, die wir bitte endlich mal hinter uns lassen sollten, und nicht daran, dass uns die Natur anders geschaffen hat als die Männer.

Aber zurück zum Thema! 
Ich habe natürlich ein paar vorher-nachher-Fotos gemacht, denn das ist ja immer das Beste.




















Doch, das hat sich gelohnt.


Da hab ich jetzt die Vorderseite fotografiert, weil der Juni nun doch schon ein paar Tage zurück liegt - aber glaubt mir, die Rückseite sieht ganz ähnlich aus.

Der Praxistest darf natürlich auch nicht fehlen:

Na also. Sie sägt. Und zwar wie die Sau!


















Teil 1 des Sägenepos findet ihr hier, und Teil 2 hier. 

Dienstag, 11. August 2020

Das kleine alte Bügeleisen
























Verglichen mit den doch überraschend zahlreichen Verkäufern bei der allseits beliebten Antiquitätenshow im Fernsehen, die antike Brillantbroschen und wertvolle Goldarmbänder "in der Schublade" liegen haben, sind meine Familienerbstücke eher bescheiden in ihrer Zahl und ihrer Beschaffenheit.

Dieses kleine Spielzeugbügeleisen stammt von meiner Mutter, die es als Kind schon hatte, also in den 40er Jahren. Da war es aber auch nicht mehr neu.
Ich halte es für ein Vorkriegsmodell. Jedenfalls stammt es wohl aus Zeiten, als Bügeleisen noch ohne Strom auskamen - wobei die ersten Elektromodelle ganz ähnlich aussahen.
Bei dieser Variante wurde das Eisen zum Erhitzen einfach auf die heiße Herdplatte gestellt. Dank Holzgriff konnte man es trotzdem anfassen.

Als Kind habe ich nicht damit gespielt. Gedurft hätte ich natürlich, aber Bügeln zu spielen erschien mir nie so verlockend. Ich war auch nie eine Puppenmutter. Stofftiere, Malstifte und Legosteine waren eher was für mich.
Man ändert sich im Grunde nie, glaube ich.

Weil das Bügeleisen aber schon so alt ist ist und sozusagen ein Teil der Familiengeschichte, hatte ich es früher auf einer Fensterbank stehen. Das war ein sehr dummer Einfall, denn wie sich nach monatelangem Drumherumstaubwischen herausstellte, war die Unterseite herzhaft verrostet und hatte einen irreversiblen Fleck auf besagter Fensterbank hinterlassen.

Jedenfalls steckte es seitdem in einer Schachtel und sah jahrelang kein Sonnenlicht mehr.


















Es rostete auch nicht nur unten, sondern rundum. Das Ding rostet wirklich leicht und gerne, denn nach der (zugegeben schlecht gewählten Fensterbank) war es nur der Luftfeuchtigkeit eines Wohnraums ausgesetzt und rostete trotzdem noch.
Den ursprünglich blauen Griff hatte ich einmal hellblau angemalt, wobei etwas Farbe aufs Metall geraten war, und dann noch mal irgendwann mit roter Wasserfarbe.
Ich würde ja gerne behaupten, dass ich da höchstens 10 Jahre alt war, aber ich fürchte, dass das nicht stimmt.























Der Bügel befand sich auch in starker Schräglage.























Hier die herrliche Unterseite.


















Und ein Detail der Rostblüten auf dem ursprünglich vernickelten Oberteil.
Die Bodenplatte war nicht oder nicht mehr vernickelt. Man sieht da noch so einen Streifen, aber auf der Unterseite ist keine Spur von Nickel.

Jedenfalls sollte es aus diesem traurigen Zustand befreit werden. Da ich weder die Möglichkeit noch die Absicht hatte, die genieteten Stifte zu entfernen, musste es dazu am Stück bleiben. Und weil sich zwischen dem Oberteil und der Bodenplatte ein Zwischenraum befindet, wäre es vermutlich fatal gewesen, das gute Stück auf chemischem Wege im Zitronensäurebad zu entrosten.

Also musste ich zu Schleifpapier, Drahtbürste und Putzmittel greifen.


















Dabei zeigte sich zweierlei: Erstens war die Originalfarbe auf dem Griff so tief ins Holz eingedrungen, dass ich sie nicht restlos abschleifen konnte. Oder: wollte. Irgendwann wäre vermutlich schon mal alles ab gewesen, aber irgendwann reicht es einem dann auch, wenn man ein bewegliches, kleines, rundes Teil von Hand abschmirgelt.
Zweitens war die Vernickelung in einem schlechten Zustand.


















Es sind mehr so Nickelreste...
Da das Ding wie gesagt am Stück bleibt, hatte ich keine Chance, die auch noch restlos abzukriegen. Also strebte ich ab sofort einen gebrauchten Bügeleisen-Look an, allerdings bei gleichzeitiger künftiger Rostfreiheit.























Dazu hab ich erstmal die Unterseite mit Rostumwandler angestrichen. Der stoppt die Rostbildung und bildet gleichzeitig einen dünnen Schutzfilm, der allerdings schwärzlich ist. Um (gegen Nasenbildung) die Reste abzutupfen, habe ich ein altes Geschirrtuch benutzt, das leider nicht unbedingt fusselfrei war, wie sich herausstelle.


















Da mir die Rostfreiheit wichtiger war als die Optik, hab ich dann auch die Oberseite mit Rostumwandler behandelt. Das machte alle Stellen ohne Nickel leider sehr schwarz, aber da nur ein bisschen Öl draufzutupfen und das Beste zu hoffen war mir doch zu riskant. 
Den Griff habe ich mit Essig-Stahlwolle-Beize dunkler gefärbt, geölt und gewachst. Originalgetreu wieder blau Anmalen wäre auch eine Möglichkeit gewesen, aber nach der ganzen Schleiferei... und dann hätte ein makelloser blauer Griff auch nicht zum deutlich mitgenommenen Metall gepasst.


















Dann habe ich noch mit der Rohrzange den Bügel wieder gerade gebogen. Das ging leichter als gedacht.


















Jetzt ist es mir sicher und hübsch genug fürs Bücherregal.

Dienstag, 4. August 2020

Bringt brauchbare Brieföffner!
























Ist das jetzt noch eine Alliteration oder schon ein Stabreim? Wer weiß es? Jan?
Ich traue mir da kein Urteil zu, aber eigentlich geht es ja auch mehr um den Brieföffner und weniger um den Titel.


















So habe ich ihn für 10 Cent aus der Nebengrabbelkiste erworben. Die Nebengrabbelkiste steht (ja, genau!) neben der Hauptgrabbelkiste (die sich inzwischen zu einem Bücherregal gemausert hat) und enthält keine Bücher, sondern allerhand Kleinkram wie Spielzeug und Staubfänger, oder was eben sonst noch so in den geleerten Bücherschränken und -regalen Platz hatte.
Wie alt der Brieföffner ist und wo er herkommt - keine Ahnung. Eine einfache Handarbeit von irgendwo, wo die Arbeitskraft gerade wenig kostete.

Jedenfalls musste er offenbar als Hebel- und Hämmerwerkzeug herhalten, wofür sich Holz dann doch weniger gut eignet.



Entsprechend mitgenommen sah er auch aus.
Ich habe ihn abgewaschen, und dann geschnitzt, geschliffen, gebeizt, geölt und mit Wachs poliert.
Ein Unterschied ist erkennbar.


















Nur die Scharte ganz oben hab ich nicht ganz rausgekriegt. Dazu hätte ich noch mal ein gutes Stück komplett entfernen müssen, und das fand ich dann irgendwie doch übertrieben.

Natürlich hab ich noch ein paar Vorher-Nachher-Fotos.




























Weil auf meine unbedarften Augen  das Schnitzmuster afrikanisch wirkte, hab ich den Brieföffner dunkler gebeizt als er vorher war. Ich finde, das steht ihm.