Wie so im Leben immer wieder neue Aufgaben auf einen zukommen... aber diese hier habe ich mir immerhin selber ausgesucht.
Die Asche meiner Mutter war 2020 am Wohnort meiner Eltern in einer Urnenwand beigesetzt worden, und jetzt, wo auch mein Vater gestorben ist und niemand von der Familie mehr an diesem Ort wohnen wird, haben wir (mit dem Einverständnis meiner Schwestern, die beide kein Interesse an Gabpflege haben) beide zusammen hier bei uns in einem Urnengrab beerdigen lassen.
Unser Friedhof ist schön, für mich schnell zu erreichen, und alles, was mit Gärtnern zu tun hat, mache ich sowieso gerne. Außerdem hat das was für mich was Tröstliches, ein Grab so anzulegen, wie es den Verstorbenen vielleicht auch gefallen hätte.
Urnengräber kann man gleich nach der Beerdigung bepflanzen, weil die sich nicht absenken. Damit ich mir in Ruhe und Frieden über einen Grabstein Gedanken machen kann, habe ich erstmal ein Holzkreuz setzen lassen. Das dürfte so ein, zwei Jahre halten... und bis dahin ist dann hoffentlich auch das Erbe geregelt, denn Grabsteine sind bekanntlich nicht preiswert.
Heidekraut und ein kleiner Wacholder (der blaugrüne Tupfer hinten rechts) mussten auf jeden Fall sein. Meine Eltern sind beide in der Lüneburger Heide aufgewachsen, und das sind die beiden Pflanzen, die diese Landschaft ausmachen. Dann hab ich in einem etwas helleren Blaugrün zwei nette Grasbüschel und ein bisschen Ich-weiß-nicht was gepflanzt. Letzteres saß in der Mitte einer Muehlenbeckie (vorne rechts). Das sind diese Bodendecker mit den kleinen runden Blättern. Dahinter ist eine japanische Scheinmyrte, die ich, ich gestehe es, aus dem Abfallbehälter gerettet habe - winterhart ist sie leider nicht, aber sie passte farblich und in der Größe so schön in die Lücke, dass sie da bleiben darf, bis sie optisch nichts mehr hermacht.
Auch nicht winterhart, aber sehr hübsch sind diese beiden Mini-Alpenveilchen. Zwischen den Pflanzen habe ich ein bisschen Totholz drapiert und die restliche Erde mit Moos belegt.
Das sieht, wie ich finde, nicht nur gut aus, sondern bringt auch ein bisschen Waldflair und Natürlichkeit rein. Und Totholz ist bekanntlich gut für allerhand Kleinvolk, dass auch auf Friedhofen gerne leben und weben darf.
Ein paar Hyazinthenzwiebeln habe ich auch gleich miteingebuddelt - und bis zum Frühling vermutlich vergessen. Vor dem Kreuz liegt behelfsweise eine Fliese, auf der das Grablicht steht. Eine katholische Sitte, die ich gerne übernehme. Die Fliese werde ich durch irgendeine kleine Steinplatte ersetzen, wenn ich eine finde, denn die Fliese ist hell und sieht folglich immer schmuddelig aus.
Das Grab gefällt mir so richtig gut - nicht zu trist und nicht zu bunt, nicht zu streng und nicht zu wild, und in Zukunft nicht zu viel und nicht zu wenig Arbeit.
















