Dienstag, 9. Juni 2026

Hans-Ursel - Wie man eine Schnecke rettet

Endlich! Nach tagelanger Hitze und Trockenheit hatte es geregnet. Hans-Ursel machte sich auf die Suche nach saftigen Pflanzenresten und genoss das feuchte, kühle Wetter. Da konnte man als Schnecke doch mal wieder richtig durchatmen. Nach einer ausgiebigen Mahlzeit in der Hecke kam Hans-Ursel auf den Gedanken, noch eine Runde über die schöne, hindernisfreie Teerfläche zu kriechen. Auch die war angenehm nass und mit leckeren Algen bewachsen. 
Aber plötzlich wurde es dunkel. Hans-Ursel wurde von oben eingequetscht. Ein lautes Krachen und die Gewissheit, dass etwas Schreckliches geschehen war...
 
Vor ein paar Tagen habe ich eine verletzte Bänderschnecke gefunden. Ein großes Stück ihres Häuschens lag lose neben ihr. Bei uns führt der Fußweg zum Bahnhof an der Friedhofshecke entlang, und wenn es dunkel und nass ist, kommt es da immer wieder zu Unfällen. Der Weg ist sozusagen mit Leichen gepflastert...
 
Als Schneckenfan weiß ich, dass Schnecken ihr Gehäuse reparieren können. Ein kleineres Loch können sie problemlos draußen alleine wieder verheilen lassen, aber bei einen richtig massiven Schaden überleben sie selten. Es sei denn, sie bekommen menschliche Hilfe.
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hans-Ursel (Schnecken sind Zwitter) hat es bös erwischt. Aber er/sie ist munter, kriecht herum und verliert vor allem keine dunkle Flüssigkeit. Damit hat Hans-Ursel gute Überlebenschancen.
 
  
 
Eine halbe Stunde später hat sich die Verletzung bereits glattgzogen. Die seltsame weiße Falte, die sich an der Bruchkante gebildet hatte, ist verschwunden. Trotzdem ist Hans-Ursel jetzt allen Umwelteinflüssen und Gefahren hilflos ausgeliefert. Sein Haus ist sein einziger Schutz.
 
Er muss also eine Weile bei mir bleiben. Zum Glück braucht man nicht viel, um eine Schnecke zu retten.
 

 

Wohnung und Nahrung:
  • ein Plastikbehälter, z.B. von Obst. Der Boden muss wasserdicht sein, in die Wände sollte man zur besseren Belüftung ein paar kleine Löcher bohren.  
  • Den Boden mit zwei oder drei Lagen Küchenpapier auslegen und mit Wasser befeuchten. Gras, Erde oder Moos nützen der Schnecke jetzt nichts und sind sogar kontraproduktiv, weil Schmutz und Bakterien auf dem ungeschützen Weichkörper (dem weichen Teil der Schnecke) anhaften können.
  • als Deckel ist ein Stück Fliegengitter perfekt. Ich befestige das einfach mit einem Gummiband, man kann aber auch Klettband nehmen. Wichtig: der Deckel muss luftdurchlässig sein, sonst erstickt die Schnecke! 
  • Ein paar Blätter als Versteck zum Drunterkriechen.
  • Als Futter ein bisschen Gurke, Salatblätter, ein paar Haferflocken (pro Schnecke reicht eine Haferflocke täglich. Zu viel davon vertragen sie nicht). Das muss nicht jeden Tag frisch, Schnecken mögen welke Sachen lieber. Nur Vergammeln oder Schimmeln sollte natürlich nichts.
  • Zum Gehäuseaufbau braucht die Schnekce Kalk. Dazu saubere Einerschalen möglichst fein mörsern. Man kann auch fertiges Eierschalenpulver für junge Hunde kaufen.
  • Oft wird auch eine zusätzliche Wasserquelle empfohlen, also eine kleine, sehr flache Schale. Keine von meinen Schneckenpatientinnen hat sich je dafür interessiert, deswegen lasse ich die jetzt weg. 
  • Haltet den Behälter immer feucht (nicht nass). Das geht am besten mit einer Wassersprühflasche für Zimmerpflanzen. Aber besprüht die Schnecke bitte nicht direkt mit Wasser. 



Medizinische Versorgung:
  • Sobald sie in ihrem Behälter sitzt, lasst ihr die Schnecke bitte in Ruhe. Wenn ihr sauber machen wollt, setzt sie ganz behutsam weg, vieleicht mit dem teil, auf dem sie sitzt, oder lasst sie selber wegkriechen. 
  • Je seltener die Schnecke angefasst wird, desto besser!
  • Versucht grundsätzlich nicht, das Häuschen zu reparieren, indem ihr es irgendwie klebt. Auch abgefallene Gehäuseteile sind nutzlos. Ganz selten kommt es vor, dass ein Loch wirklich verschlossen werden muss, aber in mindestens 9 von 10 Fällen schadet man der Schnecke nur. 
  • Nicht nervös werden, wenn die Schnecke tage- und nächte lang am Behälterdeckel hängt oder unter einem Blatt sitzt  und sich nicht rührt. Die Gehäusereparatur ist anstrengend, und auch, dass eine Schnecke lange nichts frisst, ist normal. 
  • Sollte eure Schnecke sterben, merkt ihr das daran, dass sie anfängt, sehr unangenehm zu stinken. Meistens sterben Schneckenpatienten nicht wegen Pflegefehlern, sondern weil die Verletzung zu schwer war. Also macht euch keine Vorwürfe. Ihr habt getan, was ihr konntet! 

Rat und Hilfe

Wie es mit Hans-Ursel weiterging, und wie und wann ihr eine Schnecke wieder auswildern könnt, erfahrt ihr im zweiten Teil. 

Sonntag, 7. Juni 2026

Welcome to the Jungle

 

 

Der Sonntagssammler für alles, was es letzte Woche nicht in einen eigenen Post geschafft hat.   

Da war ich leider nicht eingeladen
aber dafür hab ich Chispas Dschungelparty!
hier mussten wir unbedingt gucken gehen, wer 
der kleine Hund ist. Im häuslichen Aufzug versteht
Chispa das Prinzip Spiegel, aber draußen nicht.
Die Storchenküken sind gut nass geworden
Chispa vor dem Friseurtermin...
Und hinterher. Sommerschnitt!
Endlich sieht man mal wieder Schnecken
Hervorragende Nutzungsmöglichkeit für bodentiefe Fenster im
Erdgeschoss: Ein Hundesofa reinstellen. Man hat uns eifrig angebellt.
Einen Kuchen mit Tiefkühlbeeren gebacken. War gar nicht schlecht.
Euch allen noch einen schönen Sonntag!

Freitag, 5. Juni 2026

Unverwüstlich

 













 

Heute habe ich alte Bekannte für euch: Die Rosen von vor zwei Wochen. 

Praktisch sind sie noch ein paar Tage älter, weil ich sie nicht am Freitag gekauft habe. Inzwischen sind sie in die Kugelvase umgezogen und ein bisschen kürzer geworden. Die eine oder andere kriegt an den äußeren Blütenblättern Trauerränder, aber trotzdem - wenn die noch viel länger halten, muss ich anfangen, sie abzustauben.

 Auf zum  "Friday-Flowerday" bei Astrid!     


 

Donnerstag, 4. Juni 2026

Fronleichnam


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

...bei uns eine ganz große Sache. 

Dieses Jahr hab ich etwas weniger Fotos, weil leider das Böllerschießen wieder eingeführt wurde. Wer das nicht kennt: Da wird mit speziellen Gerätschaften, also Kanonen oder Handböllern, und Schwarzpulver ein möglichst lauter Knall erzeugt. 

Und glaubt mir, der ist laut. Silvester ist Kindergarten dagegen.

Hier gibt es die erste Salve um fünf Uhr Morgens, und dann verteilt um die Messe und die Prozession. Also bin ich während des Gottesdienstes mal schnell durch die Stadt gehuscht, damit ich wieder zuhause beim Hund bin, wenn es weiter knallt. Chispa ist zwar ziemlich schussfest, aber alleine wollte ich sie dann doch nicht lassen.

Zurück zu den Blumen und Altären. Die haben meine uneingeschränkte Sympathie und Bewunderung.  

Dienstag, 2. Juni 2026

Urban Salamander

 













 

 

Diesen netten kleinen Kerl habe ich nach dem ersten Regen nachts auf der Treppe zum Kirchplatz gefunden. Eigentlich gehört er ja in den Wald, aber bei uns sind Stadt und Wald nie weit voneinander entfernt. 

Ich habe drüber nachgedacht, ihn zum Waldrand zu tragen, aber weil er immerhin nicht an der Straße unterwegs war und recht zielbewusst wirkte, habe ich ihn seines Weges marschieren lassen. Ich hoffe, dass es eine weise Entscheidung war und es ihm gutgeht.

 



Sonntag, 31. Mai 2026

Kochen für den Hund

Dieses Jahr mache ich wieder beim Jahresprojekt auf Andreas Blog Die Zitronenfalterin mit. Auf ihrem Blog findet ihr noch viele tolle kreative Projekte.

Mein Jahresprojekt ist allerhand DIY für den Hund. 

Im Mai: Kochen. 

Ja, ich koche jetzt Chispas Futter selber aus frischen Zutaten. Klingt aufwändiger, als es ist, weil Chispa so klein ist. Für einen  Neufundländer wäre das eine ganz andere Sache, aber für einen 5-kg-Hund reicht alle paar Tage ein kleiner Kochtopf voll aus. 

Hühnchen mit Kartoffeln und Karotten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und was kocht man da so? 

Ein Menü aus 40% Fleisch, 30% Gemüse und 30% "Kohlenhydrate", also Reis, Nudeln oder Kartoffeln, mit etwas gutem Pflanzenfett, einer Prise Salz, einem Esslöffel Haferflocken und ein bisschen geriebener Eierschale. Ich fülle das heiß in Schraubdeckelgläser und hebe es im Kühlschrank auf.

Zusätzlich gibts ein bisschen Obst und frisches Gemüse, und ab und zu magere Milchprodukte, ein Ei oder eine Portion Leber. (Na, und damit wir hier nicht toller dastehen, als wir sind: Chispa kriegt auch immer mal ein Stückchen Marmeladenbrot, eine Scheibe Salami und ein bisschen Trockenfutter. Letzteres, weil es so praktisch als kleine Belohnung ist.)

Warum macht man sowas? 

1. Weil es Chispa hervorragend schmeckt.

Hinein bis zum Anschlag!

 

 

 

 

 

 

 

 

 


2. Weil sie es viel besser verträgt als Industriefutter aus der Dose. Wir machen das jetzt schon seit Ostern, und seitdem hatte sie noch kein einziges Mal Durchfall. Vorher hatte sie damit regelmäßig Probleme. Kein Spaß für Tier und Mensch, glaubt mir. Auch ihr Fell ist viel schöner geworden.

Im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Promenadenmischung dicht und glänzend


 

 

 

 

 

 

 

 

 

3. Weil ich "Katzen würden Mäuse kaufen - Schwarzbuch Tierfutter" von Hans-Ulrich Grimm gelesen habe. Es ist leider nicht so, dass man einfach aus den frischen Teilen, die beim Schlachten übrig bleiben, weil wir sie nicht essen mögen, Tierfutter macht. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber kurz gesagt, werden - meistens völlig legal - die widerwärtigsten Dinge, von vergammelten Kadavern bis hin zu Fäkalien, so lange verarbeitet und der abstoßende Geschmack mit künstlichen Aromastoffen übertüncht, bis unsere Vierbeiner das Zeug runterschlucken. Nicht jedes Fertigfutter ist gleich schlecht, aber allein zu wissen, was technisch und rechtlich möglich ist, macht einem ein flaues Gefühl.

4. Weil es nicht stimmt, dass man einen Hund so nicht ausgewogen ernähren könnte. Das wird zwar überall im Internet fröhlich behauptet, aber immer von Leuten, die Fertigfutter oder wenigstens Ergänzungspülverchen verkaufen wollen. Ich ernähre mich selber ja auch schon geraume Zeit selber und bekomme das ganz gut hin, da werde ich das doch mit meinem Haustier auch schaffen. 


 

Sonntagssammler

... für alles, was es letzte Woche nicht in einen eigenen Post geschafft hat.    

Und auf einen Schlag ist Hochsommer. Im Mai!
Da spuckt doch der Hai den Hund wieder aus (alte deutsche Redewendung)
Die Heckenrosen blühen und duften
Es ist noch kein Maler vom Dach gefallen 
(alte deutsche Redewendung)
Und die Hummel kniet sich mächtig rein!