Sonntag, 21. Juli 2019

Selbstgemalte Gardine























Dachfenster. Ein Kapitel für sich. Sie machen schön hell, das schon, aber sie sind schwer zu putzen, wenn sie groß und weit oben sind. Und man müsste sie ungefähr alle zwei Tage sauber zumachen, wenn sie auch sauber aussehen sollen.
Da fliegen ja täglich 362.000 Insekten mit schwacher Blase drüber.























So sieht es in der Variante "vorgestern geputzt" aus. Hält sich eben nicht lange.
Wenn da ein Muster drauf wäre, würden die Fliegenflecken viel weniger auffallen.
Also hab ich online ein bisschen rumgeschnuffelt und gelernt, dass es Kreidestifte gibt. Kreidepulver mit Wasser (und vermutlich so diesem und jenem) verflüssigt in einem Filzstift.























Malt sich im Prinzip prima auf Glas, aber auf dabei ist das Fenster hoch oben und schräg. Ganz schlecht für den Nacken, glaubt mir.
Immerhin: Wenn es zu krakelig wird, nimmt man einen trockenen Lappen und reibt die Kreide wieder ab. Um Himmels willen keinen feuchten Lappen nehmen. Damit verteilt man nämlich einen dünnen Kreidefilm überall. Trocken ist besser.























Wird nicht besser, wenn man für die oberen Partien auf einen Stuhl klettern muss. Also für die oberen drei Viertel, um genau zu sein.
Vor allem, wenn man nicht schwindelfrei ist.























Aber das Ergebnis hat was! Man kann nach wie vor durchgucken, aber der Dreck fällt viel weniger auf.























Das Fenster sieht jetzt auch viel schöner aus, wenn der Rollladen unten ist.























Und gratis dazu: Blümchenschatten, wenn die Sonne scheint!

Donnerstag, 18. Juli 2019

Dienstag, 16. Juli 2019

Bunte Vase Marke Eigenbau























Ich brauchte eine Vase, und zwar eine bunte. 


















Natürlich kann man losgehen und eine kaufen, aber das kostet Zeit und Nerven und vor allem auch Geld. Und ob man hinterher tatsächlich das hat, was man haben wollte, ist ungewiss.























Selber machen ist preiswerter und unterhaltsamer.























Da ich weder Töpfer noch Glasbläser bin, hab ich natürlich mit einer fertigen Vase angefangen. Das ist so ein ganz dünne, die man bei Lieferblumensträußen dazu bekommt.























Die Tupfen sind Acrylfarbe, die ich mit einem Radiergummi-Ende von einem Bleistift aufgetupft habe.
Mit nur schwarz und weiß wirkte das noch recht edel, aber keine Sorge, das ändert sich gleich.























Seht ihr? Schon ist Schluss mit geschmackvoll!
Mit verschiedenen Blautönen und vor allem einer Innenausstattung mit orangefarbenem Glühlampenlack (die leider nie so ganz perfekt, aber dafür äußerst farbenfroh wird), sieht das doch schon ganz anders aus.
Farbe und Lack waren Reste, die Vase gab es als Geschenk, also hat mich der Spaß gar nichts gekostet. Außer vielleicht einer Stunde Zeit. Oder anderthalb, ich hab's nicht gestoppt.























So haben meine Pfauenfedern wieder ein Zuhause und der Schreibtisch sieht viel netter aus.
Wäre die Tapete zufällig blau oder orange, würde die Vase sogar dazu passen... Ich kann zwar ganz gut beurteilen, ob Farben zusammen passen, aber leider erst, wenn ich sie sehe. Vorher planen ist nicht so meine Stärke. Man kann eben nicht alles haben!

Sonntag, 14. Juli 2019

Sieben runde Sachen

Wie (fast) immer am Sonntag zeige ich euch sieben Sachen, für die ich am Wochenende meine Hände gebraucht habe.

Weiland erdacht von Frau Liebe, nun gesammelt bei Geraldine.


















1. Überreste vom jährlichen Fest des hiesigen Männerchors zur Seite geschubst, nachdem ich schon mit dem Fahrrad durchgefahren war. Lagen auf unserer Auffahrt und so ungefähr im gesamten Stadtgebiet verteilt. Passend zur Geräuschkulisse gestern Abend. Vom Stadtmure-, Kirchtum- und Hafenfest haben wir nichts Unangenehmes mitbekommen, aber wenn das nächste Mal Wörthfest in Elzach ist, möchte ich die Stadt vorher verlassen.
Von der Sauerei mal abgesehen auch schade um all die hübschen Gläser.


















2. Meinen eigenen Flüssigkeitshaushalt wieder ausgeglichen und anschließend das Glas aus dem Fenster geworfen. Macht man ja wohl so.
Nein, natürlich nicht. Ich mag das Glas schließlich.


















3. Die Topfrosen an den Tropf gehängt. Mittels Kapillarwirkung sollen die Pflanzen das Wasser durch Schläuche aus dem Eimer saugen. Den Eimer hab ich dann noch mit Fliegengitter abgedeckt, damit möglichst niemand ersäuft. Bin ja mal gespannt, ob das funktioniert.























4. Die Orchidee zum Duschen in den Regen gestellt. Die ist ungefähr 10 Jahre alt und blüht jeden Winter treu und brav vor sich hin.


















5. Gelesen: Die Irrfahren des Herrn de Maupassant. Bis jetzt gefällt es mir sehr gut.


















6. Die Spüle geputzt. Fragt mich nicht, aus was die Spüle ist - ich weiß es nicht. Keine Keramik, eher eine Art Kunststein. Pflegeleichter als Edelstahl und fühlt sich gut an. Nicht, dass ich den ganzen Tag in der Küche stehen und die Spüle befingern würde - aber ich könnte!


















7. Ein paar Efeuzweige in die Vase gestellt. 

Samstag, 13. Juli 2019

Bildstörung























... nur noch schwarz-weiß.

Mittwoch, 10. Juli 2019

Ausgewähltes Lesefutter Juni

Es gibt wieder kurze, knackige Buchbesprechungen über einige Bücher, die ich im vergangenen Monat gelesen habe, allerdings nicht über alle. Das ist mir zu viel Arbeit.

Hinweis: Da es einige der Bücher, die ich hier vorstelle, noch aktuell im Handel gibt, kann es sein, dass es sich bei diesem Beitrag um unbezahlte und unaufgeforderte Werbung handelt. Macht aus dieser Info, was ihr wollt.























Gerbrand Bakker: Jasper und sein Knecht
Der niederländische Autor mittleren Alters hat sich in der Eifel ein altes Haus gekauft und sich einen Hund (Jasper) zugelegt, und zwar, wie seine Brüder bemängeln, ohne vorher auch nur wenigstens den Führerschein zu machen. Das wäre eigentlich so ganz ein Buch nach meinem Geschmack: Jemand werkelt im Garten herum, fährt mit dem Rad zum Einkaufen, bekommt ab und zu mal Besuch, erzählt was vom Leben als Schriftsteller, vergleicht die deutsche und die niederländische Sprache: So was lese ich gerne. Es stört mich aber sehr, dass er Jasper ständig ohne Leine laufen lässt, was der natürlich zum Ausbüxen nutzt. Und, ebenso natürlich, zum Hetzen von Wildtieren. Oder einmal sogar zum Totbeißen einer jungen Katze. Das finde ich einfach nicht in Ordnung. Entweder bleibt ein Hund brav bei Fuß, und wenn im drei Rehe gleichzeitig vor der Nase rumscharwenzeln, oder er gehört an die Leine, Punkt, fertig, aus. Da der Hund und seine Neigung zum Stiftengehen ein ganz zentraler Bestandteil des Buchs sind, nervte mich das halt auch immer wieder.  

James Rebanks: Mein Leben als Schäfer
Und gleich im Anschluss ein Buch von jemandem, der schon berufsbedingt was gegen freilaufende Hunde hat. Schäfer finden so was auch nicht witzig. Lämmer sind genauso schnell tot wie Rehkitze.
James Rebanks lebt im Lake District und züchtet Schafe, wie sein Vater und sein Großvater vor ihm. Er beschreibt seinen Arbeitsalltag auf dem Hof, die Veränderungen in der regionalen Landwirtschaft, das Spannungsverhältnis zwischen Alteingesessenen, Zugezogenen und Touristen, das zwischen den Generationen, und vor allem sein persönliches Verhältnis zu seiner Arbeit und seinem Leben, denn auf einem Hof hängt beides untrennbar zusammen. Man hat nicht einfach Feierabend und ist dann kein Schäfer mehr. Wie man sich denken kann, hat Mr. Rebanks noch einen zweiten Job, sonst hätte er wohl auch keine Zeit zum Bücherschreiben. Das wird wohl überall so sein, wo die Landwirtschaft nicht so viel Ertrag abwirft. Was mir besonders gefallen hat: Er ist ziemlich reflektiert. Es ist nicht so, dass die Bauern immer die Guten sind oder alles richtig machen, und die Stadtmenschen und Touristen die naturfernen Karrieristen oder verträumten Spinner sind. Oder dass früher alles besser war. Oder dass Landwirtschaft immer nur schön und idyllisch ist. Das Buch ist wirklich interessant und informativ, flüssig geschrieben und noch mit ein paar sehr schönen Schaffotos garniert. Auch die Übersetzung ist gut gelungen. 























Andrew Michael Hurley: Loney
Ich bin versucht, das Buch einen Schauerroman zu nennen. Das klingt, als wäre es 200 Jahre alt… ist aber von 2017. Aber egal – Horror ist das nicht, aber gruselig. Der Erzähler Tonto erinnert sich an seine Jugend in einer streng katholischen Familie. Sein älterer Bruder Hanny ist stumm und geistig zurückgeblieben. Mit dem neuen Gemeindepfarrer unternimmt die Familie über Ostern eine „Pilgerfahrt“ in ein einsames Haus an der nordenglischen Küste. Gebete Messen und der Besuch einer wundertätigen Quelle als Abschluss und Highlight sollen nicht nur den Glauben erneuern, sondern vor allem Hanny heilen. Die Bewohner der Küstengegend sind teils feindselig, teils verängstigt. Auch wenn die Erwachsenen es nicht wahrhaben wollen, merken die beiden Jungs doch bald, dass hier Unheimliches vor sich geht.
Die gruselige Atmosphäre wird durch teilweise sehr klassische Versatzstücke geschaffen: Ein einsamer, rauer Landstrich, ein unbewohntes Haus, eine voodooartige Puppe, die nachts im Wald gefunden wird, vor allem aber durch die geschickte Interaktion der Personen: Der sadistische alte Pfarrer, der sich mit seiner eigenwilligen Glaubensauffassung völlig im Recht wähnt, sein freundlicher, pragmatischer Nachfolger, dessen gesundem Menschenverstand man immer beipflichten möchte, (obwohl man irgendwann argwöhnt, dass der hier nicht weiterhelfen wird) die Mutter, die Hanny um jeden Preis geheilt wissen möchte, und der halbwüchsige Tonto, der versucht, seinen körperlich schon erwachsenen Bruder zu beschützen. Gut gelungener Grusel.


















Antal Szerb: Reise im Mondlicht
Der Mittdreißiger Mihály ist mit seiner Frau Erzsi auf Hochzeitsreise in Italien. Mihály wird durch allerhand Begebenheiten und Begegnungen an seine Jugendzeit erinnert, die durch eine enge Freundschaft zu einem sehr unkonventionellen Geschwisterpaar geprägt wurde. Er erkennt, dass die Heirat mit Erzsi ein weiterer Versuch war, sich an die bürgerliche Erwachsenenwelt anzupassen, in der er sich im Grunde nicht heimisch fühlt. Als Mihály in einen falschen Zug einsteigt, nimmt die Gelegenheit war, wie ein Schuljunge wegzulaufen und lose Enden aus der Vergangenheit miteinander zu verknüpfen. Erzsi erkennt ihrerseits, dass sie in dieser Ehe vor allem einen Ausweg aus ihrem allzu braven, geordneten Leben gesucht hat. Das klingt nach einem seltsamen Beziehungsgeschwurbel, ist aber eher poetisch und geheimnisvoll. Ein sehr schönes Buch, dass eine Reisebeschreibung mit einem Hauch Phantastik, boshaftem Humor, subtiler Erotik und viel Selbstfindung verbindet. Geschrieben von einem Literaturwissenschaftler, der eine Menge Kunst und Kultur mit untergebracht hat. 























Willem Frederik Hermans: Die Dunkelkammer des Damokles
Im weitesten Sinne ist das Buch eine Art Agentengeschichte, aber wir haben es hier eindeutig mit ernsthafter Literatur zu tun. Das ist kein Schund. Henri Osewoudt hat es nicht leicht hat im Leben: Als er 12 ist, tötet seine Mutter im Wahn seinen Vater, den niemand betrauert. Er wächst bei Verwandten auf, heiratet mit 19 seine hässliche, ältere Cousine, die ihn schon als Jungen verführt (um nicht zu sagen: missbraucht) hat, und führt den Laden seines Vaters weiter, damit sein inzwischen wieder frei gelassenen Mutter bei ihm wohnen kann. Er fürchtet, dass sein Leben damit eigentlich schon zu Ende ist. Noch dazu leidet er darunter, klein und mädchenhaft schmal zu sein und keinen Bartwuchs zu haben. Kurz nach dem Einmarsch der Deutschen bittet ihn der niederländische Offizier Dorbeck, für ihn einen Film zu entwickeln. Dorbeck sieht aus wie Ousewoudts Zwilling und ist genauso, wie er selbst gerne wäre: selbstsicher und entschlossen arbeitet er im Untergrund gegen die Deutschen. In seinem Auftrag führt Ousewoudt ohne mit der Wimper zu zucken Anschläge und Auftragsmorde aus, lernt die große Liebe seines Lebens kennen und gerät in deutsche Gefangenschaft. Nie verlässt ihn aber das Gefühl, dabei nur ein Produkt oder eine Kopie Dorbecks zu sein. An der Stelle haben wir ungefähr ein Drittel der Geschichte gelesen – an Handlung mangelt es wahrlich nicht. Ein spannendes, kluges und dabei irgendwie dezent deprimierendes Buch: Keiner kann aus seiner Haut raus, und das Schicksal kennt kein Mitgefühl.

Sonntag, 7. Juli 2019

Sieben Sachen

Wie (fast) immer am Sonntag zeige ich euch sieben Sachen, für die ich am Wochenende meine Hände gebraucht habe.

Weiland erdacht von Frau Liebe, nun gesammelt bei Geraldine.


















1. Balkonpflanzen gegossen. Der erhoffte Regen ist bis auf ein kurzes Schauerchen leider ausgeblieben.


















2. Eine ganz kleine Runde Rad gefahren.


















3. Anschließend das Rad in den schönen neuen Fahrradstall gesperrt. Der ist so toll, der glitzert sogar...
Dann die Handschuhe weggeworfen. Nicht wegen der Glitzerei, sondern weil sie sich auflösen.


















4. Ein Dachfenster geputzt. Von außen. Schön, wenn man wieder durchgucken kann.


















5. Und weil ich schon dabei war, das große Fenster im Wohnzimmer geputzt. Auch nur von außen.


















6. Ein lehrreiches Plakat mit Bäumen in die Büroecke gehängt. Gab's diese Woche beim blauen Discounter. Ich hab auch noch jeweils eins mit Schmetterlingen, Vögeln und Küchenkräutern.


















7. Einen blauen Tropenfrosch ins Bad gemalt. Den letzten Stand vom Badezimmer findet ihr hier.