Dienstag, 7. April 2020

Die Kirschblüte

Es ist vielleicht nicht ganz wie in Japan - vor allem nicht rosa, sondern weiß - aber auf jeden Fall auch sehr hübsch.


Montag, 6. April 2020

Buchtipp: "Die Pest" von Albert Camus

Na, das passt doch wie die Faust aufs Auge, oder?























Hinweis: 
Da es dieses Buch zweifellos noch aktuell im Handel gibt, handelt es sich bei diesem Beitrag vermutlich um Werbung. Unbezahlte und unaufgeforderte, aber eben scheinbar doch Werbung.
Macht aus dieser Info, was ihr wollt.

Weil wir doch alle daheimbleiben sollen, haben wir auch wieder mehr Zeit zum Lesen.
Ich präsentiere heute Weltliteratur, die nicht weh tut: Camus kann man ganz normal lesen. Ohne dadurch dümmer zu werden.

Erzählt wird ein (fiktiver) Ausbruch der Pest in Oran, einer Küstenstadt in Algerien, in den vierziger Jahren. Die Bewohner sind ganz gewöhnliche Leute, die viel arbeiten und am Wochenende ihren Vergnügungen nachgehen.
„Man wird wahrscheinlich sagen, dass das nicht nur für unsere Stadt charakteristisch ist und dass genaugenommen alle unsere Zeitgenossen so sind. Wahrscheinlich, heute ist ja nichts normaler, als Leute von morgens bis abends arbeiten zu sehen, die sich dann entscheiden, beim Kartenspiel, im Café und mit Geschwätz die Zeit zu vergeuden, die ihnen zum Leben bleibt.“

An einem Frühjahrsmorgen stolpert der Arzt Rieux über eine tote Ratte auf seiner Haustreppe. Er denkt sich nichts dabei, aber in den nächsten Tagen häufen sich die kleinen Kadaver überall. Die Stadtverwaltung sieht sich zum Handeln gezwungen und lässt die toten Ratten wegräumen. Dann stirbt der Concierge des Hauses mit abnorm geschwollenen Lymphknoten und hohem Fieber.
„Wie unsere Mitbürger nun merken sollten, hatten sie nie gedacht, dass unsere kleine Stadt ein besonders geeigneter Ort sein sollte, wo die Ratten in der Sonne sterben und Concierges an seltsamen Krankheiten zugrunde gehen. In dieser Hinsicht befanden sie genaugenommen im Irrtum und mussten ihre Vorstellungen revidieren. Wenn damit alles sein Bewenden gehabt hätte, wären sie sicher zu ihren Gewohnheiten zurückgekehrt.“

Aber auch andere sterben mit ähnlichen Symptomen, und nicht alle Toten sind arme Leute. Rieux und seine Kollegen müssen schließlich befürchten, dass es sich nicht nur um eine ansteckende Krankheit, sondern tatsächlich um die Pest handelt. Nun macht sich eine gewisse Ungläubigkeit breit, ein allgemeines Zögern.
„Plagen sind ja etwas Häufiges, aber es ist schwer, an Plagen zu glauben, wenn sie über einen hereinbrechen. […] Wenn ein Krieg ausbricht, sagen die Leute: „Das wird nicht lange dauern, das ist doch zu dumm.“ Und zweifellos ist ein Krieg mit Sicherheit zu dumm, aber er dauert trotzdem lange. […] Unsere Mitbürger waren nicht schuldiger als andere, sie vergaßen einfach nur, bescheiden zu sein, und sie dachten, alles sei für sie noch möglich, was voraussetzt, dass Plagen unmöglich sind. […] Sie hielten sich für frei, und niemand wird je frei sein, solange es Plagen gibt.“

Zunächst begnügt man sich mit „kleinen weiße Bekanntmachungen […], die die Präfektur schnell an den unauffälligsten Ecken der Stadt hatte ankleben lassen“ des Inhalts, dass einige Fälle eines bösartigen Fiebers aufgetreten seien, das man aber mit geeigneten Maßnahmen sicher bekämpfen könne, und dass man davon ausgehe, dass sich die Bevölkerung diszipliniert und ruhig verhalte.
Als die Sterbefälle weiterhin zunehmen, wird von der Regierung der Pestzustand erklärt und die Stadt vollständig geschlossen.

Auch das nimmt man zunächst eher als ärgerliche Einschränkung der eigenen Interessen wahr. Erst als sich mit der Sommerhitze die Pest immer schneller ausbreitet und sich die völlige Trennung von der Außenwelt auf unabsehbare Zeit ausweitet, nehmen Angst und Verzweiflung zu. Insbesondere die getrennten Liebenden leiden unter dem „Exil“. Wer sich zunächst noch mit unbegründeter Eifersucht quält, stumpft im Lauf der Monate ab. Er trauert zwar noch, aber verliert langsam die Hoffnung.
„Es muss einfach gesagt werden, die Pest hatte allen die Fähigkeit zur Liebe und sogar zur Freundschaft genommen. Denn die Liebe verlangt ein wenig Zukunft, und für uns gab es nur mehr Augenblicke.“

Mittlerweile sind Krankenhäuser, Notlazarette und Quarantänelager überfüllt, die Ärzte überarbeitet. Die Versorgungslage wird schlechter. Beerdigungen im eigentlichen Sinn gibt es nicht mehr, da nur noch zählt, die Ansteckungsgefahr durch die Toten in der brütenden Sommerhitze einzudämmen. Nachdem auch die Massengräber gefüllt sind, werden die Leichen in einem eigentlich ausgedienten Krematorium verbrannt.
Währenddessen bringt die Situation ans Licht, wie unterschiedliche Charaktere auf die Belastung reagieren. Ein Frischverliebter denkt nur an seine Flucht aus der Stadt und zu seiner Geliebten, ein Schwarzhändler organisiert einen Freiwilligendienst, ein alter Asthmakranker genießt die Unterhaltung durch die Nachrichten, und ein unentdeckter Verbrecher fühlt sich vorübergehend beruhigt und sicher. Rieux hält die pausenlose Arbeit davon ab, über seine schwerkranke Frau nachzugrübeln, die außerhalb der Stadt in einem Sanatorium untergebracht ist.

Auch im Herbst lässt die Pest noch nicht nach.
„es war so, als habe die Pest sich auf ihrem Höhepunkt gemütlich eingerichtet und verrichte nun ihre täglichen Morde mit der Präzision und Regelmäßigkeit eines guten Beamten.“
Trotzdem zeigt sich, dass die Freiwilligen nicht aufgeben, die Ärzte weiter arbeiten, und im Großen und Ganzen das Leben eben doch weiter geht – unter schlimmen Bedingungen zwar, aber es geht weiter.
Erst im Januar werden die Opfer weniger. Auch ein neues Serum, das den Verlauf der Krankheit abschwächen soll, beginnt Erfolge zu zeigen. Im Frühjahr ist die Pest endlich besiegt und die Stadt wird wieder geöffnet.

An diesem Buch mag ich den schlichten Aufbau, die durchdachten Überlegungen zu den Motiven und Handlungsweisen der Betroffenen, den leisen Humor, und natürlich auch die Spannung.
Früher habe ich die Pest in dem Buch eigentlich eher als eine Metapher verstanden. Ich dachte, es ginge da wohl mehr um Krieg und Exil. Kann auch gut sein, dass es wirklich so gedacht war, aber trotzdem interessant, wie genau es zur derzeitigen Situation passt (die ja, bei aller Tragik und Dramatik, im Vergleich eine harmlose ist).
Und – es ist im Grunde ein positives Buch. Nichts wird beschönigt oder verherrlicht, aber doch gezeigt, dass Anstand und Solidarität die einzigen Mittel sind, die "die Pest" besiegen können.

Sonntag, 5. April 2020

Sonnenplätze


















Nachts friert es zwar noch, aber so gegen neun Uhr morgens kann man es an einem geschützten Plätzchen schon ganz gut aushalten.






































 

In diesem Sinne:


















(Katzen, Krähe und Stein gesehen in Oberprechtal)

Freitag, 3. April 2020

Behelfs-Mundschutz DIY

Ich muss zum Glück (noch) keinen Mund- und Nasenschutz tragen, aber in letzter Zeit pflegen sich die Dinge ja sehr schnell zu ändern.

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Eine selbstgemachte Schutzmaske aus Stoff schützt ihren Träger nicht vor Viren!
Sie kann aber dazu beitragen, andere Leute nicht anzustecken, wenn der Träger selbst infiziert ist und das möglicherweise noch gar nicht weiß.
Außerdem kann man sich immerhin nicht an Mund und Nase langen, wenn man so ein Ding aufhat. Alle anderen Sicherheitsmaßnahmen müssen weiterhin beachtet werden, ob man so eine DIY-Maske trägt oder nicht: Also Abstand halten und Hände waschen!

So viel dazu. Wir sind uns derzeit ja noch nicht ganz einig, ob die Dinger was nützen, aber ich fühle mich besser, wenn ich zumindest ein paar im Haus habe und weiß, wie ich mehr machen kann.
























Ihr braucht:
  • 2 Quadrate, je 17 x 17 cm aus kochfestem Baumwollstoff, durch den man noch atmen kann, wenn er doppelt liegt. Probiert das vorher aus!
  • 2 Stück Gummilitze, je 20 cm
  • 1 Pfeifenputzer, 17 cm
  • Baumwollwäscheband, kochfest (Schrägband finde ich persönlich zu dick)
So, kann's losgehen?

Ihr legt die beiden Stoffquadrate aufeinander (wenn sie schöne Seiten haben: diese nach oben) und fasst zwei gegenüberliegende Kanten mit dem Wäscheband so ein, dass sich auf einer Seite der Pfeifenputzer reinschieben lässt.


















An dem Pfeifenputzer biegt ihr an beiden Seiten einen halben Zentimeter um 180° um, damit er sich hinterher nicht durch den Stoff piekt.
Und rein damit.
Die Seite mit dem Draht ist später oben. Damit kann man die Maske nämlich etwas an die Nasenform anpassen.


















Dann legt ihr den Stoff in drei Falten. Die müssen nicht so schief sein wie meine, dürfen sie aber.
Hier müssen auch keine Nähte sauber aufeinandertreffen oder exakt gerade sein. Es handelt sich hier nicht um haute couture.
Ihr solltet nur bei den Falten gucken, dass der Stoff ungefähr überall doppelt liegt, damit die kurzen Seiten schön schmal werden. So um die 7 cm sollten sie haben.



















Dann fasst ihr die kurzen Seiten auch mit Schrägband ein und näht anschließend die Gummibänder als Schlaufen fest.


















Wenn ihr den Mundschutz aufsetzt, könnt ihr jetzt das Mittelteil schnauzenförmig aufwölben und am Draht so lange rumbiegen, bis das Ding halbwegs bequem über der Nase sitzt.

Sehr angenehm ist so eine Maske nicht zu tragen. Man schnauft darunter halt so vor sich hin. Ich kann allerdings auch nicht beurteilen, wie sich eine professionelle Schutzmaske trägt.

Die gute Nachricht ist: Die Dinger zu nähen ist wirklich ganz einfach.
Eine zur Übung, dann läuft's.

Ach, eins noch:
Nach dem Tragen muss der Mundschutz natürlich in die Waschmaschine oder auf dem Herd fünf Minuten lang ausgekocht werden. Dann sind eventuelle Viren wieder hinüber.

Übrigens könnte ihr einiges ändern oder ersetzen:
  • statt zwei Quadraten geht ein Rechteck 17 x 34 cm natürlich viel schneller.  Ich mache das mit den zwei Quadraten bloß, weil ich Stoffreste verwende und gerne ein nettes Muster haben möchte - reine Spielerei!
  • statt der Gummibänder könnt ihr einfach längere Bänder an die Langseiten nähen und den Mundschutz mit zwei Schleifchen am Hinterkopf und Nacken schließen
  • statt Pfeifenputzer geht natürlich auch ein anderer dünner Draht
  • oder den Draht ganz weglassen. Das drückt dann allerdings mehr auf die Nase.
  • das Wäscheband kann auch durch Stoffstreifen ersetzt werden. Dann beim Einfassen Zickzackstich verwenden und damit gleichzeitig die Kanten versäubern.
  • Die Größe kann auch variiert werden.
Wer gar nicht nähen kann oder keine Nähmaschine hat, kann sich auch Einmal-Papiermasken aus Haushaltspapier und etwas Klebeband basteln und die Gummibänder festtackern. Dazu gibt's auch Anleitungen im Netz, stöbert mal rum!

Donnerstag, 2. April 2020

Am Erzenbach


















Es ist ja nicht so, als hätte ich hier nur noch Bilder von Spaziergängen.
Nein, nein.
Ich hab auch Bilder von Fahrradtouren!


















Letzten Sonntag bin ich ein Stück weit ein Tal  hoch gefahren, das ich noch nicht kannte.
Seht ihr die Schafe links unten?























Da waren zwei Böcke mit großartigen Mähnen und gedrehten Hörnern dabei. Leider haben sie mich nur einmal kurz gemustert und dann weitergegrast, als ich die Kamera knipsbereit hatte. Nochmal hergucken war nicht drin.


















Ein Stück weiter ein richtiges altes Backhäuschen samt, öhm, Brotschaufel? Brotschieber? Also das Ding, das da griffbereit unterm Dach hängt.
Der Rauch kommt wohl in erster Linie vorne raus, denn da ist alles schwarz.
























Räumliche Wirkung auf Fotos ist so eine Sache. Hier bin ich umgekehrt, weil es mir zu steil wurde.
Auf dem Bild sieht es aus, als ginge die Straße erst leicht bergab und dann gelinde bergan. Dem war nicht so.
Erst geht erst ordentlich und dann so richtig herb bergauf.



















Auf dem Rückweg noch ein paar Schafe und ein Indianerzelt...


















... sowie dieses besonders gemütlich wirkende Haus.

Dienstag, 31. März 2020

Noch ein Spaziergang























Na, könnt ihr noch mehr Schwarzwald im Frühling ertragen?


















Falls nicht... kann ich es auch nicht ändern, fürchte ich.

























Schmusebäume!

























Der Storch scheint immer noch alleine hier zu sein, was mich ein bisschen unruhig macht. Hoffentlich kommt sein Partner noch verspätet aus dem Winterquartier.


















Die Pflaumenblüten haben ein paar Frostflecken, aber das sieht nicht weiter tragisch aus.























Einfach schön, wenn es überall wieder frisch grün wird!

Montag, 30. März 2020

Es ostert.


















Die Hasenfamilie hat auf dem Bücherregal Platz genommen. Ich glaube, die sind aus dem Erzgebirge - auf jeden Fall schon recht alt. Ich mag sie sehr.























Einen kleinen Osterstrauch hab ich auch schon gebastelt. Auch die Holzeier sind teilweise Familienerbstücke.
Brilliantcolliers haben wir leider keine, aber dafür hübsche Ostersachen.























Für den Balkon habe ich ein paar Eier aus Ton oder sowas gefunden. Die hab ich mal selber gekauft. Ich weiß nicht, ob sie für den Außenbereich geeignet sind, aber für drinnen sind sie einfach zu schwer - Zweiglein in der Vase biegen die einfach runter. Auf dem Balkon fliegen sie zumindest nicht so rum wie Plastikeier und sehen auch hübscher aus.


















Ein seltener, aber gern gesehener Gast - ein Marienkäfer gegen jetzt bereits 5.000 Blattläuse. Hau rein, Junge, hau rein!


















Der Klee wächst...























und die Erlen sprießen.























Als Material für Blumentöpfe ist Plastik allerdings gar nicht schlecht - leicht, billig, frostfest. Und manchmal giftgrün! Das knallt.


















Die Bienchen mögen die Pyjamahyazinthen...























und ich mag die kleinen Osterglöckchen, die jetzt gerade anfangen zu blühen.