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Dienstag, 19. Mai 2020

TV-Haube DIY























Bei uns nennt das Ding natürlich niemand die "TV-Haube".
Eher "den Lappen, der über den Fernseher kommt" oder schlicht "die Nilpferde".


















Der Nutzen liegt auf der Hand: Man sieht den hässlichen schwarzen Bildschirm nicht mehr.


















Vielleicht bringt das Teil auch was gegen Staub, aber der optische Aspekt stand schon im Vordergrund.
Ich habe ein Rechteck aus Stoff in der Höhe ca. 6 cm und in der Breite ca. 12 cm länger als der Bildschirm zugeschnitten, versäubert, und die beiden Kanten links und  rechts je 5 cm links auf links, die obere 4 cm umgeschlagen, und die Ecken befestigt wie gleich folgt.
Die übrigen cm sind für die Bildschirm-"Tiefe". Der ist ja nicht zweidimensional, sondern so ca. 2 cm dick, je nach Modell. Aber wie man auch ein Taschenbuch in einen flachen Briefumschlag stecken kann, wenn der ein bisschen größer ist, geht das hier auch. Messt das bei eurem Bildschirm aus oder besser: probiert herum, bis es passt!


















Die Ecken näht ihr also an der blau markierten Naht durch alle Stoffschichten, an der rot markierten nur durch die umschlagenen Stücke.

Der Bezug wird dann an den oberen Ecken genommen und dem Fernseher aufgesetzt. Geht sogar mit Regalbrett obendrüber.


















Gewebte Baumwollstoffe sind prima zu verarbeiten und lassen sich gut bügeln.
Nilpferdmotive sind optional, aber zu bevorzugen...
Dazu braucht man mit Bügeln und Rumprobieren und Ecken nicht auf Anhieb gefaltet kriegen maximal eine halbe Stunde.
Hat sich gelohnt.

Montag, 13. April 2020

DIY-Mundschutz 2.0: Besser, schneller, weniger Material


















Ein wichtiger Hinweis vorweg: Eine selbstgemachte Schutzmaske aus Stoff schützt ihren Träger nicht vor Viren!
Sie kann aber dazu beitragen, andere Leute nicht anzustecken, wenn der Träger selbst infiziert ist und das möglicherweise noch gar nicht weiß.
Außerdem kann man sich immerhin nicht an Mund und Nase langen, wenn man so ein Ding aufhat. Alle anderen Sicherheitsmaßnahmen müssen weiterhin beachtet werden, ob man so eine DIY-Maske trägt oder nicht: Also Abstand halten und Hände waschen!

Neulich hatte ich schon mal eine Anleitung geschrieben, aber inzwischen hab ich dies und das dazu gelernt. Jetzt kann ich bessere Masken schneller und aus weniger Material nähen.
Meine Erkenntnisse will ich euch natürlich nicht vorenthalten!

Also, los geht's.


















Ihr braucht:
  • 2 Quadrate, je 17 x 17 cm, aus kochfestem Baumwollstoff, durch den man noch atmen kann, wenn er doppelt liegt. Probiert das vorher aus!
  • 2 Stück Gummilitze, je 20 cm
  • Nähgarn 
Außerdem Nähmaschine, Schere, Bügeleisen.


















Ihr legt die beiden Stoffquadrate aufeinander (wenn sie schöne Seiten haben: diese innen), und näht einmal rundrum, wobei ihre eine Lücke zum Wenden lasst.
Die Ecken könnt ihr abschneiden, dann wird's hübscher.


















In die Lücke greifen, wenden, platt bügeln.


















Jetzt legt ihr den Stoff so wie hier in eine große Kellerfalte und bügelt noch mal alles.


















Noch mal von der Seite: So sollte es ungefähr aussehen.


















Jetzt dreht ihr die Maske um und näht mit einer langen Naht am Rand entlang die Lücke zu, den Rand und die Falten fest und auch gleich noch die Gummibandschlaufen für die Ohren mit an.
Es macht nichts, wenn ihr irgendwo nicht gleich perfekt trefft, dann näht ihr die Stelle noch mal nach.


















Wieder umgedreht könnt ihr die Maske in eine Schnauzenform aufstülpen und aufsetzten.

Durch die Kellerfalte sitzt die Maske ohne Draht ganz gut auf der Nase und das Atmen bleibt halbwegs komfortabel.

Nach dem Tragen muss der Mundschutz natürlich in die Waschmaschine oder auf dem Herd fünf Minuten lang ausgekocht werden. Dann sind eventuelle Viren wieder hinüber.


















Geht auch gut mit Dino-Muster.

Freitag, 3. April 2020

Behelfs-Mundschutz DIY

Bevor ihr hier weiterlest, ein Tipp: Inzwischen habe ich eine Anleitung für bessere Masken aus weniger Material geschrieben.

Ich muss zum Glück (noch) keinen Mund- und Nasenschutz tragen, aber in letzter Zeit pflegen sich die Dinge ja sehr schnell zu ändern.

Ein wichtiger Hinweis vorweg: Eine selbstgemachte Schutzmaske aus Stoff schützt ihren Träger nicht vor Viren!
Sie kann aber dazu beitragen, andere Leute nicht anzustecken, wenn der Träger selbst infiziert ist und das möglicherweise noch gar nicht weiß.
Außerdem kann man sich immerhin nicht an Mund und Nase langen, wenn man so ein Ding aufhat. Alle anderen Sicherheitsmaßnahmen müssen weiterhin beachtet werden, ob man so eine DIY-Maske trägt oder nicht: Also Abstand halten und Hände waschen!

So viel dazu. Wir sind uns derzeit ja noch nicht ganz einig, ob die Dinger was nützen, aber ich fühle mich besser, wenn ich zumindest ein paar im Haus habe und weiß, wie ich mehr machen kann.
























Ihr braucht:
  • 2 Quadrate, je 17 x 17 cm aus kochfestem Baumwollstoff, durch den man noch atmen kann, wenn er doppelt liegt. Probiert das vorher aus!
  • 2 Stück Gummilitze, je 20 cm
  • 1 Pfeifenputzer, 17 cm
  • Baumwollwäscheband, kochfest (Schrägband finde ich persönlich zu dick)
So, kann's losgehen?

Ihr legt die beiden Stoffquadrate aufeinander (wenn sie schöne Seiten haben: diese nach oben) und fasst zwei gegenüberliegende Kanten mit dem Wäscheband so ein, dass sich auf einer Seite der Pfeifenputzer reinschieben lässt.


















An dem Pfeifenputzer biegt ihr an beiden Seiten einen halben Zentimeter um 180° um, damit er sich hinterher nicht durch den Stoff piekt.
Und rein damit.
Die Seite mit dem Draht ist später oben. Damit kann man die Maske nämlich etwas an die Nasenform anpassen.


















Dann legt ihr den Stoff in drei Falten. Die müssen nicht so schief sein wie meine, dürfen sie aber.
Hier müssen auch keine Nähte sauber aufeinandertreffen oder exakt gerade sein. Es handelt sich hier nicht um haute couture.
Ihr solltet nur bei den Falten gucken, dass der Stoff ungefähr überall doppelt liegt, damit die kurzen Seiten schön schmal werden. So um die 7 cm sollten sie haben.



















Dann fasst ihr die kurzen Seiten auch mit Schrägband ein und näht anschließend die Gummibänder als Schlaufen fest.


















Wenn ihr den Mundschutz aufsetzt, könnt ihr jetzt das Mittelteil schnauzenförmig aufwölben und am Draht so lange rumbiegen, bis das Ding halbwegs bequem über der Nase sitzt.

Sehr angenehm ist so eine Maske nicht zu tragen. Man schnauft darunter halt so vor sich hin. Ich kann allerdings auch nicht beurteilen, wie sich eine professionelle Schutzmaske trägt.

Die gute Nachricht ist: Die Dinger zu nähen ist wirklich ganz einfach.
Eine zur Übung, dann läuft's.

Ach, eins noch:
Nach dem Tragen muss der Mundschutz natürlich in die Waschmaschine oder auf dem Herd fünf Minuten lang ausgekocht werden. Dann sind eventuelle Viren wieder hinüber.

Übrigens könnte ihr einiges ändern oder ersetzen:
  • statt zwei Quadraten geht ein Rechteck 17 x 34 cm natürlich viel schneller.  Ich mache das mit den zwei Quadraten bloß, weil ich Stoffreste verwende und gerne ein nettes Muster haben möchte - reine Spielerei!
  • statt der Gummibänder könnt ihr einfach längere Bänder an die Langseiten nähen und den Mundschutz mit zwei Schleifchen am Hinterkopf und Nacken schließen
  • statt Pfeifenputzer geht natürlich auch ein anderer dünner Draht
  • oder den Draht ganz weglassen. Das drückt dann allerdings mehr auf die Nase.
  • das Wäscheband kann auch durch Stoffstreifen ersetzt werden. Dann beim Einfassen Zickzackstich verwenden und damit gleichzeitig die Kanten versäubern.
  • Die Größe kann auch variiert werden.
Wer gar nicht nähen kann oder keine Nähmaschine hat, kann sich auch Einmal-Papiermasken aus Haushaltspapier und etwas Klebeband basteln und die Gummibänder festtackern. Dazu gibt's auch Anleitungen im Netz, stöbert mal rum!

Samstag, 25. Mai 2019

Wie man ein Uhrenarmband wechselt


















Ein Uhrenarmband wechseln ist so einfach, dass eine Anleitung fast schon übertrieben ist. Aber trotzdem - wenn man etwas noch nie gemacht hat, hilft es zu wissen, wie es funktioniert.
Ich rede hier über Leder- oder Textilarmbänder. Metallarmbänder sind möglicherweise anders befestigt, da kann ich nicht mitreden.
Lest bitte die ganze Anleitung einmal ganz durch, bevor ihr anfangt. Das hilft!


















Um dem Achtung-hier-könnte-Werbung-drin-sein-Gedöns zu entkommen, hab ich mir eine Uhr ausgesucht, deren Hersteller es nicht mehr gibt. Ich Fuchs.

Hier ist das Armband noch dran, das ab soll. 
Unter der Lederschlaufe ist ein kleiner Metallstift mit einer Feder drin, der an beiden Enden im Uhrengehäuse festgeklemmt ist. Ihr seht das Teil gleich, wenn's ab ist.


















Ihr nehmt einen kleinen Schlitzschraubenzieher (so einer, der vorne einfach flach ist) und drückt die Federung der Metallstange zusammen. Das kann man auch mit einem kräftigen Fingernagel machen - meine halten das nicht aus, die sind zu dünn.
Dann drückt man den Stift aus der Halterung raus und zieht ihn aus der Schlaufe:


















Jetzt sieht man, wie das Ding funktioniert. Die dünnen Enden kann man in das dickere Mittelteil zusammendrücken, und sobald der Druck nachlässt, kommen sie wieder raus. In der Halterung am Gehäuse sind zwei kleine Löcher, in denen die Enden einrasten.


















Die Stifte fummelt man in die Schlaufen vom neuen Armband rein, drückt sie mit zwei Fingern zusammen und pfriemelt sie wieder in die Halterung, bis sie einrasten.
Auch das geht ohne Schraubenzieher, aber mit ist es einfacher. Es ist schon ein bisschen Fummelei. Bei einigen Uhren mehr, bei anderen geht es leichter.


















Dabei bitte eins beachten: Das Ende mit der Schnalle dran muss an die Seite, an der die 12 auf dem Ziffernblatt ist:


















Sonst habt ihr die Uhr später falsch rum am Handgelenk. Das wäre doof.


















Und das war's auch schon.
Wo man Uhrenarmbänder kaufen kann, ist meist auch jemand, der sie kostenlos austauscht, aber selber können kann nicht schaden - man braucht z.B. nicht in der Schlange stehen und warten, man kann sich Armbänder online bestellen, und man hat vor allem das gute Gefühl, etwas selbst gemacht zu haben. Auch wenn's nur eine Kleinigkeit ist.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Uhr für umme

Die schöne Schauseite...

















Wenn ihr ein altes Uhrwerk samt Zeigern und eine schöne Werbepostkarte habt, könnte ihr euch in ein paar Minuten eine schicke Uhr basteln. Ganz umsonst.

... un die traurige Wahrheit auf der Rückseite.

















Man nehme die Postkarte, bohre da, wo die Zeiger hinsollen, ein Loch durch (das geht natürlich auch ordentlich und ohne ausgefransten Rand) und stupfe das runde Teil, auf dem die Zeiger sitzen, da hindurch. Besagte Zeiger natürlich vorher abnehmen und hinterher wieder drauf setzen.

Wer vorher drüber nachdenkt, wie die Stützfüßchen auf der Rückseite beschaffen sein sollten, damit das Kunstwerk nicht umkippt, ist im Vorteil. Ebenfalls der, der das Loch für die Zeiger etwas weiter unten in Karte bohrt (je nach Motiv muss das ja nicht in der Mitte sein), dann steht das Uhrwerk nämlich selber.
Alle anderen kleben wie ich eben solange Füßchen an, bis es hält... Tesafilm genügt. Natürlich auch für das Uhrwerk - wenn man die Postkarte lange genug angeschaut hat, kann man nämlich die nächste nehmen.

Dienstag, 6. Juni 2017

Schimmel und Silikonfugen

Heute mal ein Haushaltstipp von mir. Das gibt es nicht so oft, denn schließlich bin ich keine Hausfrau. Aber ab und zu weiß ich trotzdem was.

Schimmel und Silikonfugen: Eine ungute Mischung.
Am besten kommt das natürlich in transparentem Silikon. Da sieht man dann den ganzen Schimmelpilz in seiner vollen Schönheit (möglicherweise ist das sogar ein Grund dafür, dass in den letzten Jahren schwarze und anthrazitfarbene Badezimmerfliesen so modern waren. In schwarzem Silikon fällt kein Schimmel auf).


















Ja. Wenn man genug lüftet und die Fugen nach dem Duschen trocken wischt, muss es gar nicht so weit kommen. Aber wenn man eine gebrauchte Wohnung übernimmt, übernimmt man den Schimmel eben auch.
Schimmel-Ex zum Aufsprühen hilft nach meiner Erfahrung möglicherweise gegen neuen Schimmel, aber ganz bestimmt nicht gegen welchen, der schon da ist.


















Dagegen hilft Chlorbleiche ("Eau de Javel"). Diese dankbare Zeug gibt es in der gut sortierten Drogerie (bei "Müller" z.B.) oder online.
Weil die Bleiche aber recht schnell trocknet und dann nicht mehr wirkt, greift man zu diesem Trick: Man zieht sich Gummihandschuhe an, nimmt in Streifen gerissenes Haushalts- oder Toilettenpapier, rollt es ein bisschen zusammen, tränkt es mit Bleiche und pappt das auf die Fugen. Hält genialerweise auch auf senkrechten Fugen.
Dann lässt man es mindestens 12 Stunden einwirken. Wenn die Bleiche anfängt zu reagieren, duftet sie ganz grässlich nach Badeanstalt. Also: Fenster auf!


















Dann zieht man das Papier ab, spült mit Wasser noch mal gründlich nach und freut sich wie ein Schneekönig.
Das ist wirklich die gleiche Fuge wie auf dem ersten Bild, ich schwör!

Freitag, 10. Februar 2017

Buntes Leuchtelicht























Wer sich auch ein Leuchtelicht basteln möchte, braucht:
  • ein leeres, sauberes Einmachglas
  • etwas Paketschnur 
  • Zwirn oder dergleichen zum Perlenauffäden 
  • Glasperlen
  • Modeschmuckanhänger oder Draht und noch mehr Perlen
  • ein Teelicht oder so ein Fake-Dings mit LED-Lämpchen.























Dafür braucht ihr eigentlich keine Anleitung, oder?

Na, für alle, die ganz sicher gehen möchten:
Zuerst wickelt ihr ein bisschen Paketschnur oben um das Gewinde vom Glas, wo normalerweise der Deckel drauf gehört, damit das nicht mehr so auffällt, und je nach Geschmack auch noch weiter unten.
Die Schnur müsste durch simples Verknoten fest genug halten, um nicht runter zu rutschen. Nehmt lieber ein paar kürzere Stücke, die nur zwei, drei mal um das Glas herumreichen als ein einziges ewig langes Ende.
Dann fädelt ihr die Perlen und die Anhänger auf den Zwirn, wickelt das auf oben rum und verknotet das auch.
Wer keine Anhänger hat, bastelt sich welche aus Draht und Perlen.
Dann stellt ihr euer Teelicht rein, fertig. Jetzt nur noch freuen!























Variationsmöglichkeiten gibt es da natürlich wie Sand am Meer: Wolle, Satinbänder oder Bast statt Paketschnur, Perlen aus Holz oder Metall, ein farbiges Glas... und genau, apropos Meer: Sehr hübsch könnte ich mir auch perlmuttfarbene Plastikperlen mit ein paar durchbohrten Muscheln und eine Handvoll Sand unter dem Teelicht vorstellen.
Ich habe hier entgegen meiner Gewohnheit tatsächlich ein LED-Lämpchen benutzt. In Orange.
Nicht so hübsch wie eine echte Kerze, flackert aber nicht, rußt nicht und man kann das Leuchtelicht hinstellen, wo man will.

Freitag, 9. Dezember 2016

Taschentuch-Patchwork - ein Versuch

 





















Das Internet ist ja voll mit süßen Einrichtungs-DIY-Ideen, von denen mehr als zweifelhaft ist, ob man sie tatsächlich verwirklichen kann, wenn man kein gelernter Tischler/Maler/Schneider/Polsterer/Stukkateur mit eigener Werkstatt und mehrjähriger Berufserfahrung ist.

Aber Gardinen aus Taschentüchern gehen tatsächlich. Seht her!


















Erstmal braucht ihr eine ziemliche Menge Taschen- oder Einstecktücher. Ich hatte ein paar alte von meiner Mutter, welche, die ich zur Konfirmation geschenkt bekommen habe und ein Stapelchen aus einem "Zum-Mitnehmen"-Karton. Einige waren unbenutzt, einige offenbar tausendmal gewaschen. Zwei mit Häkelspitze und Handstickerei hab ich nicht mitvernäht, die waren mir zu schade.
Jedenfalls solltet ihr waschen, wer es nötig hat, und alle einmal bügeln.


















Dann sagt ihr auf Wiedersehen zu euren Kniescheiben und legt die Tücher überlappend zu einem Rechteck in der Größe, die ihr haben wollt, zusammen.
Glaubt mir: das dauert.
Taschentücher haben nämlich keine Normgröße. Was ja auch irgendwie beruhigend ist - die EU regelt doch nicht alles.
Die untere Kante (links im Bild) hab ich zum Schluss gerade abgeschnitten und versäubert. Ganz ohne Verschnitt ging es nicht.


















Und ja, ihr rutscht noch weiter auf den Knien auf dem Boden herum. Jetzt müsst ihr nämlich mit schrecklich vielen Stecknadeln alles so zusammenstecken, dass ihr es am Stück aufheben und unter die Nähmaschine legen könnt.


















Nebenbei: Gerade dieses Muster macht mich immer fröhlich. Ich weiß nicht, woran es liegt. aber es ist toll.


















Dann näht ihr die Tücher zusammen. Ich habe erst die Längsnähte geschlossen und dann die Quernähte, damit das Gebilde möglichst schnell etwas stabiler wird.


















Das wird auf keinen Fall perfekt, weil die Taschentücher nicht nur unterschiedlich groß, sondern auch schief sind. Macht aber nix, hinterher sieht es gerade deshalb nett aus.























Also: Da hat das Internet Recht, das kann man wirklich selber machen, wenn man ein ganz kleines bisschen Näherfahrung und etwas Geduld mitbringt.

Die Gardine im Einsatz könnt ihr übrigens hier sehen!

Montag, 29. August 2016

Geheimfach


















Wer
  • etwas Geduld, 
  • ein schlechtes, gebundenes Buch, 
  • Papierleim,
  • Klebstoff,
  • Lineal,
  • Bleistift und 
  • eine Schneidfeder (evtl. geht auch ein scharfes, stabiles Messer, ein Schnitzmesser z.B., aber keinen "Cutter"!)
hat, kann sich ein spitzenmäßiges Geheimfach in einem Buch basteln. Durch Aushöhlen.

Erstmal nehmt ihr alle Seiten einschließlich der beiseite, die ihr zum Schluss als Show-Seite für die Öffnung haben wollt. Bei mir war das die, wo der Herr Oberrechnungsrat Degen seinen Angeberstempel falschrum reingehauen hat. So was muss erhalten bleiben.

Bevor es jetzt weitergeht und alle Buchliebhaber das kalte Grausen kriegen: Ich habe lange gesucht, bis ich ein Buch hatte, das hübsch gebunden war und dabei echt schlecht war. "Bissula" ist künstlerisch gesehen Massenware, und inhaltlich völkischer Müll voller heldenhafter Germanen (mit zu wenig Lebensraum) und dekadenter Römer, die dem schwachen Christengott huldigen. Sogar ein bisschen Antisemitismus hat der Autor da noch reingeprökelt. Trotzdem - der Druck war sehr schön, das Papier hochwertig, und dann war es halt alt - so ganz leicht gefallen ist mir das auch nicht.

Dann streicht ihr alle darunterliegenden Seiten am Schnitt sorgfältig mit Papierleim an.


Zum Trocknen packt ihr einen kleinen Schreibblock oder was anderes dazwischen, das verhindert, dass der Buchblock an den losen, oberen Seiten festklebt, und beschwert das Buch zum Trocknen. Mit anderen Büchern oder so.


















Wenn es gut getrocknet ist, zeichnet ihr auf die erste Seite des geleimten Blocks ein Viereck in der gewünschten Größe der Öffnung auf.
Sollte euer Buch wie meins alt und schief verzogen sein, macht die lieber nicht zu groß.























Dann könnt ihr anfangen, die Seiten auszuschneiden. Für die ersten paar Schnitte solltet ihr das Lineal anlegen, damit die auch gerade werden.


















Ungefähr in dieser Tiefe wisst ihr dann auch, weshalb ihr eine Schneidfeder oder dergleichen braucht und kein Teppichmesser/Cutter, also die Dinger mit den herausschiebbaren Klingen zum Abbrechen. Bei denen ist die Klinge ja naturgemäß ganz kurz, und mit dem Griff macht ihr die oberen Seiten kaputt. Und bringt euch vor Mühe halb um.


















Das Schneiden ist nämlich eine langwierige und ziemlich anstrengende Arbeit. Unterschätzt das nicht.
Ich hab tatsächlich Muskelkater im linken Arm bekommen - also in dem, mit dem ich das Buch beim Schneiden festgehalten hab.























Vor allem oben rechts könnt ihr gut sehen, was das Teppichmesser anrichtet.

Und tröstet euch, wenn's nicht 100%ig gerade wird: Hab ich auch nicht geschafft. 

Nach ein paar Stunden Arbeit habt ihr irgendwann unten das Vorsatzpapier erreicht. Herzlichen Glückwunsch.


















Jetzt streicht ihr auch die Innenseite der Öffnung mit Leim an (wenn was locker geworden sein sollte, den Schnitt auch noch mal), lasst alles wieder gut beschwert trocknen und klebt die Show-Seite über die Öffnung. Das hab ich mit Klebstoff gemacht.


















Dann schneidet ihr ganz vorsichtig die Show-Seite auch aus, und jawoll - jetzt seid ihr fertig.























Das Tolle ist, es sieht wirklich immer noch aus wie ein echtes, vollständiges Buch.


















Von allen Seiten. Das hier sieht nur so schief aus, weil das Buch über 130 Jahre alt war.

Und da könnte ihr jetzt Bargeld, Datensticks, Schlüssel, Brillantdiademe, oder was auch immer Mutti sonst nicht wissen darf drin aufbewahren.
Im Bücherregal versteckt findet das kein Mensch.


















Also - außer meins jetzt, weil's im Internet steht.
Mist!