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Samstag, 23. Dezember 2023

Biber, Bäume und Bücher. Und Wölfe.

Kurz vor Weihnachten noch ein kleines Sammelsurium.

Vor ein paar Tagen hat ein Biber Elzach auf dem Wasserweg durchquert und zwischen Parkplatz und Innenstadt deutliche Spuren hinterlassen.














Biber sind in Sachen Natur und Klima sozusagen Superhelden. Wenn man sie nur ließe, könnten sie einiges in unserem vom Menschen totgewirtschafteten Land wieder gut machen, Lebensräume für seltene Arten schaffen und den Grundwasserspiegel erhöhen.

Da sie aber ab und zu eine Straße oder eine Wiese überfluten oder Bäume fällen, lässt man sie leider immer noch viel zu wenig.

Drückt mir und vor allem dem Biber die Daumen, dass es ihm nicht geht wie den Wölfen am Schluchsee. Die gesamte Kleinfamilie (Vater, Mutter und ein Kind, von den Medien gerne dramatisch "das Rudel" genannt), soll nun abgeschossen werden, weil einer davon Rinder gerissen hat. Natürlich hat er das: wohlgenährte Rinder, die hinter einem einzigen auf Kniehöhe angebrachten Elektrodraht gehalten werden, also sozusagen ein Geschenkband um den Bauch tragen - da wäre man als Wolf ja schön blöd, wenn man stattdessen aufwändig Rehen hinterher rennen würde. 

Und schon erlaubt die grüne Landesregierung, dass ein artengeschütztes Tier flugs wieder ausgerottet wird. Von Einfangen und Umsiedeln war übrigens auch nie die Rede. Wer stört, wird getötet, fertig. 

Und das kurz vor Weihnachten! Friede auf Erden geht irgendwie anders.














Na, schauen wir uns zum Abkühlen einen schönen Baum am Waldrand an. Der ist gar nicht besonders groß oder alt, sieht aber jetzt schon mächtig geheimnisvoll aus. 

Bitte lasst ihn stehen.

Und zum Schluss noch ein paar relativ sichere Lieblinge von mir. 

Bücher werden weder gefällt noch erschossen, und wenn die AfD nicht die nächste Regierung stellt, werden sie in absehbarer Zeit auch nicht verbrannt.











Diese kleinen Schätzchen habe ich geschenkt bekomme und zeige sie ausführlicher in einem kleinen Video:

 

 
 
Einfach nur so zur Entspannung.

Ich wünsche allen, die feiern, Frohe Weihnachten, und allen anderen schön freie Tage!
 
Dieser Beitrag spielt mit bei der Winterglück-Linkparty bei Loretta und Wolfgang!

Montag, 26. September 2022

Sonntagsradelrunde

 ... ich war mal wieder beim Siebenfelsen. Keine lange Tour, hin und zurück knappe 17 Kilometer, aber eine steile - 540 Höhenmeter rauf und dann natürlich auch wieder runter. Da merkt man, was man getan hat.

Wie sich herausstellte, kommt mein neuer Fotoapparat mit schlechteren Lichtverhältnissen nicht so gut zurecht. Deswegen ist das eine oder andere Bild etwas krüsselig. Aber die Atmosphäre kommt rüber, denke ich.

Freundliche Rinder im Dreierpack
frozen cat geruhte nur die Augäpfel zu bewegen.
Nasse Golddisteln
Hübsch, aber doof: Drei Tauben, die immer ein paar Meter vor mir wieder landeten
Jede Menge Äpfel
Der letzte Hof im Tal
Und kurz vor dem Ende der Welt ein Haufen Sperrmüll im Wald. Super.
Ein bisschen Märchenwald zum Glück ohne Müll
Bizarr wie immer: Der Siebenfelsen
Was für eine Wohnlage - da geht nicht mal ein Wanderweg dran vorbei
Immer wieder eine feine Tour!

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Gefährliche Literatur


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Man denkt ja immer, Lesen sei ein tendenziell eher ungefährliches Hobby. Also - es sei denn, man wäre vielleicht geistig von Anfang an ein bisschen schwach ausgerüstet und mache sich dann über bösartiges oder dummes oder bösartiges und dummes Geschreibsel im Internet her. Das scheint tatsächlich üble Folgen zu haben.
Aber mit Weltliteratur kann einem doch wohl nichts passieren? 

Hier seht ihr: Thomas Mann, Joseph und seine Brüder, 1.324 Seiten auf Bibelpapier in einem Band. 
Gewicht: 1,4 kg.
(Übrigens eine gute Wahl, wenn man wirklich lange Romane mag und einen ausführlichste Dialoge nicht abschrecken.)

Das kann man locker flockig mit einer Hand so seitlich nach hinten weg über das Handgelenk auf den Sofatisch legen, aber offensichtlich sollte man nicht.
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Hier seht ihr meinen rechten kleinen Finger mit einem eine Woche alten Gelenkkapselriss. Holt man sich sonst bevorzugt beim Volleyball. Glaubt man der Statistik und der Ärztin, darf ich mich auf weitere fünf Wochen in diesem Zustand freuen.
 
Übrigens hab ich eine ganze Weile gegrübelt, bis ich darauf gekommen bin, dass Thomas Mann schuld ist. Die Verletzung fiel mir nämlich erst hinterher irgendwann auf, als der Finger rot und schmerzhaft und dann irgendwann würstchenförmig wurde, aber außer am PC sitzen und arbeiten und später auf dem Sofa sitzen und lesen, hatte ich an dem Tag einfach nichts gemacht. Schon gar nicht Volleyball gespielt. Mit dieser dämlichen Sportart hat man mich zu Schulzeiten genug gequält.

Tja, passend zum Advent habe ich mir (unter anderem) eine weihnachtsmannrote Pappschiene gebastelt und hoffe auf Besserung.
Joseph und seine Brüder fasse ich jetzt vorsichtshalber lieber mit beiden Händen an.
 

Mittwoch, 17. November 2021

Im Tintenwald

Im Stil der freundlichen Fische hab ich noch eine kleine Waldszene gezeichnet. Sehr viel komplizierter und aufwändiger, wie sich herausstellte. 

Mit Tintenfass-Schatten
In ganzer Pracht, aber leicht bildverändert...
denn zum Schluss hab ich natürlich einmal in die feuchte Tinte gelangt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

























Das ist ziemlich ärgerlich, denn Tinte kriegt man bekanntlich nicht mehr ab. Ich weiß schon, dass es Tintenlöschstifte gibt, aber die verändern nur chemisch die Farbe der Tinte und nur für relativ kurze Zeit. Mit dem Messerchen abkratzen ist auch nix, das macht dünne Stellen im Papier. 

Alles, was hilft ist Bildbearbeitung. Zumindest fürs Internet. 

Dienstag, 6. April 2021

Katastrophenkuchen


 

 

 

 

 

 

 

 

 


Da das Internet ja offenbar von "mündigen Bürgern" mit höchst mangelhaftem Urteilsvermögen nur so wimmelt, zunächst ein Hinweis: Es folgt ein satirischer Text, keine Anleitung. Don't try this at home.

Also los. Wie backt man einen Katastrophenkuchen?

Ihr braucht:
  • Backzutaten
  • ein Rezept mit der "Gelinggarantie"
  • einen Ofen mit Klappe
  • ein Schienbein

Zunächst bereitet ihr den Teig für den Boden zu, wie es im Rezept steht und halbiert dabei die angegebene Zuckermenge. Ihr füllt alles in eine Springform, schiebt es in den vorgeheizten Ofen und kratzt die Teigschüssel aus. Da die Eier natürlich ihr Ablaufdaten schon längst hinter sich gelassen haben, probiert ihr den rohen Teig vorsichtshalber und stellt fest: der Teig als Ganzes ist immer noch viel zu süß. 

Egal. Nach der Backzeit holt ihr einen ziemlich gewaltigen Kuchenboden aus dem Ofen und lasst die Ofentür offen stehen, damit auch der Backofen abkühlen und trocknen kann. Bis der Kuchenboden kühl genug ist, um weiter zu machen, bleibt viel Zeit, die nicht ungenutzt verstreichen soll.



Euer Blick fällt auf den Tulpenstrauß im Wohnzimmer, der seine besten Tage auch schon deutlich hinter sich hat.
Ihr greift euch also die ganze Vase, um sie Richtung Spüle und Abfalleimer zu tragen, und rennt, weil ihr mit den blöden Tulpen vor der Nase ja nicht auf den Boden sehen könnt, volle Lotte gegen die Metallkante der verdammten Ofenklappe.
  
So sieht euer Schienbein vier Tage später aus.
Man beachte bitte auch die formschöne Beule.

 

 

 

 

 

 

 

 

 














Nachdem ihr fluchend ein bisschen auf- und abgesprungen seid, untersucht ihr euer Bein, stellt fest, dass nichts blutet, untersucht als nächstes die Ofentür und stellt fest, dass die es unbeschadet überstanden hat. Dann werft ihr wie geplant die Tulpen weg, legt ihr euch einen Tetrapack mit Vollmilch aufs Bein (wer hat schon Kühlpads?) und stellt fest, dass ihr so den Kuchen nie fertig kriegt.

Außerdem merkt ihr, dass eure innen kuschelig aufgeraute Jogginghose (was sonst trägt man dieser Tage?) am Schienbein klebt, weil da doch mehr Haut abgegangen ist, als ihr zunächst gedacht hattet. Ihr zupft sie vorsichtig wieder ab und freut euch über schicke lila Fusseln am Bein.

Dann kocht ihr Milch auf und realisiert, dass ihr seit Jahren keinen Pudding mehr gemacht habt. Muss da echt so viel Zucker rein? Vermutlich nicht. Also nur ein halber Teelöffel. Muss man das angerührte Pulver mit dem Schneebesen in die Milch geben oder reicht ein Löffel? Ihr entscheidet euch für den Löffel und bereut es sofort. Jetzt hilft leider auch der Schneebesen nichts mehr - der Pudding sieht aus wie Rührei, das noch nicht ganz durch ist.  

Ihr werft noch eine Dose Mandarinorangen ins Rennen und hofft das Beste.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Durch eifriges Umstapeln findet ihr auch noch ein freies Plätzchen im Kühlschrank für den Kuchen. Nachdem er dann schließlich vollendet auf eurem Teller liegt, müsst ihr zugeben, dass er zwar keinen Schönheitspreis gewinnen wird, aber gar nicht so schlecht schmeckt. Der Belag gleicht den zu süßen Teig aus, der aber in gebackener Form auch gar nicht mehr so fürchterlich ist.

Und irgendwann, in der übernächsten Woche oder so, werdet ihr euch nachts auch wieder auf die linke Seite drehen können, ohne dass sich im Traum wütende Hunde in euer Bein verbeißen.

Sonntag, 14. Februar 2021

Eisbommel und Schneesturm

 ... gut, der Schneesturm war jetzt eher ein kleiner und fand bei Sonnenschein statt. 
Dazu aber gleich mehr. 
 
Die Eisbommel sind in der Elz - und da die an unserem Grundstück vorbeifließt, war der Weg für die Fotos nicht weit.
"Bommel" nenne ich diese rundlichen Eisgebilde, die bei Frost in Bächen und Flüssen an Wurzeln oder Zweigen wachsen, die ins Wasser ragen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hübsch, nicht wahr?

Und nun zum Schneestürmchen. Das fand am Samstagmorgen statt. Da hatten wir knallblauen Himmel, immer noch ein bisschen lockeren Pulverschnee und starken Ostwind. Der Wind blies den Schnee von den Dächern und über die Wiesen, und vom Wohnzimmer aus hatte ich einen Logenplatz mit Gegenlicht. Tausende kleine Eiskristalle, die im Sonnenlicht herumgepustet werden, sehen wirklich schön aus.

Also stand ich mit dem Fotoapparat in Videomodus in der Hand bereit, als der Wind den Schnee von den Häusern auf der anderen Seite der Bahnlinie fegte - genau aus der Sonne in weißen, glitzernden Schwaden auf mich zu. Ein prächtiges Schauspiel, das sich auch auf dem Bildschirm sehr gut machte. Das wäre ein ganz toller kleiner Film geworden. 
 
Wenn ich dran gedacht hätte, auf den Aufnahmeknopf zu drücken.
 
So gibt es leider nur den zweiten Preis: Den Schnee, der von unserem eigenen Dach gepustet wird.
 

 

Und auf der Wiese sieht es jetzt ein bisschen aus wie am Nordseestrand.


 


Montag, 31. August 2020

Ich glaub mein Krokodil pfeift


















Ab Übermorgen dürfen wir mal wieder Schienenersatzverkehr im Hochschwarzwald genießen. Man hätte ja so als Laie glauben können, dass die bei der letzten, langwierigen Vollsperrung angeblich komplett sanierte Strecke erstmal fertig wäre, aber irgendwie braucht es jetzt auf einmal neue Signalanlagen.
Das ist ganz besonders amüsant, weil unsere Vollsperrung im Elztal, die seit März besteht und urspünglich im Oktober beendet sein sollte, erst bis Dezember und jetzt noch mal großzügig bis Juni 2021 verlängert wurde. Warum? Ja, pff, dauert halt länger. Danke.

Wir dürfen dann also mit dem Bus nach Denzlingen, umsteigen auf die Bahn nach Freiburg, umsteigen nach Titisee, umsteigen in den Bus nach Schluchsee, und in 14 Tagen dann umsteigen in den Bus nach Seebrugg, der über Timbuktu fährt, weil zeitgleich die Bundesstraße saniert und gesperrt wird, und dann umsteigen in den Bus zur Staumauer. Sechsmal umsteigen. Alles mit Wartezeiten, natürlich. Ich denke, wir dürften dann so fünf Stunden unterwegs sein. Aber nur, wenn alles gut geht.

Ich habe den Verdacht, dass die Deutsche Bahn da ganz einfach (wieder mal) im großen Stil was verpennt hat, aber selbst wenn - was soll ihr denn passieren. Konsequenzen hat so was ja nie, Konkurrenz gibt es auch keine, und ob ich als Bahnfahrer vernünftig von A nach B komme, interessiert sowieso nicht.
Entgegen aller Lippenbekenntnisse seitens der Politik soll sich der deutsche Bundesbürger offensichtlich bitte ein Auto kaufen und selber fahren.























Jedenfalls war am Wochenende die letzte Gelegenheit für dieses Jahr, noch mal relativ einfach an den Schluchsee zu kommen.


















Mein Einsatz wurde mit Pilzen belohnt!























Forst BW hat den riesigen Nasslagerplatz noch mal erweitert und leider komplett den Zutritt verboten, aber dafür ein schickes Schild aufgestellt, das uns erklärt, warum Nasslager gut und wichtig sind.
Was ich an dem Schild großartig fand, war einer der Gründe, weshalb auf einmal mehr Holz geschlagen werden muss, als direkt verarbeitet werden kann: Wegen Borkenkäferkalamitäten. 
Ich wusste nicht, dass das schöne Wort Kalamität überhaupt noch in Gebrauch ist, aber offenbar ist es ein Fachausdruck für Schäden in Nutzpflanzenkulturen.























Das Heidekraut ist schon fast verblüht, aber hier und da sind noch große rosa Büschel übrig.



















Diese hübsche Blümchen ist das Sumpfherzblatt. Ich kenne es unter dem Namen Studentenrose, aber da scheine ich so ungefähr die Einzige zu sein.




















Auch den Augentrost blüht - klein, aber hübsch.



















Richtig groß und sehr schön blau-violett ist dagegen der Eisenhut. In Krimis werden damit gerne Leute vergiftet (warum ausgerechnet immer mit Eisenhut entzieht sich meiner Kenntnis. Es gibt jede Menge giftige Pflanzen bei uns).
Tut das aber bitte nicht - die Pflanze ist schließlich geschützt und selten!



















Leider musste ich Nachbars niedliche Katze kurz verscheuchen...


















... denn sie saß auf Buchfinken an, und ich wünsche keinen Mord und Totschlag vor meinem Wohnzimmerfenster.



Und wer bis hierhin durchgehalten hat, bekommt auch die Erklärung für den Titel heute: Die grüne Lok dahinten, die heißt Krokodil und war als Museumszug munter pfeifend unterwegs.