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Die Bodenplatte mit Geländestufen war also fertig, das Steinfundament gelegt, die ersten Balken aufgestellt - ich konnte mit dem Hausbau beginnen.
Gebürtig bin ich Schwäbin, daher liegt mir das Häuslebauen vermutlich im Blut...
Links seht ihr die erste Wand in Holzständerbohlenbauweise - also beinahe. Im richtigen Leben werden die Bohlen mit den Balken natürlich verfugt. Ich habe sie nur verleimt. Irgendwo muss man Zugeständnisse an den Maßstab machen. Balken und Bohlen sind alle aus Hasel- und Ahornstecken selbst geschnitzt.
Das Fenster sollte nach meinem Entwurf eigentlich quadratisch werden und vier Scheiben haben. Nachdem ich mir aber nochmal ein paar Ställe angeguckt habe, bin ich zu der Überzeugung gekommen, dass es solche Stallfenster einfach nicht gibt. Die sind immer klein und im Querformat - logisch, im Stall wollte man ja keine schöne Aussicht und keine frische Luft, sondern nur ein bisschen Licht für den Fall, dass die Türen geschlossen waren.
Mein Fenster ist aus Streichhölzern und einem Stück Plexiglas, sage ich mal, jedenfalls so eine billige Bilderrahmenscheibe. Das kann man zur Not mit der Schere schneiden und muss sich nicht mit echtem Glas aufhalten. Fummelig genug war es so auch. Weiter unten seht ihr das Fenster noch mal von Nahem.
Für die Rückwand habe ich ausnahmsweise was gekauft: Buchenholzstäbchen für Eis-am-Stiel, die es auch beim Bastelbedarf gibt. Leider war die Hälfte quietschbunt eingefärbt.
Wenn man von den Dingern die runden Enden abknipst, die Kanten mit dem Messer bricht und sich dann mit Essig-Stahlwolle-Beize und Farbe austobt, werden das prima Bretter. Die oberen waren die naturbelassenen. Die unten quer liegen, waren rotbraun gefärbt. Die habe ich komplett mit Acrylfarbe bemalt.
Als Stallrückwand wirken sie alle ziemlich überzeugend, finde ich.
Hier säge ich gerade das Türblatt aus einem Stück Eichenholz. Brennholz, um genau zu sein. Wenn die Leute im Wald Holz spalten, bleiben so kleine Splitter übrig, die keiner mehr haben möchte... die kann man aufsammeln und mitnehmen.
Weil das ordentlich werden sollte, hab ich die kleine Metallsäge genommen. Da merkt man dann ganz deutlich, was es mit der Bezeichnung Hartholz auf sich hat. Ich dachte, ich werde nie fertig.
Für die Beschläge und Scharniere sowie einen Anbindering habe ich ein paar Büroutensilien, Blumendraht und ein Stück Kupferkabel verwendet.
Wie ihr seht, braucht man zum Drahtbiegen kein Spezialwerkzeug - mit ein bisschen Fingerspitzengefühl langt die Rohrzange.
Die Türbeschläge habe ich noch mittels Lochzange um Nagel- oder Schraubenköpfe bereichert.
Doch, mit Acrylfarben bemalt sieht das sehr vernünftig aus. Der Nagel am Türriegel ist ein Metall-Stecknadelkopf.
Leider habe ich erst hinterher bemerkt, dass ich mich bei der Tür um sagenhafte 1,5 cm in der Breite vertan hatte - in dem Maßstab ist das viel. Das konnte ich nicht so lassen, das wäre ja Pfusch am Bau. Noch dazu, wenn ein Fachmann einzieht. Josef ist ja bekanntlich Zimmermann und würde mir was erzählen!
Also musste ich den Riegel wieder abnehmen, die überschüssigen anderthalb Zentimeter absägen (es war immer noch Eichenholz), die Schnittfläche glattschnitzen und beizen, und dann den Riegel wieder anbringen... aber jetzt passt sie.
Das Fenster ist 2 x 4 cm groß. Also sind die Läden so ca. 2,2 x 2,2 cm... deswegen habe ich die im Unterschied zur vollbeweglichen Tür einfach an der Wand festgeklebt. Was noch fehlt, sind die Haken, mit denen man normalerweise Fensterflügel befestigt. Und oben ein bisschen Wandfüllung.
Ob das hier hinterher jemals jemand sieht, ist noch nicht ganz sicher.
Das ist der Boden im linken Gebäudeteil. Sobald oben zu ist, ist der eigentlich unsichtbar. Aber da ist ja das Fenster. Deswegen soll da auch Beleuchtung rein. Und wenn dann jemand durch das Fenster reinguckt und sieht, dass der Boden aus Hartfaserplatte besteht - das geht ja nun nicht. Deswegen hab ich hier die übrigen, ehemals bunten Eisstäbchen als Dielenboden verlegt.
Auf der rechten Seiten kam noch ein Gatter aus Kaminstreichhölzern für Ziegen oder so was dazu.
Probewohnen mit Josef. Es kamen keine Klagen.
Passt farblich auch gut, finde ich.
Allerdings sieht es hier noch so aus, als wäre der Stall mit Teppichboden ausgestattet.
Deswegen habe ich geraume Zeit damit verbracht, Paketschnur aus Sisal in kurze Enden zu schneiden und dann liebevoll aufzudröseln.
Das gibt prima Stroh als Einstreu.
Ich habe das mit Leim angeklebt. Soll ja halten.
So sieht es langsam wie ein richtiger Stall aus.
Ein entscheidendes Detail fehlte allerdings noch: Spinnweben. Die müssen drin sein, sonst ist es einfach nicht echt. Ich habe einen Hauch Watte an strategisch überzeugend wirkenden Stellen verteilt und festgeklebt.
Jetzt bin ich mit der Innenraumgestaltung ganz zufrieden. Später soll hier noch ein bisschen Kram an der Wand lehnen, eine Mistgabel, eine Leiter und so was vielleicht.
Beim nächsten Mal geht es mit dem Obergeschoss und dem Dach weiter.