Samstag, 13. Mai 2023

Der Stern des Südens und die Kompassrose

 









 

Ob es der des Südens ist, lassen wir mal dahin gestellt, aber es ist auf jeden Fall ein Stern. Und wenn ich einen Stern im Bach finde, freue ich mich.

Dieser Beitrag spielt mit bei der Frühlingsglück-Linkparty bei Loretta und Wolfgang!

Heute hab ich nicht mehr Fotos, aber dafür wieder mal ein kleines "Mudlarking"-Video für euch:




Mittwoch, 10. Mai 2023

Aus aufregenden Zeiten

Letztes Jahr habe ich beim "Mudlarken" (also Schätzesuchen im Bach) zwei 50-Pfenig-Münzen aus der Weimarer Republik gefunden, von 1921 und 1922. 
1922 war die Inflation schon so hoch, dass man sich fragen muss, warum man sich noch die Mühe gemacht hat, diese Münzen überhaupt zu prägen. 
1923 kamen dann die völlig bescheuerten Zeiten der Hyperinflation, als das Geld in so kurzer Zeit so an Wert verloren hat, dass gegen Jahresende das Papier, auf dem Banknoten gedruckt wurden, schon mehr wert gewesen sein muss als ihr Gegenwert.

Aus diesem Jahr hatte ich ein paar (sorbische) Kalenderblätter. Und wie das Leben so spielt, habe ich neulich auf dem Flohmarkt noch ein paar Briefmarken von 1923 gekauft. Also dachte ich mir, ich mache eine kleine Collage als Ausstellungsstück.

Um mal zu zeigen, wie viel Hin und Her so ein Ding ist, hab ich meine Arbeitsschritte dokumentiert. In erster Linie ging es mir darum, eine optische Ausgewogenheit hinzukriegen, was nicht so einfach war. Vor allem die 125.000-Mark-Briefmarken haben ein seltsam intensives Rosa, was alles dominiert.

Und nebenbei, bevor jemand nervös wird: Auch die Briefmarken sind nicht selten oder wertvoll. Ich glaube, damals wurde einfach von allem so viel gedruckt, dass immer noch reichlich übrig ist.

Die 1.000-Mark-Briefmarke wurde mit 125.000,- überstempelt
Kalenderblatt, Münzen, Briefmarken und ein bisschen Deko untergebracht 
Ein anderer Vogel, der farblich leider nicht passte.
Das schöne Wort Štwórtk (Donnerstag) hätte ich gerne erhalten.
Ein Notenblatt als Hintergrund ist eigentlich auch ganz hübsch
Bei so vielen 2er-Sets können die Vögel auch ruhig ein Pärchen sein.
Die ungestempelten Marken hatten sogar noch ihre Gummierung...
Deswegen habe ich es nicht übers Herz gebracht, sie
richtig festzukleben

Samstag, 6. Mai 2023

Ein Spaziergang am Flüsschen

Es wird täglich mehr Frühling!

Dieser Beitrag spielt mit bei der Frühlingsglück-Linkparty bei Loretta und Wolfgang! 

Montag, 1. Mai 2023

Jahresprojekt Bücherwandel: April

Auch dieses Jahr gibt es hier bei mir und auf vielen anderen Blogs ein Jahresprojekt. Den Treff- und Sammelpunkt hat dankenswerterweise wieder die Zitronenfalterin Andrea eingerichtet.

Mein Projekt sind Wandelbücher, neudeutsch "altered books", also alte Bücher, aus denen ich etwas Neues bastle.

Diesen Monat zeige ich euch wieder ein Collagenbilderbuch im Miniaturformat: ungefähr 7,0 x 9,5 cm. An dem Büchlein habe ich nicht nur im April, sondern viel länger herumgewerkelt, denn diese Art von Wandelbuch macht ungleich mehr Arbeit als ein Tunnelbuch. 
Man sollte das vielleicht nicht denken, aber alles, was aufgeklebt wird, will gefunden, ausgeschnitten, wohlplatziert und miteinander in Beziehung gebracht sein. Vom Einsatz von Farbe und Stempeln ganz zu schweigen.

Weil ich nicht alle Doppelseiten in diesen Post quetschen möchte, und weil ich kann, gibt es auch wieder ein Video. Aber zunächst ein paar Bilder.

Eher bodenständig mit Eule und Frosch. Die Schrift ist von mir eingeklebt.
Ein Originaleintrag: Am 4. April 1914 bin ich in den
Jungfrauenverein "zum Heilsbrunnen" eingetreten.

Den ertappten Beerendieb mag ich besonders gerne
Vollständig mit Papier beklebt, damit nicht auf jeder Seite der
Originaldruck durchz sehen ist.

Goldene Acrylfarbe macht sich eigentlich immer gut
Andere Serviettenblumen
Hier habe ich nur den Vogel und zwei goldfarbene Stempelabdrucke ergänzt

Samstag, 29. April 2023

Ein Waldspaziergang

Solange Wohnungstür und Wald für mich noch fünf Gehminuten voneinander entfernt liegen, gedenke ich das auszunutzen (warum das demnächst nicht mehr der Fall sein wird, seht ihr hier). 











Der Wald und die Berge (auch wenn es nur Mittelgebirgsberge sind), die werden mir fehlen.











Deswegen gibt es heute einen Frühlingswaldspaziergang für euch zum Genießen und für mich zur Erinnerung, wenn mich an der Nordsee das Heimweh überkommt.

Dieser Beitrag spielt mit bei der Frühlingsglück-Linkparty bei Loretta und Wolfgang! 


Dienstag, 25. April 2023

Woandershin

Falls ihr euch fragen solltet, warum es hier auf meinem Blog gerade so ruhig ist: Wir werden umziehen. Und zwar nach Emden in Ostfriesland. 

Das ist für jemanden wie mich, der - von fünf Jahren im Westerwald und einem (ausbildungsbedingten) Jahr in Münster in Westfalen mal abgesehen - sein gesamtes Leben in Süddeutschland verbracht hat, keine kleine Umstellung. 
Emden fühlt sich bis auf die Sprache schon beinahe wie Holland an: Marschboden, Kanäle, Entwässerungsgräben, Deiche, Schiffe, Häfen, Brücken, Schleusen und reformierte Kirchen. Außerdem potenziert sich die Aufregung, die mit einem Umzug samt Immobilienan- und -verkauf und Arbeitsplatzwechsel verbunden ist, quasi ins Unendliche, wenn zwischen den beiden Orten gute 700 km liegen.

Ich war übrigens schon einmal in Emden. Vor ungefähr 20 Jahren für einen halben Tag, Innenstadt und Kunsthalle. Hat mir gut gefallen, aber ob das als Gradmesser gelten kann, ist vielleicht doch zweifelhaft. 

Jetzt war unsere Planung soweit gediehen, dass Immobilienbesichtigungen anstanden, und dafür war ich letzte Woche im Emder Stadtteil Borssum. Der ist für uns verkehrstechnisch der geschickteste und hat den Vorteil, dass er auch kulturell ein wenig gemischt ist. Jeder nach Gusto, aber ich persönlich möchte nicht unbedingt zwischen lauter deutschen Doppelverdienern und Elternzeitinanspruchnehmern in einer Neubausiedlung hausen. 
Außerdem - ganz wichtig - ist man auch zu Fuß recht schnell "im Grünen", was dort "zwischen Viehweiden oder auf einem Deich" bedeutet. Wald in dem Sinne ist eher selten und weiter weg. Aber zwischen Viehweiden oder auf einem Deich kann ja auch schön sein.

Davon mal abgesehen, dass ich von 58 Stunden zwischen Donnerstagvormittag und Samstagabend satte 21 Stunden in Zügen und Bahnhöfen verbracht habe (aber zum Glück den wöchentlichen Streik am Freitag umgehen konnte), war das ein lohnender Ausflug.

Sonnenaufgang bei der neuen reformierten Kirche
Borssum ist nicht überall gleich schön, aber zum Teil eben schon
Die alte reformierte Kirche
Eine aufgeplusterte Bachstelze - es war warm, aber windig.
Die Emsmündung
Natürlich ein Windrad
Diese Hübschen sind Brandgänse
...und die hier - Schafe.
Jede Menge Weißwangengänse
Wegen des Sandbodens sind in Emden alle alten Bunker oberirdisch
Kleine dicke Zossen
Blick auf den Dollart, also die Bucht, an der Emden liegt
Gänseblümchen
Und noch mal die alte Kirche auf ihrer Warft

Donnerstag, 20. April 2023

Tintenwald

Neulich hingen hier wieder sehr dekorative Nebelschwaden im Wald... da dachte ich mir, sowas könnte man dann doch auch mit Tinte und Wasser malen.

Und siehe da - man kann. 

Meine schwarze Tinte wird mit Wasser verdünnt auf Aquarellpapier manchmal rötlich-violett und hier und bildet hier und da blaugrüne Ränder. Das ist ein sehr hübscher Effekt, finde ich. Auf anderem Papier wird die verdünnte Tinte grünlich. Vermutlich hängt das mit dem Säuregehalt der Papiersorten zusammen. Blaue Tinte bleibt dagegen immer Blau, da scheinen nur eine Sorte Pigmente drin zu sein.

Es ist nicht so einfach, vorauszusagen, was die Tinte so genau anstellt, aber eigentlich ist das auch gar nicht nötig. Ein Hauch von Zufall schadet so einem Bild nicht.

 

Für einen ersten Versuch gar nicht schlecht

... und für den zweiten auch nett.