Dienstag, 25. April 2023

Woandershin

Falls ihr euch fragen solltet, warum es hier auf meinem Blog gerade so ruhig ist: Wir werden umziehen. Und zwar nach Emden in Ostfriesland. 

Das ist für jemanden wie mich, der - von fünf Jahren im Westerwald und einem (ausbildungsbedingten) Jahr in Münster in Westfalen mal abgesehen - sein gesamtes Leben in Süddeutschland verbracht hat, keine kleine Umstellung. 
Emden fühlt sich bis auf die Sprache schon beinahe wie Holland an: Marschboden, Kanäle, Entwässerungsgräben, Deiche, Schiffe, Häfen, Brücken, Schleusen und reformierte Kirchen. Außerdem potenziert sich die Aufregung, die mit einem Umzug samt Immobilienan- und -verkauf und Arbeitsplatzwechsel verbunden ist, quasi ins Unendliche, wenn zwischen den beiden Orten gute 700 km liegen.

Ich war übrigens schon einmal in Emden. Vor ungefähr 20 Jahren für einen halben Tag, Innenstadt und Kunsthalle. Hat mir gut gefallen, aber ob das als Gradmesser gelten kann, ist vielleicht doch zweifelhaft. 

Jetzt war unsere Planung soweit gediehen, dass Immobilienbesichtigungen anstanden, und dafür war ich letzte Woche im Emder Stadtteil Borssum. Der ist für uns verkehrstechnisch der geschickteste und hat den Vorteil, dass er auch kulturell ein wenig gemischt ist. Jeder nach Gusto, aber ich persönlich möchte nicht unbedingt zwischen lauter deutschen Doppelverdienern und Elternzeitinanspruchnehmern in einer Neubausiedlung hausen. 
Außerdem - ganz wichtig - ist man auch zu Fuß recht schnell "im Grünen", was dort "zwischen Viehweiden oder auf einem Deich" bedeutet. Wald in dem Sinne ist eher selten und weiter weg. Aber zwischen Viehweiden oder auf einem Deich kann ja auch schön sein.

Davon mal abgesehen, dass ich von 58 Stunden zwischen Donnerstagvormittag und Samstagabend satte 21 Stunden in Zügen und Bahnhöfen verbracht habe (aber zum Glück den wöchentlichen Streik am Freitag umgehen konnte), war das ein lohnender Ausflug.

Sonnenaufgang bei der neuen reformierten Kirche
Borssum ist nicht überall gleich schön, aber zum Teil eben schon
Die alte reformierte Kirche
Eine aufgeplusterte Bachstelze - es war warm, aber windig.
Die Emsmündung
Natürlich ein Windrad
Diese Hübschen sind Brandgänse
...und die hier - Schafe.
Jede Menge Weißwangengänse
Wegen des Sandbodens sind in Emden alle alten Bunker oberirdisch
Kleine dicke Zossen
Blick auf den Dollart, also die Bucht, an der Emden liegt
Gänseblümchen
Und noch mal die alte Kirche auf ihrer Warft

8 Kommentare:

  1. Spannend! Aufregend! Nervenzerfetzend...
    Ich freue mich auf deine Erlebnisberichte...
    Herzlichst
    yase

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    1. Genau so ist es! :D
      Ja, da werde ich dann sicher dies und das zu erzählen haben... :-)

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  2. Das sind ja Neuigkeiten:) Mal sehen was du dort alles an Schätzen findest;0) Herzlichst Kirsten

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  3. Wow, das ist mal eine Umstellung! Mein Mann ist ja für mich aus dem Schwarzwald in den äußersten Norden von Westfalen gezogen (fun fact: Die Quelle der Ems ist hier um die Ecke :)). Ich bin dann mal gespannt und hoffe auf viele tolle Fotos :D (am Meer zu leben wäre mein Lebenstraum ... vielleicht erfüllt er sich ja irgendwann)

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  4. Ohhh, vom Süden in den Norden ist sicher schon ne große Umstellung, doch Emden wird dir gefallen. Wir waren im letzten Jahr auf Radeltour dort und die Gegend ist klasse. Auf meinem Blog habe ich zwei Posts unter Emden veröffentlicht...vielleicht magst du mal lesen. ;-)
    Liebe Grüße von Marita, die nahe Münster wohnt.

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  5. Oh wie spannend !
    Ich wollte immer, wenn ich Rentnerin bin, nach Ostallgäu umziehen, aber da wurde nichts draus. Das Leben hatte andere Pläne.
    Bin neugierig auf deinen ersten Post aus der neuen Heimat !
    Alles Gute und Liebe
    Jutta

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  6. Wow, liebe Centi,
    Respekt, das würde ich nicht machen, wäre mir zuviel Aufwand und ich bin auch kein Fan von Städten und auch nicht vom Meer. Ich mag lieber viel Grün, Wald und auch Berge.
    Ich wünsche Dir alles Gute und dass auch alles reibungslos klappt und bin schon gespannt, was Du in Zukunft zu berichten hast.
    Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  7. Centi im hohen Norden! Spannend! Ich wünsche Euch schon mal, dass alles klappt, wie es klappen soll!

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