Dienstag, 15. Oktober 2019

Neue Radrunde

Nach einem Umzug muss man sich ja erst mal wieder zurechtfinden. Ich brauche vor allem eine Joggingstrecke (hab ich schon) und ein oder zwei Standard-Radrunden. Eine kurze mit sehr viel Steigung hab ich schon, aber weil man sich ja nicht immer einen steilen Berg hochquälen möchte, brauche ich noch was relativ Flaches.


















Relativ, weil's hier wenig Gegend ohne Gefälle gibt.



















Ich habe jetzt eine Variante, die mir ganz gut gefällt, obwohl sie leider keine richtige Runde ist.





















Ich fahre einfach auf der Landstraße (am Anfang sogar noch luxuriös neben der Landstraße auf einem Radweg) über Oberprechtal Richtung Schonach, bis es mir weit genug ist und drehe dann wieder um.



















Hin geht es nur bergauf, aber mäßig, und zurück nur leicht bergab, was bekanntlich besonders viel Freude macht. Und die Landschaft ist toll.


















Wenn ich mich mal richtig quälen wollte, könnte ich sogar eine echte Runde draus machen und über den Siebenfelsen und Yach zurückfahren. Dazu müsste ich allerdings auf Waldwegen über den Rohrhardsberg und hätte vor allem noch etliche hundert Höhenmeter mehr.























Die Steigung wäre an einem guten Tag vielleicht noch machbar, aber Schotterwege sind in bergigem Gelände mit einem normalen Tourenrad manchmal sehr blöd. Es gibt wenig so Frustrierendes wie bergab schieben zu müssen.



















Deswegen bleibe ich vorerst wohl beim Hin-und Zurückfahren. Auch nett.


Freitag, 11. Oktober 2019

Schlehenmarmelade - Only the Brave























Man lernt nie aus. Ich habe herausgefunden, dass man aus Schlehen prima Marmelade (scheinbar heißt das Zeug ja offiziell "Konfitüre", aber mal ehrlich, das sagt doch niemand!) kochen kann.
Weshalb ich das so ungewöhnlich finde, fragt sich nur, wer keine Schlehen kennt.























Das sind sie: Kleine, runde, blaue Früchte. Im Prinzip sehr kleine Pflaumen. Die Sträucher wachsen wild in Hecken, und im Normalfall macht euch außer den Vögeln keiner die Ernte streitig. Also kostenloses Grundmaterial.
Schlehen haben noch andere Vorteile, sie sind zum Beispiel äußerst gesund und haben niemals Würmer... was daran liegt, dass die Würmer nicht doof sind. Rohe Schlehen machen nämlich eine derart pelzige Zunge, dass man kaum sagen kann, wie die Früchte eigentlich schmecken. Jede Menge Gerbsäure. Man beißt zu und spuckt die Schlehe reflexartig sofort wieder aus, aber das Pelzgefühl bleibt noch lange.

Beim Kochen geht die Gerbsäure aber tatsächlich irgendwie weg. Wird abgebaut, zerfällt, keine Ahnung. Es pelzt nicht mehr. Oder zumindest nur noch ganz leicht. Im Abgang leicht pelzig...
























Ihr braucht:

- 800g Schlehen
- 200g Gelierzucker 3:1
- eine Messerspitze Zitronensäure
- ca. ein Schnapsglas Wasser

- zwei Kochtöpfe, sehr saubere Schraubdeckelgläser, ein Metallsieb, einen Löffel

Gratulation, ihr habt richtig gerechnet, 800g Schlehen und 200g Zucker sind kein Verhältnis 3:1, sondern 4:1. Das kommt daher, dass sich die der Zuckermenge immer nach geputzten Früchten richtet. Schlehen kann man aber nicht putzen, die kocht man im Stück.

Ihr nehmt also eure Schlehenbeute und wascht sie ordentlich ab. Weil die Früchte noch intakt sind, hat Omas Methode mit dem "Saft ziehen lassen" hier keinen Sinn. Ihr schmeißt also alle Zutaten direkt in einen Kochtopf und kocht sie, bis die Schlehen zerfallen (im Übrigen geht das auch viel schneller).
Dann gießt ihr vorsichtig eine kleine Portion durch das Sieb in den zweiten Topf und rührt mit dem Löffel so lange im Sieb rum, bis sich nur Kerne und Schalen im Sieb befinden. Der Saft und das Fruchtfleisch gehen durch. Kerne und Schalen wegwerfen und die nächste Portion durchs Sieb streichen.
Jetzt kocht ihr die Marmelade noch mal kurz auf. In der Zwischenzeit könnt ihr die Gläser schon mal mit kochendem Wasser vorwärmen (ausspülen). Perfektionisten machen jetzt eine Löffelprobe, d.h. ihr gießt einen Teelöffel voll auf einen kalten Teller und guckt, ob das Zeug brav geliert. Wenn nicht, mehr Gelierzucker.
Dann gießt ihr die Marmelade kochend heiß in die wieder trockenen Gläser und schraubt diese schnell gut zu. Die Gläser umzudrehen ist nach meiner Erfahrung eher kontraproduktiv. Der heiße Dampf desinfiziert den Deckel ausreichend.
Sobald ein Glas angebrochen ist, stellt ihr es übrigens lieber in den Kühlschrank, weil weniger Zucker halt auch weniger stark konserviert.

Sobald die Marmelade abgekühlt ist, könnt ihr zur Verkostung schreiten... die Marmelade sollte schön säuerlich nach Pflaumen schmecken und eben auch noch ganz leicht pelzig sein.
Also ich mag das, aber ich mag auch schwarze Johannis- oder Holunderbeeren. Obst für Fortgeschrittene.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Morgennebel























Für alle, die jetzt im Büro sitzen müssen, von der Erkältung geplagt sind oder sonst gerade nicht rausgehen können, hier ein kleiner Wald- und Wiesenspaziergang. 
























Die Pilze haben nach dem knuspertrockenen September jetzt natürlich was nachzuholen.




















Seht ihr die Windräder?





















Und zum Abschluss noch freundliche Rindviecher:


Montag, 7. Oktober 2019

Acrylbild: Herbstwald


















Ihr seht, ich bin in einer kreativen Phase.
Man merkt auch beim Malen, wenn man keine Übung hat. Deshalb hab ich mir im Internet Tipps und Tricks von Leuten angeguckt, die ihr Geld mit Malkursen und so was verdienen, und schließlich beschlossen, einfach mal eine Bildidee von jemand anderem auszuprobieren.
Der Künstler meiner Wahl war ein gewisser Kevin Hill. Ich kennzeichne das hier jetzt mal nicht als Werbung, weil man sich bei der bekannten großen Videoplattform zig Videos gratis angucken kann. So hab ich das auch gemacht. Ich geb ja immer ungern Geld aus, wenn es sich vermeiden lässt. Jedenfalls ist dieser Kevin ein netter junger Mann, der sich nicht ganz so schrecklich ernst nimmt. Kichert viel, kann aber auch was. Seine Bilder würde ich zwar vom Stil her nicht alle unterschreiben wollen, aber es ging mir ja darum, was zu lernen und nicht um den Kitschigkeitsgrad.
Natürlich hab ich mich auch nicht so ganz an die Vorlage gehalten. Das ist wie beim Kochen: Rezepte sind für mich auch eher eine Inspirationsquelle als Anweisung.


















Bei diesem Bild war für mich das neue Element, mehrere quasi komplette Hintergründe zu gestalten, die nachher größtenteils wieder übermalt werden. Für mehr Tiefe.
Dazu hab ich eine Leinwand oben hellblau, unten braun grundiert.
Im Internet liest man ständig, dass man für Acrylmalerei unbedingt in einer Kontrastfarbe grundieren soll. Auch Kevin hat die ganze Leinwand braun grundiert. Ich persönlich halte da nichts von. Was man da an Farbe verschleudert! Aber jeder nach Gusto.


















Dann hab ich eine Menge Blätter in Herbstfarben mit noch mehr Hellblau drumrum nass in nass gemalt und einen Haufen Baumstämme ergänzt. Besagte Stämme hätte ich in der Bildmitte gut noch weiter runterziehen können. So hab ich jetzt ein sehr hohes Gebüsch. Auch gut. Es ist schließlich ein Wald, das wächst alles, wie es gerade passt.
Dann hab ich alles trocknen lassen, vergessen, ein Foto zu machen, und die Sonnenstrahlen gemalt. Das macht man lasierend mit dünner weißer Farbe und viel Mut.


















Der nächste Schritt ist der anspruchvollste - richtige Baumstämme mit ein paar Ästen und Zweigen in den Vordergrund malen.
Wie schon öfter bemerkt, sind naturgetreue Bäume verdammt schwierig. Sogar wenn man sich Fotos anguckt. Am besten werden Bäume, wenn man sich vor einen echten setzt und den abmalt.
Ich hatte gehofft, dass die Blätter die Schwachstellen gnädig verbergen würden und eifrig weitergemalt.


















Auftritt Blätter! Zunächst orange-braune. Uns' Kevin hat so einen fächerförmigen Schummelpinsel zur Hand. Ich hab die alle mit einem mittlerem Haarpinsel einzeln getupft. Macht mehr Arbeit, sieht aber gar nicht unbedingt schlechter aus, finde ich. Mit Fächerpinsel werden sie leicht ein bisschen zu weich, zu perfekt, finde ich.


















Dann gelbe und dann wieder braune und noch mehr gelbe... ich habe lange nur Blätter gemalt.
Wie sich herausstellte, wirken die Bäume leider nur bedingt natürlicher.
Dafür sieht das mit den übereinandergelegten Ebenen echt nicht schlecht aus. Ein schöner Licht- und Tiefeneffekt.


















 Hier mal die Blätter im Detail.



















 



Anschließend und zwischendrin hab ich zwei Baumstämme ein bisschen plastischer gemacht, einen Trampelpfad angedeutet und jede Menge Gras und Blaubeerbüsche gemalt. Auch für Gras ist so ein Fächerpinsel vermutlich echt gut. Vielleicht kauf ich mir doch mal einen.


















Ich hab's mit Borsten- und Haarpinsel gemalt. Geht auch.


















Und zum krönenden Abschluss hab ich dann getan, was ich besser vor den Blättern gemacht hätte: Noch mal Waldfotos angeguckt und massenhaft Äste und Zweige ergänzt.

Seltsamerweise finde ich mein Bild am besten, wenn ich keine Brille aufhabe. 


















So ungefähr sieht es dann aus.
Da gibt man sich nun so viel Mühe mit 120.000 Details und muss dann feststellen, dass das Bild am besten wirkt, wenn man sie nicht sieht!
Das wäre dann halt Kunst: Wenn man so malen könnte, dass das Auge des Betrachters alles Fehlende ergänzt.


















Macht aber nix, ich mag es so auch.

Donnerstag, 3. Oktober 2019

Hallo Oktober!


















Es lässt sich nicht mehr leugnen: Der Sommer ist endgültig vorbei.
Die Tage sind wieder kürzer als die Nächte, die Sonne steht tiefer, es gibt Tau, es gibt Nebel... 


















... Champignons wachsen auf den Weiden (oder Boviste, jedenfalls Pilze)


















... und die Blätter werden langsam bunt.




































Ohne Autos, LKWs und Motorräder wirkt die B294 wie ein verträumtes Landsträßchen. Leider ein sehr seltener Anblick, der nur ganz früh am Sonntagmorgen zu genießen ist.



















Das Leinkraut blüht jetzt erst so richtig. Es ist ein kleines Löwenmaul, das genau so schön auf-und zuklappt wie die größere Gartenblume.























So, lieber Herbst, wir wären dann so weit, es kann losgehen! 


Dienstag, 1. Oktober 2019

Acrylbild: Winter im Schwarzwald


















Man glaubt es kaum: Ich habe mal wieder ein richtiges, eigenes Bild gemalt.
In Acryl. Ich habe auch Ölfarben - wobei ich nur spekulieren kann, in welchem Zustand die sich befinden - aber da es bekanntlich Monate dauert, bis ein Ölbild auch nur halbwegs trocken ist, benutze ich die selten. Bis nie. Also eher nie.
Öl hat Vorteile, Acryl aber auch.

Das Format hat die seltsamen Maße von ungefähr 39 x 29,5 cm. Ich weiß es auch nicht.


















Das Motiv stammt aus dem Hochschwarzwald. Letztes Jahr waren wir am Silvestertag spazieren, und es gab spitzenmäßige Nebelfelder.
Die Farbigkeit hier wiederzugeben fällt mir irgendwie schwer. Einigen wir uns darauf, dass der Nebel nirgends rosa ist und die Bäume niemals türkis sind?


















Ich bin nicht mit jedem Bildbereich so zufrieden wie mit den Nadelbäumen, aber insgesamt gefällt es mir schon gut.