Montag, 4. Juli 2016

Recycling-Briefumschläge

Manchmal ist man ja etwas verbohrt. Also ich wenigstens.

Ich mag gerne schöne, große Foto- oder Kunst-Kalender. Die sind bekanntlich aus gutem Papier und zu schade, um sie einfach ins Altpapier zu schmeißen, wenn das Jahr vorbei ist. Ein oder zwei besonders hübsche Motive kann man ja einrahmen und an die Wand hängen... aber irgendwann ist die beste Wand mal voll. Für Geschenkpapier sind mir die Blätter zu steif.
Aber für Briefumschläge - perfekt. Und die lassen sich ganz schnell machen, wenn man sich einmal eine Schablone bastelt. Auf diese prima Idee bin ich leider erst letzte Woche im zarten Alter von 41 Jahren gekommen.
Na, besser spät als nie.


















Das ist eine Schablone für Umschläge, in die DIN A6 reinpasst. Die gewöhnliche Postkarte oder ein zweimal gefaltetes DIN A4.
Um die Karte lasst ihr etwa 2 mm Platz rundrum (die gestrichelte Linie). Links schließt sich Teil B an, das etwa 2 cm kürzer ist als Teil A, und ein Ideechen schmaler als Teil C. Dazu kommen wir später noch mal.
Teil C ist 3 oder 4 cm lang und wird später zum Verschluss. Die beiden Teile D sind die Klebelaschen.
Bastelt eure Schablone nicht aus Papier, sondern aus dünner Pappe.


















Dann funktioniert sie nämlich besser und hält länger.
Ihr könnt einfach einmal mit einem Stift drumrumfahren, geschickterweise auf der Rückseite von eurem Bastelpapier.
Dann schneidet ihr die Form mit der Schere aus.


















Jetzt dreht ihr das Ganze um und ritzt die gestrichtelte Linie mit Lineal und Messer einmal an. Bitte nachdem ihr eine geeignete Unterlage auf Papas Mahagonischreibtisch gelegt habt.
Wenn ihr dünnes Papier zum Basteln benutzt, könnt ihr diesen Schritt weglassen. Je stabiler euer Papier, desto wichtiger ist ist das Anritzen.


















Dann faltet ihr die Klebelaschen D nach innen um und klebt Teil B auf ihnen fest. Das geht mit einen Klebestift ganz gut. Viel geschickter ist allerdings eine Klebemaus, die einen dünnen Klebefilm von der Rolle abspult - so ähnlich wie ein Tipp-Ex-Roller (falls heutzutage noch jemand weiß, was Tipp-Ex ist).
Jetzt wisst ihr auch, warum Teil B ein bisschen schmaler sein sollte - falls man nicht 100%ig genau arbeitet (und wer tut das schon!), dann guckt es nämlich leicht über die Klebelaschen raus, wenn es genau so breit ist wie Teil C.


















Jetzt könnt ihr eure Liebesbriefe, Dankesbekundungen oder Glückwünsche in den Umschlag stopfen, Teil C umklappen und ebenfalls zukleben.


















Von vorne sieht das dann z.B. so aus. Schick, nicht wahr?
Gut, das Motiv müsste nicht notwendigerweise quer liegen, aber mich stört das eigentlich nicht - und so passte das Kalenderblatt halt gerade.
Selbstverständlich kann man Umschläge nicht nur aus Kalendern, sondern aus allem Papier basteln, das einem in die Finger kommt - nur zu dünn sollte es nicht sein. Hochwertigere Kataloge, Prospekte, Landkarten, Papiermuster... nehmt, was ihr kriegen könnt!
Für die Post klebt ihr noch freundlicherweise Etiketten mit Adresse und Absender auf, wenn euer Papier wie meins hier lebhaft gemustert, dunkel oder mit irgendwas Tinteabweisendem beschichtet ist.

Mir macht das ja geradezu Freude, solche Umschläge zu basteln. Denken braucht man dabei ungefähr nichts, schiefgehen kann nicht viel, und hinterher hat man was Hübsches und Nützliches statt Altpapier.

Kommentare:

  1. Wunderbare Idee! Hier schlummern auch noch Kalender, deren Zeit definitiv abgelaufen ist und die zum Wegwerfen viiiiel zu schön sind.
    Für die Falzlinien eignet sich auch gut ein "Schnittmusterrädchen"( oder wie heißt das Ding zum Ausradeln von Schnittmustern?).
    Momentan habe ich noch reichlich mit dem Garten bzw. den Beerenfrüchten zu tun, aber in der ungemütlichen Zeit wird die "Umschlag- Produktion" anlaufen.
    Schönen Abend wünscht
    Edith

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  2. Super! Vielen Dank für die Anleitung! Wird gleich gepinnt!

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  3. Ich habe jetzt ja eine kleine Vermutung, woher der hübsche Briefumschlag aus deiner Überraschungspost stammt ... ;D Mir hats auf jeden Fall gefallen. So recycle ich auch immer meine Kalender. Oder zu Schnittmustern. *g*

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  4. Ich kauf einfach keine neuen Kalender, sondern nutze die alten mit den Bilder einfach weiter als Deko.. aber vielleicht besorge ich mir doch mal einen neuen, 3 Jahre lang die gleichen Bilder jeden Monat werden nun auch langsam langweilig :D

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  5. DAnke für die tolle Anleitung, eine gute Idee!
    Liebe Grüße
    Andrea

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  6. Jetzt weiß ich endlich, was ich mit meinem Janoschkalender anfangen kann. Habe bereits angefangen und einige tolle Briefumschläge gebastelt. Am Montag kaufe ich mir noch eine Klebemaus und doppelseitiges Klebeband. Und dann mal gucken, ob ich in Massenproduktion gehe ;) Ach nee, Kalender ist bald leer...
    Voll toll!

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