Montag, 17. Juni 2013

Lesefutter Mai 2013

Wie jeden Monat werde ich euch wieder wissen lassen, wie mir die Bücher gefallen haben, die ich gelesen habe.
An der Stelle würde ich gerne mal anmerken, dass ich mich eigentlich bei jedem Autor, dessen Werk ich nicht so dolle fand, gleich wieder entschuldigen möchte - ich hätte weder die Geduld noch das Können, um selber irgendein ein Buch zu schreiben.

Also auf zu neuen Taten.













 




Fabian Vogt: Kirchengeschichte(n) für Neugierige
Ein kleine Abhandlung der Kirchengeschichte von den Anfängen bis heute. Locker geschrieben, gut zu lesen, interessant. Mich haben nur drei Punkte gestört:
1. Obwohl dem Leser schon im Klappentext versprochen wird, dass das Buch für Gläubige wie für einfach nur Neugierige gleichermaßen geeignet sei, ist es sehr eindeutig auf (engagierte) Christen zugeschnitten.
2. Eigentlich ist es gegen Ende nur eine Geschichte der protestantischen Kirche in Deutschland. Andere Glaubensrichtungen und andere Länder werden kaum erwähnt. Schade.
3. Die Druckfehler. Sparen denn alle Verlage am Lektorat?

Mario Puzo: Omerta
Noch ein Puzo. Nicht der Beste, aber kann man so nebenbei mal ganz nett weglesen. Ehrlich gesagt müsste ich jetzt scharf nachdenken, um die Handlung nochmal zusammen zu kriegen.
Es war was mit der Mafia, da bin ich mir sicher.

Jean-Luc Bannalec: Bretonische Verhältnisse
Ein Krimi aus der -Überraschung!- Bretagne. Die Story selber ist fast schon haarsträubend unwahrscheinlich, aber dafür kommt der Autor ohne Gewaltorgien aus. Die Dialoge fand ich hier und da ein bisschen hölzern, aber das machte nicht viel aus. Ich fühlte mich gut unterhalten. Von dem Autor würde ich noch mehr lesen.

Joseph Conrad: Jugend/Das Ende vom Lied
In dem Band war auch noch das Herz der Finsternis mit drin, aber das hatte ich vor Kurzem schon gelesen und verspürte keinerlei Bedürfnis, das zu wiederholen.
Jugend ist eine Abenteuergeschichte, die ganz nett wäre, wenn der Autor nicht so penetrant auf dem Themen Kameradschaft und eben Jugend rumreiten würde. Das Ende vom Lied hat mir besser gefallen, obwohl es hier und da ein bisschen langatmig war. Dafür sind die Charaktere und die Gegenden wunderbar lebhaft geschildert, das gleicht es wieder aus.
Im Vergleich zum Herz der Finsternis sind beide Geschichten weit weniger deprimierend, weniger grausam und leichter zu lesen.

Javier Marias: Morgen in der Schlacht denk an mich
Wenn wir schon beim Thema deprimierend sind, nicht wahr. Marias verbreitet jetzt auch selten gute Laune und Übermut, aber ich hab noch nie was von ihm gelesen, was mir nicht gefallen hätte.
Morgen in der Schlacht denk an mich ist wieder so eine verwickelte Geschichte über Liebe, Tod und Betrug. Wenn man die Art des Autors mag, immer auf größtmögliche Genauigkeit eines jeden geschilderten Gedankengangs abzuzielen und mit dem sarkastischen Humor klar kommt, dann gefällt einem das Buch.
Ich war jedenfalls begeistert.

Johannes Dräxler/Harald Braun: Kleine Philosophie der Passionen: Fußball
Ein Fund aus der Grabbelkiste für 10 Cent. Da kann man nicht viel falsch machen. In diesem Fall war das Geld sogar richtig gut angelegt.
Eine kleine Abhandlung über das Phänomen der Fussballbegeisterung, sei sie passiver oder aktiver Natur. Von der WM über die verständnislose Ehefrau bis zum unerbittlichen Vereins-Kassenwart wird alles beleuchtet. Nur noch kein Public Viewing, das kam wohl erst nach Erscheinen des Büchleins in Mode.
Echt niedlich und lustig.

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