In der Praxis hatte der Unterricht natürlich auch so seine Schwächen (und leider, leider hatte ich mit meinem stets minimalen Arbeitseifer doch nicht ganz so viel mühelosen Erfolg wie ich erst dachte) - aber ein Vierteljahr war großartig. Da haben wir mittelalterliche Dichtung durchgenommen. Walther von der Vogelweide, den Heliand und das Nibelungenlied.
Alle anderen im Kurs fanden es schrecklich. Alles, das ganze Thema. Langweilig, verstaubt, kein Bezug zur Gegenwart, mäh, mäh, mäh.
Ich war begeistert.
Zugegeben, die Inhalte haben mir jetzt auch nicht so viel gesagt. Ich stand da zwar nicht ganz so belämmert davor wie vor Homer (wo ich spätestens nach drei Seiten völlig den Faden verliere, weil ich nie kapiere, wer jetzt wieder der Sonnenumglänzte oder der den Fluten Entstiegene oder weiß der Kuckuck wer sein soll), aber das war auch nicht der Knackpunkt.
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| Ein vorgedrucktes Ex libris in einem Schulbuch - deswegen das Lob der Arbeit |
Was ich unglaublich interessant fand, das war die Sprache.
Was sich verändert hat, was gleich geblieben ist, was man in einigen Dialekten noch findet und was in anderen, das ist doch total faszinierend.
Also habe ich heute zugegriffen, als eine alte Schulausgabe unseres "Nationalepos'", wenn man es denn so nennen will, in der Grabbelkiste lag.
Ob ich das in seiner wirklich epischen Länge lesen werde, weiß ich noch nicht, aber nach den ersten paar Seiten bin ich überrascht, wie viel man versteht. Und wenn man mal Unterstützung braucht, gibt es ja das kluge Internet.
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| Mit einem super Greif! |













































