Sonntag, 17. Mai 2020

Sonntagsradelrunde


















Los geht's durch Städtli, vorbei am "Gasthauf Ochsen". Nennt mich pingelig, aber ich finde, wenn man Fassaden in deutscher Schrift verschönert, sollte man sich vorher schlau machen, wo ein langes und wo ein kurzes s hingehört. Und ans Ende kommt halt immer ein kurzes s.


















Diesen kleinen Schuttig auf dem Fensterbrett hab ich erst vor Kurzem entdeckt. Niedlich.


















Und dann geht's im Frühtau zu Berge.


















Zu meiner Freude habe ich Zittergras gefunden. Das ist ja ganz besonders hübsch.




















Im Wald wollte ich eigentlich mal einen Weg entlangfahren, den ich noch nicht kannte, aber daraus wurde nichts. Ist aber egal, denn wenn man da nicht durchfahren darf, weiß ich, wo er hinführt, nämlich zu einem Hof, der für sich allein im Wald steht. Und was täte ich da?



























Hier noch mal ein Stück historisches Straßenpflaster. Die hatten damals noch keine Fahrräder... Wobei ich ja glaube, dass man da mit dem Fahrrad immer noch angenehmer drüber fährt als auf einem Ochsenkarren.

























Schon wieder auf dem Rückweg steht dieses schöne Kreuz.























Zum Gedächtnis für einen gewissen Josef Burger, der 1915 "fürs Vaterland" starb. Kaiser Wilhelm hat unterschrieben. Was beweist, dass man auch damals schon Unterschriften drucken konnte (logisch konnte man, das Bild ist ja auch gedruckt).























Und noch eine kleine Überraschung zum Schluss: Die Biederbacher Büffel sind zu viert!


















Der hier sieht sogar noch recht klein aus, oder? Jedenfalls arg putzig.



















Sehr nett!


















Hier hab ich noch kurz frohlockt, wie wunderbar ruhig die Straße noch ist - und dann überholten mich die ersten drei Motorräder. Vor halb neun. Sonst sind die zumindest nicht so früh wach!

Samstag, 16. Mai 2020

Kreidezeichnung: Sommerwald























Ein Bild hatten wir schon lange nicht mehr, was?
Heute eine kleine Zeichnung auf schwarzem Karton im Postkartenformat.
Ich habe Kreidegriffel und für die helle Partie im Himmel einen Kreidefilzstift benutzt.


















Die beiden Detailfotos sind also stark vergrößert.


















Der Filzstift war eigentlich viel zu dick, aber irgendwie ist der Effekt dadurch ganz cool geworden. Die dunklen Zweige habe ich mit Bleistift gemalt.























Ein Plätzchen an der Wand habe ich auch noch gefunden.

Freitag, 15. Mai 2020

Nisthilfe























Aus drei gekauften Insektenhäuschen, einer Holzlatte und einem kleinen Ziegelstein habe ich diese neue Heimstatt gebaut.
Die Sechsecke und den Stein habe ich an der Latte aufgehängt und vorsichtshalber auch noch angeleimt. Eine eher ungewöhnliche Kombination von Befestigungsmöglichkeiten, die mir aber ganz stabil erscheint. An der Trennwand habe ich das Ding mit einer stabilen Kunststoffschnur an einem Türgarderobenhaken aufgehängt.

An der Stelle ein kurzer Einschub zum Verb "aufhängen": Im Perfekt heißt es "ich habe aufgehängt" oder "er/sie/es hat aufgehängt", und im Präteritum "ich hängte auf, du hängtest auf, er/sie/es hängte auf".
Was es nicht gibt ist: "ich hing auf" und schon gar nicht "ich habe aufgehangen". "Gehangen" ist überhaupt kein Wort, egal, wie oft man es im Internet liest.
Im Internet steht viel Unsinn, wie wir dieser Tage wieder feststellen dürfen.
"Ich hing" ist richtig, wenn ich nichts und niemanden aufhängte, sondern selber z.B. herum hing.

Aber zurück zu den Insekten, die hoffentlich auf dem Balkon abhängen werden...























Das hängende Hochhaus werde ich noch ein bisschen weiter nach rechts schieben, wo es vielleicht noch mehr vom Regenschutz durch den Dachüberhang profitiert. Ganz rechts geht leider nicht, weil da die Befestigungsleiste vom Sichtschutz im Weg ist.


















Das obere Sechseck hatte ich schon letztes Jahr gekauft. Ich war ja eher skeptisch, aber tatsächlich wurde es inzwischen doch ganz gut angenommen. In einigen Bambusröhrchen und auch in den Holzstücken herrscht Leben.
Ob sich jemand für den Ziegelstein interessieren wird, wird sich zeigen.

Donnerstag, 14. Mai 2020

Die Eisheiligen























... haben ihrem Namen Ehre gemacht.
In der Nacht von Sonntag auf Montag gab es etwas überraschend Frost (das Überraschende daran war vor allem, dass die Wettervorhersage meinte, es gäbe keinen). Aber selbst wenn ich damit gerechnet hätte, hätte ich höchstens die Tomatenpflanzen eingepackt.
Dass alle anderen auch die Ohren hängen lassen, hätte ich nicht gedacht. Und dagegen ist man dann ja auch machtlos, ich kann ja nicht den ganzen Balkon abdecken oder alles ins Wohnzimmer stellen.























Ist das nicht ein deprimierender Anblick, Jungs?























Am schlimmsten sahen die Bohnen aus. Die hatte ich beinah schon abgeschrieben.

Aber zum Glück - ein paar Stunden später war alles wieder gut:
























Auch wenn ich das mit der Bildschärfe nicht so hingekriegt hab - man sieht, es ging wieder besser.























Sogar die Bohnen und Tomaten haben sich offenbar nur kurz erschreckt.
Puh.

Mittwoch, 13. Mai 2020

Niesel


















... die kleine Schwester von richtigem Regen. Besser als gar nichts.
Endlich sieht man mal wieder Schnecken! Ich hatte die fast schon vergessen.
























Die Wiesen blühen dieses Jahr nicht so üppig, dazu war es zu trocken. Aber hübsch sind sie trotzdem.




















Wir haben hier echt eine schöne Gegend zum Spazierengehen.























Ach, richtig, bevor ich's wieder vergesse: Auf meinem anderen Blog geht es nach kurzer Pause nun auch weiter.
Das lesen ja nicht so viele mit, was ich absolut verständlich finde, aber die zwei oder drei Interessenten sind mir den Hinweis auf jeden Fall wert!


Dienstag, 12. Mai 2020

Balkongarten-Update mit Buchtipp

Hinweis: Weiter unten stelle ich kurz ein Buch vor, das es aktuell im Handel gibt. Damit handelt es sich bei diesem Beitrag vermutlich um Werbung. Unbezahlte und unaufgeforderte, aber eben scheinbar doch Werbung.
Macht aus dieser Info, was ihr wollt.
























Meine selbstgezogenen Tomatenpflänzchen. Sie wachsen und gedeihen.
Zumindest bis jetzt - offenbar war heute Nacht doch leichter Frost und die mittlere lässt heute morgen etwas die Ohren hängen. Das machen allerdings fast alle, nicht nur empfindliche Häschen wie Bohnen und Tomaten, auch der Ahorn, die Margeriten und sogar der Klee sehen ziemlich mitgenommen aus.























Die Rosen bilden fleißig Blütenknospen. Bis jetzt kann ich Blattläuse und Mehltau in Schach halten.























Es wird schon wieder ganz gemütlich.


















Nur der Blütenstaub ist dieses Jahr echt heftig. Der Wald blüht, und wir haben hier viel Wald. Wenn es zusätzlich noch trocken und windig ist, staubt es ohne Ende.























Allein schon deswegen freue ich mich über jeden Regenschauer.























Die beiden Erlen wachsen, als gäbe es kein Morgen. Sogar die, die letztes Jahr unter einem mysteriösen Wurzelkauer gelitten hat. Ich muss sie jetzt zurückschneiden, sonst sprengen die jeden Rahmen.
In den beinahe leeren Blumentopf vorne hab ich ein bisschen Blumenwiese-Mischung gesät, weil die orientalischen Lilien, die ich vorschriftsgemäß trocken im Keller überwintert habe, bis jetzt keine Lebenszeichen zeigen. Daneben sprießt fröhlich die Feuerlilie, die winterfest ist.


















Die letztes Jahr eingetopfe Fichte hat sich offenbar auch eingewöhnt.


















Wie die hier heißen, weiß ich nicht, die hab neulich im Supermarkt mitgenommen, um den Platz der mal wieder nicht erschienen Kräuter (Petersilie und Dill) einzunehmen.
Kräuter aussäen klappt bei mir nicht. Vorgezogene Kräuter kaufen und auspflanzen wird auch selten was. Die besten Erfolge hatte ich bisher mit Rosmarin, wildem Thymian und Schnittlauch, alles andere geht ein.


















Dafür blüht die Himbeere dieses Jahr wieder zur richtigen Jahreszeit. Im Gegensatz zu den Erdbeeren, die nur schöne große Blätter kriegen.

Macht aber nichts, in erster Linie dient der Balkon ja der Erholung. Wobei für mich Gartenarbeiten wie Gießen, Umtopfen, Zurückschneiden und Hochbinden auf jeden Fall zur Erholung zählen.
Aber rumsitzen und gucken, was für Vögel vorbeifliegen, ist auch nett.


















Zum Beispiel ein Milan...























und ein derzeit noch seltenerer Vogel: Ein Linienflugzeug!
Sonst ärgere ich mich über das Zickzack von unzähligen Kondensstreifen in jedem Landschaftsfoto, dieses Jahr hab ich den einzigen seit Tagen extra fotografiert. Nicht, dass ich sie vermissen würde.


















Und nicht zu vergessen: Draußen sitzen und lesen ist auch eine schöne Beschäftigung.

"64" von Hideo Yokoyama ist ein Thriller, aber einer von der ruhigen Sorte: Ein Pressesprecher der Polizei muss sich mit einem Jahre zurückliegenden Entführungsfall auseinander setzten, bei dem ein kleines Mädchen getötet wurde. Schnell merkt er, dass seine Vorgesetzten und Kollegen ihm vieles verschweigen. Er selber behält dagegen für sich, warum seine seit dem vermisste Tochter von zuhause weggelaufen ist.
Wen ein wirklich dickes Buch über einen übermächtigen Verwaltungsapparat und Intrigen von karrierehungrigen Beamten im modernen Japan nicht abschreckt, ist hier richtig.
Apropos modernes Japan: Ich fand die Sitten und Gebräuche im Verwaltungsalltag gar nicht so sehr verschieden von unseren in Europa. Bei uns entschuldigt man sich zwar nicht öffentlich, wenn man einen Fehler gemacht hat, sondern schiebt die Schuld stets elegant auf andere, aber die entsetzliche Vorstellung, jemand könne sich beim gottgleichen Polizeipräsidenten persönlich beschweren, dürfte bundesdeutsche Beamte ungefähr genauso ins Schleudern bringen.
Was allerdings überraschend anders ist, sind die Unterschiede im Verhältnis zwischen den Geschlechtern: Wenn eine ausgebildete Polizistin in Japan heiratet, z. B. einen Kollegen, gibt sie selbstverständlich ihren Beruf auf und ist fortan Hausfrau. Wenn sie nicht heiratet, macht sie trotzdem keine Karriere, sondern bleibt den Männern immer untergeordnet. Das wird im Buch nicht vorrangig thematisiert, sondern eher nebenbei beschrieben, wenn auch mit teilweise kritischem Blick.
Irgendwie hat man ja Klischees von japanischen Männern im Kopf, die 12 Stunden am Tag arbeiten, und sich abends mit ihren Kollegen betrinken oder seltsame Verhältnisse zu Schulmädchen pflegen. Aber es war mir echt nicht bewusst, wie krass benachteiligt die Frauen tatsächlich noch heutzutage in einer hochmodernen Industrienation sind.

Montag, 11. Mai 2020

Corona chic


















"Ah", denkt ihr jetzt vielleicht, "sie hat sich einen Mundschutz passend zur Bluse genäht."
Mitnichten.
Sie hat sich eine Bluse passend zum Mundschutz genäht!























Echt wahr. Ich hatte ein kleineres Reststück leicht transparente Baumwolle in Eierschalenweiß, das für einen MNS reichte, und als ich den fertig hatte, habe ich mir die größeren Stücke angeschaut und mir ausgerechnet, dass das für eine Kurzarmbluse gerade noch reichen sollte.























Und so war's auch. Der Schnitt ist von Burda und aus dem Jahre 2007. Das sieht man daran, dass damals die Oberteile noch viel kürzer waren als heute. Ist aber in Ordnung, denn für weite Röcke sind lange Oberteile auch eher ungeschickt.























Die Fotos sind wie immer mit Selbstauslöser und unscharf, was soll man machen.
Aber man sieht, die Passform ist auch im Rücken ganz in Ordnung.


















Der Kragen ist ordentlich geworden und war unkompliziert - da hilft der dünne Stoff.


















Besonders gut gefallen mir die roten Knöpfe. Ich hatte so eine Bluse (gleicher Stoff, gleicher Schnitt) schon mal genäht - ungefähr 2007, vermutlich - und damals schwarze Knöpfe genommen. Damit war ich aber nicht so ganz glücklich. Perlmuttfarbene waren mir ein bisschen zu langweilig, und als ich in meinem Bestand diese hübschen Kollegen fand, mussten die es natürlich werden.

Knopflöcher nähen ist übrigens eine tolle Sache, wenn man eine Knopflochautomatik hat. Man kann sich sozusagen zurücklehnen und der Nähmaschine beim Arbeiten zugucken.


















Eigentlich gehört auch an die Ärmel Spitzenborte, aber das fand ich bei der ersten Version nicht so hübsch, weil die ja auch gekräuselt wird.


















Also kam die Borte nur an die Knopfleisten.
Auch die Borte stammt aus meinem Fundus. Zu meiner freudigen Überraschung hatte ich sogar Nähgarn in einem passenden warmen Weißton. Das Leben als Sammelratte hat Vorteile.