Samstag, 9. Mai 2020
Lupinenliebe
Vor ein paar Tagen habe ich sie zwar schon mal gezeigt, aber meine Balkon-Lupine finde ich so dermaßen schön, dass es noch einen zweiten Post in violett gibt.
Meine Lupine ist eine Vielblättrige Lupine, Lupinus polyphyllus. Die Art stammt aus Nordamerika und ist bei uns aus Gärten verwildert (es gibt auch einheimische Lupinenarten, aber die sind nicht so groß).
Die Wildform blüht in Farbtönen zwischen blauviolett (häufig) und weiß (selten). Gartenzüchtungen gibt es auch in rot, rosa und gelb.
Das Lupinenmehl, das in vielen Nahrungsmitteln enthalten ist, stammt von speziellen Ackerbausorten, denen Bitter- und Giftstoffe abezüchtet wurden. Unsere verwilderten und Gartenlupinen sind in allen Teilen giftig. Also bitte nicht essen...
Meine Pflanze stammt von einer wilden Lupine ab. Ich habe sie - anstatt ausgewildert - sozusagen eingegärtnert.
Bis zur Blüte hat sie drei oder vier Jahre Anlaufzeit gebraucht. Sie wächst in einer mittelgroßen Pflanzschale und schluckt im Moment sehr viel Wasser. Das soll sie auch, bei mittlerweile stolzen 14 Blütendolden.
Sonst mögen Lupinen eher etwas trockenere Standorte und lockere Böden. Weiterer Pflege bedürfen sie nicht, die werden ganz von selber so schön.
Die Lupinenblüte hat einen speziell auf Bienen und Hummeln ausgerichteten Klappmechanismus.
Wenn sich die Hummel hinsetzt, kommen aus dem unteren Teil der Blüte Staubgefäße mit Pollen oder der Griffel mit der Narbe hervor (je nachdem, wie alt die Blüte ist) und drückt sich gegen den Hummelbauch.
So bestäubt die Hummel nach und nach jede Blüte mit Pollen aus einer anderen Blüte.
Die Hummeln sind begeistert und besuchen meinen Balkon regelmäßig. Davon bin ich dann wieder begeistert, weil ich Hummeln ganz besonders sympathisch finde.
Auch die gefingerten Blätter sind sehr hübsch, vor allem, wenn es geregnet hat.
Ich bin wie die Hummeln hingerissen von der prächtigen Pflanze und hoffe, dass sie jetzt jedes Jahr blüht!
Dieser Post macht beim Frühlingsglück bei Loretta und Wolfgang mit.
Freitag, 8. Mai 2020
Die Taube auf dem Dach
ist besser als der Spatz in der Hand. Oder so ähnlich.
Heute bei Centi: Wildtiere, die wir vom Haus aus sehen, Edition "Vögel".
Die Taube ist keine Haustaube, sondern eine Türkentaube. Zu erkennen am schmucken Band um den Hals und der braun-grauen Farbe.
Viel bunter ist die Wacholderdrossel auf der frisch gemähten Überflutungsfläche, und gerade deswegen ganz gut getarnt. Am auffälligsten ist ihr Schatten.
Oben drüber fliegt der Graureiher...
und ab und zu ein paar Stockenten.
Mittwoch, 6. Mai 2020
Tautropfen
im Morgenlicht - schön und vergänglich.
Eine Stunde später ist alles schon vorbei.
Aber es lohnt sich, dafür auch am Wochenende früh aufzustehen, finde ich.
Dienstag, 5. Mai 2020
Die heitere Seite
Ein Brunnen-Schuttig mit Mundschutz, stilecht in rot mit Zotteln (was ein Schuttig ist seht ihr hier).
Sonst haben mich in letzter Zeit Stilblüten der lokalen Presse erfreut. Vor ein paar Wochen hieß es in der Zeitung so schön:
"Eine Emmendinger Pizza geht ihren eigenen Weg"
Ich sah ihn schon vor mir, den unbeugsamen Teigfladen, wie er unbeirrbar seine kleinen Wanderschuhe schnürt und losstiefelt.
Gemeint war natürlich eine Pizzeria mit kreativer Problemlösungsstrategie.
Heute überraschte mich ein ganz neuer Ansatz, gelangweilte Senioren zu unterhalten:
"DIREKTEN KONTAKT ERMÖGLICHEN: Besucherboxen im Triberger Altenheim"
Doch, Boxen ist eine denkbar direkte Kontaktsportart, das kann man wohl so sagen. Ich stellte mir das so nett vor, wie die Heimbewohner aus ihren Fenstern die boxenden Besucher anfeuern...
Allerdings stellte sich dann heraus, dass die "Besucherboxen" kleine Hütten sind, in denen die Bewohner isoliert Besuch empfangen können.
Auch schön.
Was gab es bei euch an Putzigkeiten und Lustigem?
Montag, 4. Mai 2020
Restekuchen
Man nehme:
- 250 g Mehl
- 1/2 Päckchen Backpulver
- 1 TL Zimt
- 1 TL Kakao (reiner Kakao, kein Getränkepulver)
- ca. 50-100 g was an Kleinkram übrig ist: Schokoraspeln oder -streusel, gemahlene Nüsse oder Mandeln, Kokosflocken
- 80 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 100 g weiche Butter oder Margarine
- 3 Eier
- 1/8 l Rotwein, Weißwein, Apfelsaft, Traubensaft... was eben da ist. Zur Not geht auch Wasser.
Die trockenen Zutaten gut vermischen (Backpulver und Kakao sieben!), dann Eier, Butter und Wein sorgfältig unterrühren. In einer Kastenform im vorgeheizten Backofen ca. 60 Minuten bei 180° C backen.
Nach ca. 20 Minuten die Oberfläche mit einem Küchenmesser anritzen.
Mit meinen Zutaten oben wird der Kuchen wenig süß und relativ trocken!
Wer es süßer oder saftiger mag, kann Zucker und Butter auf bis zu je 200 g erhöhen.
Die variablen Zutaten (Krümelkram und Flüssigkeit) können den Kuchen natürlich auch süßer machen, je nachdem, was man hier nimmt.
An sich war der Kuchen als Rotweinkuchen mit Schokoraspeln konzipiert. So habe ich ihn auch jahrelang gemacht, aber irgendwann habe ich dann keinen Wein mehr getrunken und hatte folglich auch keinen mehr zum Backen.
Wie sich herausstellte, geht Fruchtsaft aber gleich gut - und man kann statt Schokolade auch ganz wunderbar diese Reste von Nüssen und anderen Backzutaten, die immer übrig bleiben und in der Schublade herumfliegen, darin verwursten.
Der Kuchen hat den Vorteil, dass er geheimnisvollerweise immer gelingt. Mir zumindest. Woran das liegt, weiß ich nicht, aber der ist noch nie klitschig oder sonst wie seltsam geworden.
Sonntag, 3. Mai 2020
Mairegen macht grün
Der Regen der letzten Tage war zwar nur der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein, aber besser als gar nichts.
Ein bisschen erfrischt wirkt die natur zumindest.
Die Farne entrollen sich...
... und das Moos atmet einmal tief durch.
Freitag, 1. Mai 2020
Rhabarber, rhabarber...
Ein Wort, bei dem ich immer sehr aufpassen muss, dass kein "r" an die falsche Stelle gerät...
Wisst ihr, woher der Name kommt? Laut meinem Ethymologischen Lexikon vom Lateinischen "rha barbarum" - ausländische Wurzel.
Davon mal abgesehen, dass es heutzutage natürlich recht beschränkt wirkt, alles, was nicht einheimisch ist, im Rundumschlag als barbarisch zu bezeichnen, ist das nun auch beim besten Willen keine Wurzel.
Es ist bekanntlich und offensichtlich vielmehr ein Blattstängel.
Ich habe ein Kilo für 1,99 € erstanden und zum ersten Mal Marmelade draus gekocht. Bis jetzt habe ich aus Rhabarber nur Kompott oder Kuchen gemacht.
Geht wie immer: Putzen, schälen, waschen, klein schneiden, passende Menge Gelierzucker dazu, kochen und in Gläser füllen.
Da Rhabarber eine stabile Angelegenheit ist, muss er länger kochen als Beerenobst oder so was, und man muss aufpassen und fleißig umrühren, weil er schäumt wie irre. Durch den hohen Säuregehalt, vermutlich.
Nachdem die Marmelade gestern Abend abgekühlt war, hatte ich einen Schreckmoment: Viel zu flüssig. Dabei war die Löffelprobe gut fest.
Na ja, dachte ich, morgen kann ich das ja nochmal mit mehr Gelierzucker (ich spare immer mit Zucker) aufkochen. Aber siehe da, heute ist die Konsistenz perfekt. War wohl doch noch nicht kalt genug.
Auch den Geschmack finde ich prima.
Wem das zu sauer ist, der kann natürlich die klassische Kombination mit Erdbeeren wählen. Dann wird sicher auch die seltsam grünlich-rosa Farbe hübscher. Dafür hat man dann aber auch Erdbeerkerne in der Marmelade.
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