Für alle (also gut,
alle beide), die wissen wollten, was aus diesen Quadraten wird:
Der 2.
Schallschlucker für unsere Essecke!
Natürlich soll der anders aussehen als der erste, aber doch dazu passen.
Das "anders" erkennt man ja schon bestens.
Das "dazu passen" ergibt sich aus ein paar Resten von der dunkelroten Baumwolle, die mitspielen dürfen, und daraus, dass die Grundquadrate die gleiche Größe haben wie die beim ersten Schallschlucker.
Ich möchte gerne etwas haben, das abends im Kerzenlicht schimmert und ein bisschen nach Orient, Wüstenscheichs und Karawanen aussieht.
Dazu habe ich mich ideenmäßig unter anderem bei
Sodas Loggia bedient inspirieren lassen. Die gefällt mir nämlich richtig gut. Bei mir gibt's nur weniger Glitzer und Perlen.
Erstmal hab ich tief in die Restkiste gegriffen.
Jemine, was ich alles hab!
Praktisch
alles, was fusselt und nervt!
Pannesamtreste. Mit Pannesamt vom Grabbeltisch habe ich Nähen gelernt. Kein allzu leichter Anfang.
Ein Halstuch, das mir eine Freundin zum 17. oder 18. Geburtstag genäht hat, das sich aber leider als Halstuch nicht tragen lässt.
Eine alte Tischdecke.
Ein Stück altes Oberhemd von meiner besseren Hälfte.
Ein Rest von einem echtem indischen Seidenhalstuch, das sich ebenfalls nicht als Halstuch tragen lässt.
Und Chinajacquard! Aus dem mit den Blümchen hatte ich mal eine Corsage genäht, von der ich nicht mal mehr Bilder hab.
Aus dem roten eine Jacke. Mit Lackapplikationen. Eine Heidenarbeit.
Aus dem Schnörkeljacquard ist ein Korsett geworden, das war noch viel schlimmer.
Immerhin waren die beiden Stoffe ganz schön teuer und haben doch eine gewisse Qualität, was man dem Blümchenjacquard nicht nachsagen kann.
Von dem seltsamen Geschenkpapierstoff, aus dem ich die Vorhänge für mein Nähzimmer gemacht hab, war auch noch was übrig.
Und dann hatte ich ja noch Segeltuch von meinen ursprünglichen Schallschlucker-Plänen.
Material genug für einen Schallschlucker in allen möglichen Rottönen zwischen Knallrot, Braun, Tomatenrot, Pink, Violett, Orange und Bordeauxrot. Dazu ein bisschen Gold, Ocker, Schwarz, Grün und Hellblau.
So stelle ich mir Indien vor.
Dann hob das große Bügeln und Zuschneiden an.
Ich hatte Hemmungen, das geschenkte Halstuch zu zerschneiden, weil besagte Freundin einen herrlich ordentlichen Rollsaum von Hand genäht hatte. Solltest du dies jemals lesen und dich erinnern, Luise: Es tat mir wirklich leid drum, aber dafür wird künftig eine kleine Erinnerung an dich in unserem Wohnzimmer hängen!
Das Ergebnis sind 36 verschiedene Quadrate. Ich habe jeweils ein oder zwei kleinere Quadrate auf die größeren appliziert, glänzende und matte Stoffe gemischt und diverse Ziernähte aus verschiedenen Garnen aufgebracht.
Das war im Großen und Ganzen noch recht leicht (wobei ich die Gelegenheit gerne nutzen möchte um hier öffentlich ein wunderschönes, glänzendes, violettes Maschinenstickgarn zu verfluchen:
Das verdammte Zeug soll in der Hölle schmoren!).
Außerdem machen mir Arbeiten Spaß, die sich nicht streng wiederholen, sondern immer wieder neu und anders sind.
Jetzt muss ich die 36 Schätzchen zu einem großen Quadrat zusammenfügen. Das wird fummlig und vor allem relativ langweilig.