Endlich geht es mit der Krippe weiter! So ein Monat zieht sich ja wie Gummi, wenn man Neuigkeiten hat, die dringend unters Volk müssen...
Es war Zeit für das Dachgeschoss, wenn man das bei einem Stall so nennen darf. Zuerst musste ich den Zwischenboden einziehen. Die Bodenbretter sind teils alte Obstkistenbretter, teils aus Brennholzsplittern gespalten.
Ganz links hab ich ein Stück Pappe benutzt, weil ich keine Bretter mehr hatte und man das hinterher sowieso nicht sieht. Außerdem habe ich zum Glück rechtzeitig dran gedacht, das man bei diesem Schritt unbedingt die Lampen anbringen sollte, und zwar so, dass man sie auch noch auswechseln kann, falls sie mal schlapp machen.
Dann kam der Dachstuhl dran. Auf dem Bild oben seht ihr: er hat jeweils vier Dachsparren (die Balken, die vom First aus nach beiden Seiten runter gehen). Wie immer absichtlich schief, denn alte Dächer sind nun mal nicht gerade. Um den Dachstuhl so zu konstruieren, dass der hinterher auch hält, wenn man nur Leim zur Befestigung benutzt, hab ich mir Konstruktionszeichnungen von Dachstühlen im Internet angeguckt. Das ist nämlich doch alles etwas komplizierter, als ich vorher dachte. Aber mit ein, zwei Vorlagen war das auch kein Problem.
Mein Dach ist so wunderbar realistisch schief geworden, dass ich die Dachlatten auch nicht im Stück aufkleben konnte, sondern jede erst in drei Teilstücke knipsen musste. Diese Stücke sind auch unterschiedlich lang, weil die Sparren (also die sozusagen dachförmigen Balken) ja nicht parallel liegen.
Die Latten sind übrigens aus mit dem Taschenmesser der Länge nach gespaltenen Bambusstäben (für Schaschlik oder so). Wenn ihr so was selber macht: Vorsicht! Sobald man mit Bambus arbeitet, merkt man ganz deutlich, dass die Unterscheidung zwischen Holz und Bambus durchaus nicht nur akademischer Natur ist. Bambus ist kein Baum, sondern ein Gras und verhält sich ganz anders als Holz. Er splittert nur längs in messerscharfe, federnde Fasern. Ich hab mich tatsächlich nur einmal an einem Bambussplitter gepiekt und kein einziges Mal geschnitten. Damit bin ich ganz zufrieden.
Von oben sieht man ganz gut, wie schief das Dach in sich ist.
Nun wurde es Zeit für Bretterverkleidung am Dachstuhl und die Schindeln. Die Bretter sind aus Resten vom Bretterboden und gespaltenen Balken.
Die Schindeln hab ich aus Brennholzresten (Tanne und Fichte) gespalten. Für richtige, lebensgroße Schindeln braucht man ein Schindelmesser und einen Holzhammer, für meine Winzlinge reicht ein Taschenmesser und etwas Druck aus dem Ellenbogen. Manchmal auch etwas mehr. Bis das ganze Dach gedeckt war, hatte ich jedenfalls wieder Blasen an den Händen. Die vom Balkenschnitzen waren ja inzwischen verheilt.
Auch die Schindeln dürfen natürlich nicht in schnurgeraden Reihen liegen, die müssen immer ein bisschen versetzt angeordnet werden. Es soll ja ein altes Dach werden. Und sie müssen in jeder Reihe die Schindeln darunter so überlappen, dass die Lücken dazwischen möglichst immer verdeckt sind. Im richtigen Leben würde sonst Wasser reinlaufen, und bei einer Krippe würde es einfach komisch aussehen. Wie man den First macht, hab ich mir auf einer Holzschindeldachdeckerseite angelesen.
Auf den folgenden drei Bildern sehr ihr das fertige Dach:
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| unbehandelt, |
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| mit Stahlwolle-Essig-Mischung gebeizt, |
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| und mit verdünnter schwarzer und grauer Acrylfarbe bemalt. |
Doch, mit dem Dach bin ich sehr zufrieden. Die Schindeln aufzukleben war auch eine ausgesprochen nette Arbeit, das war so frustrationsfrei.
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| Die Rückseite sieht eher wie ein Gebäude aus, in dem heutzutage eine Flüchtlingsfamilie aus dem nahen Osten untergebracht wird. Wenn sie nicht in einem Plastikzelt hausen muss. Es hat sich nicht viel geändert in der Welt. |
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| Eine Detailansicht der Schindeln |
Bei der Dachuntersicht merkt man dann schon, dass mein Dach doch ganz ordentliche Lücken hat, aber hey, das soll ja auch alt aussehen!
An dieser Stelle hätte ich eigentlich mal kurz innehalten und mir selber ausgiebig auf die Schulter klopfen können. Schließlich hab ich ganz alleine ein prima kleines Holzhaus gebaut.
Nur dummerweise hab ich da gar nicht dran gedacht und sofort angefangen, alles abzukleben, worauf bei der Landschaftsgestaltung möglichst keine Spachtelmasse geraten sollte. Daher gibt es das heutige Abschlussfoto mit Malerkrepp... aber das macht nichts, hier werden noch viele Fotos vom kompletten Stall gezeigt!