Montag, 14. Dezember 2015

Meine Freunde, die Bäume

... sind tot. Mal wieder.
Ich fürchte, ich habe ein sehr enges Verhältnis zu Bäumen. So ungern ich sonst mit großen Worten um mich werfe, in dem Fall muss ich wohl sagen: Ich liebe Bäume.
Welches andere Lebewesen ist so schön und wird dazu noch so groß und so alt?
Bäume spenden Schatten und Schutz, speichern Wasser, halten die Erde fest und filtern die Luft.
In einer Gegend ohne Bäume würde ich mich nie richtig heimisch fühlen.

Vermutlich kommt es daher, dass mir jedes Mal, wenn ein Baum gefällt wird, das Herz blutet. Je älter und schöner der Baum, desto schlimmer.
Im Wald werden Bäume geerntet, das sehe ich ein. Meiner Meinung nach sollte man dort zwar auch mehr einfach mal zwischendrin richtig alt werden lassen und gar nie fällen, aber gut. Holz ist ja auch was Tolles.
Aber freistehende Bäume, auf dem Feld oder in Ortschaften, die sind doch was Besonderes.
Argumente wie "die müssen halt weg, weil wir den Platz für was anderes brauchen", "da könnten Äste abbrechen" oder "die machen zu viel Dreck/Schatten/Wurzeln" kommen in meinem Hirn nicht an.

Oder vielleicht schon im Hirn, aber nicht in meiner kleinen schwarzen Seele.

Ich möchte, dass die Bäume leben bleiben.


















Das hier ist die Straße zwischen dem Friedhof in Bleibach und dem neuen Baugebiet linkerhand.
Sieht ganz OK aus? Ja, schon, aber im letzten Herbst war es dann doch noch was anderes.



































Nicht nur Ahorn, Kastanie, Weide und Kirschbaum wuchsen da, auch wilder Wein, Brombeeren und Hopfen.























Die gleiche Straße von der anderen Seite im Frühling. Der große weißblühende Baum war mein Liebling aus der Reihe.























Eine mächtige Robinie, auch Scheinakazie genannt.




Das ist nun übrig.


















Ich hab die Ringe nachgezählt und die fehlende Mitte geschätzt: Mindestens 60 Jahre alt.
Jetzt ein kleingesägter Haufen Brennholz.

Kommentare:

  1. Mönsch, so eine schöner Baumbewuchs am Wegrand und dann auch noch so gemischt ... wieso haut man das alles weg :\?

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  2. Ach, ich versteh dich so gut.. das macht richtig traurig zu sehen, was für tolle Bäume dort standen...

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  3. Menschen sind manchmal grauenhaft. Dieser Kahlschlag sieht aus wie ein aufgeräumter Tatort. Ich verstehe Dich gut, Du hast eine sehr grüne Seele- wo soll die wohl schwarz sein?
    Lieben Lisagruß!

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  4. Puh, ich verstehe Dich so gut! Bei uns haben sie im Hinterhof einen wunderschönen Baum weggehauen, vor drei Wochen, und ich bin immer noch richtig traurig. Gesund war er auch, aber eine Nachbarin empfand ihn als Verdunkelungsattacke auf ihre Küche (alle anderen wollten ihn gern behalten, und viel heller ist die Küche nun auch nicht. Tja).

    Liebe Grüße
    Maike

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    1. Super Maßnahme... diese Nachbarin wäre bei mir so was von untendurch! (Wie unsere Nachbarn, die zwei große Fichten und einen Walnussbaum gefällt haben - die können jetzt noch jahrelang so künstlich nett tun wie sie wollen, die kommen bei mir auf keinen grünen Zweig mehr). =/

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  5. Oh nein... ich könnte schon jedesmal bei diesen Radikalverschnitten von Bäumen handgreiflich werden. Bei Leuten, die über Blätter, Schatten und morsche Äste jammern, denke ich immer an ein Lied von Hedningarna. Da beschwert sich ein Passant beim Gärtner, weil ja ein Ast von den alten Bäumen in seinem Garten abbrechen könnte. Und der Gärtner entgegnet: Ja, und ich hoffe, er trifft dich. Oder wie Herr Jünger schrieb: Wir leben in einer dem Baum abholden Zeit.

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    1. Diese krassen Baumverkrüppelungen finde ich auch schrecklich. An meiner Laufstrecke haben sie einen großen Walnussbaum bis auf vier oder fünf Aststümpfe zurückgestutzt - der geht bestimmt ein. Und selbst wenn nicht, ist er nur noch ein trauriges Gestell.
      Das mit dem Gärtner ist hervorragend! Muss ich mir merken.

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Ich freue mich immer über nette und konstruktive Kommentare! Vielen Dank dafür!