Dienstag, 10. Februar 2015

Persönliche Kochsalzlösung

Auf der Milchpackung fiel mir neulich dieser Satz auf:


















Mal davon abgesehen, dass doch vermutlich niemand davon ausgeht, dass die Molkerei die Milch künstlich nachsalzt - Die Anwesenheit eines chemischen Elements zu erwähnen, finde ich sprachlich irgendwie gewagt.

Ich hätte vielleicht von einem Vorkommen gesprochen. Oder vom Vorhandensein.
(Auch wenn der Duden mal wieder nicht mir, sondern einer schnöden Milchpackung Recht gibt.)

Argwöhnische Frage: Ist hier etwa Natrium anwesend?
Beruhigend gemurmelte Antwort: Nein, nein, nein....

Oder:

Silizium?
Anwesend!
Phosphor?
Hier, bei der Arbeit!
Natrium?
*Stille*
Natrium?
... das ist heute nicht da, das ist krank!


Aber wenn wir schon beim Thema sind, würde ich gerne mal zwei Dinge erwähnen, die ich in der Welt der Blogs so regelmäßig falsch geschrieben bzw. verwendet finde, dass ich fürchte, dass sich das einbürgert.

Und bei denen bin ich mir sicher, dass ich Recht habe.

1. Die müßige Muse

Wenn einen die Muse küsst, dann fühlt man sich beflügelt, etwas Kreatives zu tun. Die Muse ist entweder eine Göttin der Künste oder ein Mensch, der einen Künstler inspiriert.

Die Muße dagegen küsst normalerweise niemanden. Oder wenn doch, dann schläft derjenige eher ein. Muße haben bedeutet Freizeit haben, und zwar gerne im Sinne von Chillen, Nichtstun, Rumhängen.
Müßiggang ist aller Laster Anfang, heißt es.

Um sich kreativ zu betätigen, braucht man also meistens beides - die Muse für die Idee, und Muße, damit man auch Zeit für die Umsetzung hat.

2. Der Haken mit dem Häkeln

Ich weiß nicht, wie sie alle darauf kommen, aber eine Menge Blogger-Kolleginnen schreibt Häkeln mit "ck".
Dabei spricht man das noch nicht mal so aus.
Das Wort Häkeln kommt daher, dass die für die Handarbeit verwendete Nadel vorne einen Haken hat.
Mit Haarmann mit dem Hackebeilchen hat die Sache nichts zu tun.

So, das musste mal gesagt werden.
Jetzt fühle ich mich besser und kann mich wieder auf die Anwesenheit von Natrium konzentrieren.

Kommentare:

  1. Hallo Centi,

    was auch regelmäßig in Blogs falsch geschrieben wird: Kapuze mit TZ..

    LG die anwesende aber stille Hirvi

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    1. Ja, das hab ich auch schon oft gesehen. Gna!

      Auch immer wieder wundervoll: Rezession statt Rezension. :D

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  2. ...das ignorier ich einfach gar nicht....:-)

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  3. Ich habe momentan zwei Sorten Milch im Kühlschrank. Es findet sich auf den Packungen allerdings kein Hinweis darauf, wo das Salz herkommt.
    Vermutlich hat sich in Eurer Gegend jemand im Rahmen der Diskussion um Kennzeichnungspflichten darüber aufgeregt, dass zur "Salzquelle" keine Angaben gemacht wurden. Dann hat man es geändert.
    Ehrlich gesagt gehe ich nicht in ein Geschäft, um eine Lesestunde abzuhalten. Alles kann man ohnehin nicht kontrollieren. Die nächste Frage ist, ob man den Angaben trauen kann. BIO oder nicht BIO ist doch wohl ganz oft die Frage.
    Was das richtige oder falsche Schreiben von bestimmten Wörtern betrifft, wundert mich schon bald gar nichts mehr. Richtig sauer werde ich allerdings, wenn in der Zeitung, im Radio oder Fernsehen die angeblichen Fachleute von Rechtschreibung und Grammatik noch nichts gehört haben können.
    Genitiv und Dativ scheinen mittlerweile eineiige Zwillinge zu sein, zumindest werden sie häufig so angewendet.
    Übrigens, intrigieren und integrieren werden auch gern verwurschtelt.
    Schönen Abend noch
    Edith

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  4. Ich kicher mich gerade kugelig...so ist es! =)

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  5. Ich fürchte, auch mit der Herleitung dass Häkeln vom verwendeten Haken kommt wirst du nicht weit kommen wenn ich mir angucke, wie viele Leute auch den "Hacken an der Sache" (wahlweise natürlich auch den "Harken") suchen...
    Bei einigen Wörtern/Schreibweisen kann man sich ja wenigstens noch mit der alten Rechtschreibung rausreden (ss/ß), auch wenn damit eigentlich auch sinnvoll vereinheitlicht werden sollte (ss - kurz [Schuss], ß - lang [Schoß], Schuß macht also genau so wenig Sinn wie Schloß) und die Reform ja nun auch nicht erst gestern war und es nicht hieß "Wir vereinheitlichen und vereinfachen das, damit es doch jeder machen kann wie er will.", aber andere Dinge sind und bleiben einfach nur falsch und waren in den letzten 100 Jahren wohl auch nie richtig...

    Ganz grausam und unnötig finde ich, gerade in Zusammenhang mit dem Genitiv, übrigens auch immer diese ganzen Besitztümer mit Apostroph. "Gerda's Blog", "Mama's Nähmaschine" und so weiter und so fort... leider findet sich das auch bei Markennamen und Handelsprodukten, ja selbst Büchern (!, Was war der Lektor noch gleich von Beruf?) immer häufiger wieder. Dabei ist es doch eigentlich so einfach... - im Deutschen gibt es dieses vermalledeite Apostroph nicht, Punkt, fertig, aus. Sowohl Plural als auch Genitiv kommen ganz ohne aus (Gerdas, Cremes, ...) - bei Pluralformen ohne S käme ja auch keiner auf die Idee z.B. Tasse'n zu schreiben, oder? Einzig im Englischen gehört der Apostroph beim Genitiv dazu (Sophie's books), aber die haben auch mehr Plurale auf S als wir im Deutschen und um von "des Buches Seiten" zu reden ist es schon einfacher, wenn man "the book's pages" und "the books" schon beim Buch zu unterscheiden vermag und nicht erst denkt, es handele sich um mehrere Bücher bis man zu den Seiten kommt.

    Das war's dann auch wieder von mir, oder, wie ich mal ganz haarsträubend gelesen habe, ich bin damit fertig meinen "Sempf" dazuzugeben.

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    1. Na, bei alten Markennamen (Beck's z.B.) war der Apostroph aber noch richtig - im 19. Jahrhundert hat man das im Deutschen noch so gemacht.
      Und dann sollte man natürlich einen setzen, wenn man das Genitiv-S weglässt (Hans' Buch), oder man kann einen setzen, um klar zu machen, dass das ein Genitiv-S ist und nicht zum Namen gehört. In Freiburg gibt es z.B. "Volle's Einrichtungshaus", weil "Volles Einrichtungshaus" ein bisschen irreführend wäre. Oder bei Vornamen wie Andrea oder Nicola, die es ist der männlichen Form mit einem S am Ende gibt. Da kann ein Apostroph auch hilfreich sein und ist dann auch richtig.

      Aber Mama's Nähmaschine tut natürlich weh. :D
      "Maschiene" liest man ja auch immer wieder gerne. ;-)

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    2. Das "Deppenapostroph" finde ich bei Namen nicht so schlimm - das ist in Ausnahmefällen sogar erlaubt, wie Centi schon sagte (ich hab aber auch schon "Alle's zum halben Preis" gelesen - und nein, das kam nicht von einem Eigennamen "Alle" ...)
      Viel nerviger finde ich das "Deppenleerzeichen", das sich munter auf gefühlt 99% der Supermarktverpackungen tummelt: "Vanille Pudding", "Schoko Milch", "Himbeer Marmelade" ... im Englischen wäre das alles ja okay, aber im Deutschen gibt es nichtmal eine Ausnahmeregelung dafür, purer Anglizismus. Seufz.

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  6. Ich wundere mich auch regelmäßig, dass so viele Leute anscheinend nie gelernt haben, dass ein ck nur kurz gesprochenen Vokalen folgt. Ich habe tatsächlich noch nie jemanden "Kücken", "Kecks" oder "Hacken" (wenn man nicht von der Ferse spricht) so aussprechen hören ...
    Die "Kaputze" verstehe ich noch, zwischen tz und z besteht ja gesprochen kein Unterschied.

    Was mich aber mehr nervt als RSF, sind aber Grammatik-Klöpse, weil der/die Blogger/in kreative Formulierungen verwenden will oder sich nicht für eine Formulierung entscheiden kann. "Am liebsten bevorzuge ich ..." Gna.

    Jetzt gibts erstmal Frühstück, in meinem Porridge ist bestimmt auch Natrium anwesend!

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