Freitag, 18. Juli 2014

Kindle oder Buch?

Ich gehe davon aus, dass ihr, meine Lieben, zur lesenden Minderheit gehört.
(Oder guckt ihr euch etwa nur meine Fotos an? Wäre mir auch recht, ich geb's zu.)

Was mich mal interessieren würde: Lest ihr lieber auf Papier oder Bildschirm?


















Bei mir ist das unterschiedlich. Blogs lese ich gerne, und die gibt es nur online. Allerdings lese ich nur Blogs, auf denen es auch Bilder gibt.
Die Tageszeitung lese ich auch meistens im Internet.

Längere Texte, vor allem Bücher, brauche ich definitiv auf Papier. Selbst wenn ich einen Text elektronisch habe, drucke ich ihn mir am liebsten zum Lesen aus.
E-Reader sind gar nichts für mich. Die Vorteile sind zwar nicht zu verachten, aber ich möchte echte, richtige Bücher, die ich in der Hand halten und später ins Regal stellen kann.























Weil ich außerdem auch noch alte Bücher lieber mag als neue, gerate ich manchmal an Exemplare, die man so, wie sie sind, allerdings nicht in der Hand halten will.

Diese Volks-Ausgabe von "Rosegger's Schriften" (damals war der Apostroph noch richtig) hab ich heute aus der Grabbelkiste gerettet. Sie war ziemlich schmuddelig und folglich bin ich auf die Idee verfallen, den Einband mit einem feuchten Tuch abzureiben.
Super Einfall.
Sowohl die graue Grundfarbe als auch der schwarze Aufdruck sind aus wasserlöslicher Farbe.
Bevor alles ab war, hab ich es zum Glück gerade noch gemerkt.


















Ich meine - das Buch ist nicht wertvoll oder so was, aber ist verdammte 112 Jahre alt und ich hätte es um ein Haar versaut! 


















Anderes Buch:
Was man elektronisch vermutlich nicht bekommen wird: Eine Fußnote, die (mir wenigstens) noch unverständlicher ist als der Text.
Außerdem glaube ich, dass es das Buch auch nicht als E-Book gibt.


















Und dann natürlich: Verzierungen, Illustrationen, die Druckbilder, das Papier...


















... und die persönlichen Spuren der Vorbesitzer. Widmungen, Markierungen, Einträge, Ex Libris', Lesezeichen und Zeitungsauschnitte.
























Und natürlich die Einbände!



















Und Goldschnitt. Goldschnitt! Gibt es elektronisch nicht, da bin ich mir sicher.

Kommentare:

  1. Ich nutze beides. Ich liebe, wie Du, das gedruckte Buch! All die Kleinigkeiten, die sonst verloren gehen (und Du so wunderschön dargestellt hast). Aber ich nutze auch das elektronische Format mittlerweile sehr gerne. Ich lese halt vor allem englischsprachige Autoren im Original und bestelle die mir online. Bei aller Liebe zu echten Buchläden, über 20 euro für ein englisches Buch (nicht einmal Hardcover!) ist für einen einfachen Roman echt zuviel. Das kann ich mir nicht leisten (vor allem nicht bei meiner Lesemenge ^^). Online wird eben der aktuelle Dollar oder Pfundpreis in Euro umgerechnet und meistens liegt der Preis dann (unabhängig ob gedruckt oder elektronisch) meist zwischen 5 und 6 Euro. Da ich sehr gerne und sehr viele Romane lese, die ich dann nicht unbedingt alle bei mir stehen haben mag (das ist nur meinen Lieblingsbüchern vorbehalten, die ich immer und immer wieder lesen mag), habe ich mich mit elektronischen Büchern nach anfänglichem Zögern doch sehr gut angefreundet. Ich kann sie sofort runterladen, ich kann gerade für unterwegs (Reisen und Urlaub) ohne extra Gewicht Bücher in Massen mitnehmen (und Massen brauche ich), wenn ich den neuen Band JETZT lesen will, kann ich das auch, viele Klassiker, die mittlerweile offen verfügbar sind, kann man kostenlos erhalten... und was mich aber am Ende wirklich gepackt hat: Ich lerne neue Schriftsteller kennen, die selbst publizieren und deren Bücher es oft nur in elektronischer Form deswegen gibt. Da gibt es viele schlechte Bücher, aber auch überraschend großartige!

    Das einzige echte und schwerwiegende Problem, das ich noch habe, ist, das ich Angst habe, dass das Tablet in die Wanne fallen könnte ;)

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    1. Ja, seit Jokers die englischsprachigen Bücher fast aus dem Programm genommen hat, hab ich da eindeutig Defizite. In der Grabbelkiste überwiegt auch das Deutsche.

      Wenn ich viel (und vor allem lange) reisen würde, wäre das Gewicht vermutlich auch ein Argument für mich. Für ein paar Stunden im Zug oder abends im Hotelzimmer nehme ich lieber ein Taschenbuch mit.

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  2. Waaaah, was für ein tolles Buch!! Das hätte ich auch gerettet!
    Ich stehe zum echten Buch. Meine Bücher würde ich sowieso kaum in elektronischer Form bekommen. Und echte Bücher riechen. Und sie fassen sich gut an. Und es raschelt so schön beim Umblättern. Und zu guter Letzt kann man noch Mücken damit erschlagen ;)
    Nein, ich liebe echte Bücher.
    Ob ich mir jemals einen E-Reader anschaffen werde... erst mal nicht. Für Ebooks reicht mir momentan noch mein Laptop.

    Liebe Grüße,
    Sandra

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    1. Das mit den Mücken ist auch ein schöner Grund! :D

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  3. Ich lese ja nicht sooo viel, aber wenn, dann privat doch am liebsten auf Papier gedrucktes. Am PC recherchiere ich ja ohnehin beruflich schon so viel.
    Ich finde es richtig toll, Stellen durch gezieltes "vereselohren" zu markieren.
    Meine Holde schwört hingegen auf ebooks - die Vorteile liegen ja auch auf der Hand: Gerade im Urlaub müsste sie - oder eher ich 8( - die ganzen Bücher schleppen. Da ist die el-Form schon praktischer. Am Strand hingegen hätte ich Angst, dass mir der Sand ins Getriebe geweht wird, keine so prickelnde Vorstellung.
    Historische Buchrücken finde ich auch sehr hübsch.

    Ach ja, beim fünften Bild wird ja der Anfangsbuchstabe mit dem Bild illustriert. Leider passt das Bild aber nicht zum Beschriebenen "...kein Wölkchen ließ sich blicken" und dazu eine fette Cumulus-Formation (kicher).

    LG, L(I.)




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    1. Das mit der Wolke fand ich auch süß. :)

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  4. Ich bin mittlerweile bekennender e-Book-Fan. Dafür gibt es einige Gründe. Der wichtigste ist wohl, dass ich schon immer am liebsten abends im Bett gelesen habe, leider fühlte sich da immer jemand gestört, selbst wenn ich nur ein aufgestecktes Booklight verwendet habe. Daher habe ich in den letzten Jahren fast gar nicht mehr gelesen. Jetzt besitze ich einen Paperwhite und habe dieses Jahr schon mehr Bücher gelesen, als in den letzten vier Jahren davor zusammen. Ein weiterer Grund ist einfach auch der Platz. Oder dass ich auf manche Bücher mit Augenbrennen, Nasejucken und Niesen reagiere, hauptsächlich solche aus den 50er Jahren, keine Ahnung, was die da verwendet haben. Oder eben die sofortige Verfügbarkeit, dass ich mir auch erst mal ein kostenloses Probekapitel schicken lassen kann, das immer gleiche Gewicht, egal wieviele Bücher mit welcher Seitenzahl ich mit mir rumschleppe und... und... und...
    Natürlich wird es immer Bücher geben, die in elektronischer Form nicht so richtig Sinn machen, zum Geburtstag habe ich z.B. auch ein Buch über Fotopraxis bekommen - natürlich mit vielen Beispielbildern. ;-) Oder ein Buch ist schlicht nicht erhältlich. Ich habe aber auch einige schöne, wirklich alte Ausgaben, die ich nie hergeben würde. Oder meine englische Ausgabe vom Herrn der Ringe mit den wundervollen Illustrationen von Alan Lee.
    Aber im allgemeinen werde ich aber in Zukunft eher versuchen mir meinen Lesestoff in elektronischer Form zu besorgen.

    Viele liebe Grüße
    Nessa

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    1. Im Bett lese ich immer nur ein paar Seiten, dann wird mir das zu unbequem.
      Ich lese meistens abends auf dem Sofa, statt Fernsehen sozusagen, oder nachmittags auf dem Balkon - und wenn ich mir da vorstellen, ich hätte so ein elektronisches Dingelchen in der Hand - nee. Wäre für mich einfach nicht das Gleiche. :D

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  5. Ich arbeite ja nebenbei im Buchladen und komme daher viel mit E-Readern in Berührung. Die Vorteile eines E-Readers für die Menschen, die einmal wöchentlich einen Stapel zweitklassiger Romane kaufen, lesen und ins Regal stellen um die Bücher nie wieder anzuschauen, sehe ich schon. Aber ich lese nur selten neue Romane, sondern Sachbücher (die nicht selten Grafiken und Abbildungen haben, gibt es schon manchmal als Ebook, ist aber immer suboptimal weil anderes Dateiformat und s/w), zudem kaufe ich vor allem Bücher, die es schon lange gibt, nie neu. Irgendwo taucht immer ein Klassiker auf dem Flohmarkt auf, den muss ich nicht neu drucken lassen. Und dann bin ich einfach ein Freund von antiquarischen Büchern, Papierrascheln, dem leicht staubigen Geruch, getrockneten Kleeblättern zwischen den Seiten und dem Anblick eines gut gefüllten Bücherregals :-D

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    1. Du sprichst mir aus der Seele. :D
      Wobei es ja auch gute neue Romane gibt. ;-) Aber so was wie, keine Ahnung, 50 Shades of Grey oder so - wenn ich das lesen wollte, müsste ich es wohl auch nicht aufheben.

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  6. So schöne Bücher! Rosegger habe ich noch nicht gelesen, aber könnte die Fußnote als Scherz gemeint sein? Lat. esse = das Sein, und frz. être à son aise = sich wohlfühlen. Betreffende Person wäre also ganz in ihrem Sein, ganz bei sich, wunschlos glücklich. Vielleicht macht sich Rosegger damit über die katholische und über die bildungsbürgerliche Sprache lustig, indem er zwei Ausdrücke, die an dieser Stelle überflüssig sind, miteinander erklärt.
    Nachrichten u.ä. lese ich öfter online, Bücher fast nur auf Papier. Zum einen fehlt mir bei E-Books das Haptische, überhaupt die ganze Gestaltung. Zum anderen gibt es vieles, was ich beruflich zu lesen habe, ohnehin nur gedruckt in zitierfähiger Form.

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    1. Das ist nicht aus dem Rosegger-Buch, das ist aus Hermann Kurz' "Die beiden Tubus"... ja, so würde ich das auch verstehen, so macht das ja auch Sinne, aber ich hab beide Ausdrücke noch nie gehört - und Französisch verstehe ich auch nicht. Der Mann schreibt aber ziemlich hintersinnig und für den modernen Bildungsbürger teils nicht mehr ganz leicht nachvollziehbar. Oder zumindest für mich nicht. ;-)

      Rosegger ist ganz nett. Ein typischer Heimatschriftsteller, aber man kann ihn lesen. Zu dem bin ich gekommen, weil ich als Kind die TV-Serie "Als ich noch der Waldbauernbub war" gesehen hab.

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  7. Ich mag den Geruch und den Charme von "echten" Büchern auch sehr gerne und habe mich lange gegen einen e-Reader gewehrt. Letztlich überzeugt haben mich dann aber die geringe Größe (den Reader habe ich immer in der Handtasche, das geht mit einem dicken Schinken nicht so gut, außerdem platzen unsere Regale eh aus allen Nähten ...) und die Tatsache, dass ein Wörterbuch direkt mit dabei ist und ich in englischen Büchern, die ich überwiegend lese, mit einem Klick unbekannte Wörter nachschlagen kann. Ich denke aber, so für die Zukunft werde ich weiterhin "Gemischtleser" sein. Manche Bücher *muss* ich gefühlt in echt da haben, weil so ein Buch, das einen begleitet hat, aus dem man etwas mitgenommen hat oder in dem man so mit den Figuren mitgefiebert hat, schon ein bisschen wie ein liebgewonnener Freund ist, den man sich ins Regal stellen kann. Und manche sehen noch dazu einfach schick aus. ;-)
    Zum Lernen mag ich Papierbücher auch lieber, weil das Anstreichen einfacher ist und man schneller und besser vor und zurück blättern kann.

    Zeitungen lese ich eher online, weil mir die sonst zu unhandlich sind. Zeitschriften dagegen mag ich dann wiederum lieber auf Papier, weil mich mein letzter Versuch, eine Zeitschrift auf meinem Tablet zu lesen, nicht überzeugt hat, Viel zu viel gezoome.

    Ich habe übrigens keinen Kindle, sondern einen unabhängigen Reader, das war mir irgendwie sympatischer.

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    1. Bücher, die ich richtig gut finde, muss ich auch unbedingt haben. Was für eine entsetzliche Vorstellung, dass ich das noch mal lesen will und dann nicht mehr kriege! :D

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    2. Ah, endlich jemand, der Bücher auch mehrmals liest! :-) Mein Mann kann das irgendwie gar nicht verstehen ...

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  8. Prinzipiell lese ich lieber echt Bücher, am besten Hardcover... Das hat aber viele Nachteile, darum kaufe ich mir vor allem Softcover, die ich dann mitschleppen kann.

    Und aus finanziellen Gründen (wenn du an der Uni alles ausdrucken willst, was du lernen musst, gute Nacht...) hab ich mir das Lernen und Lesen vom Bildschirm beigebracht.

    Bin inzwischen sozusagen "multitaskingfähig" ;)

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    1. Ja, bestimmt ist das teilweise auch einfach eine Altersfrage. Als ich studiert habe, war das Internet noch eine sehr exotische Sache. Unsere Texte hätten wir in elektronischer Form gar nicht bekommen.
      Heutzutage wachsen Kinder und Jugendliche ja mit PCs & Co schon auf, da ist Bildschirmlesen vermutlich einfach ganz alltäglich.

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    2. Ha, da fühl ich mich jetzt jung ;)

      Ich verstehe echt jeden, der das mit dem Bildschirm ncht mag und kann... Mögen tu ich's nach wie vor nicht. Aber neben den Kosten geht's mir auch um den Papierverbrauch. Nur Öko-Papier ist echt teuer und dann druck ich's halt lieber nicht ;)

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  9. Ich lese (noch) nur gedruckte Bücher. Gerade alte Bücher riechen so toll ... und die schönen Cover ... und die Haptik ... und das Umblättern ist weniger umständlich, finde ich.

    Aber ich plane trotzdem, mir demnächst einen Ebook-Reader zuzulegen. Aus diversen Gründen:
    - für Zugfahrten ist es praktisch, weil man auch ein dickeres Buch lesen könnte, ohne dass die Handtasche aus allen Nähten platzt und man viel Gewicht schleppen muss
    - für die Uni ists praktisch, wenn man neben Unibüchern auch ein Buch für den Bus/die Pausen mitnehmen kann, ohne dass die Tasche platzt
    - ich lese ganz viel aus der Bücherei, die sehr weit von jeglichen Bushaltestellen entfernt ist. Außerdem gibt es einige Bücher, die ich lesen möchte, nur in der Onleihe, nicht als richtiges Buch :(
    - bei englischen Büchern kann man viel einfacher Vokabeln nachschlagen (wichtiger Grund!)
    - Platz im Bücherregal! Es ist zeitaufwändig, ständig Bücher weitervertauschen oder -verkaufen oder -verschenken zu müssen, weil mir der Platz ausgeht, aber _alles_ bietet die Bücherei eben auch nicht an.

    Ich werde in Zukunft wohl beides parallel lesen - immer noch gerne gedruckte Bücher, aber in manchen Situationen Ebookreader.
    Ausschließlich Ebooks will ich nicht. Allein schon, wenn ich sehe, wie andere damit umgehen - da werden mal eben tausend und mehr Ebooks angesammelt, weils welche gratis gibt, aber gelesen werden die nicht. Da hat man doch gar keine Übersicht mehr :-O

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  10. Wie man bei mir aktuell sieht: Ich gehöre auch zu den einseitig Hinkenden, da ich Bücher in Papierform mit mir herumschleppe...

    ...und der Geruch! Nichts geht über ein gutes Buch!

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Ich freue mich immer über nette und konstruktive Kommentare! Vielen Dank dafür!
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